Verantwortlich für diese Seite: Andreas Fischer
Bereitgestellt: 02.02.2026
Das Sandmandala ist am Entstehen
Am Samstag, 31. Januar ist das diesjährige Sandmandala-Projekt im Kirchgemeindehaus Kaiseraugst eröffnet worden. Tags darauf fand ein Gottesdienst für Gross und Klein zum Thema „Mandala“ statt.
Andreas Fischer,
Zur Einstimmung in die Anfangszeremonie spielte die in Kaiseraugst wohnhafte Flötistin Bettina Berger die bekannte impressionistische Komposition „Syrinx“ von Claude Debussy. Mitten im Stück schaute Abt Kunga Tenzing lächelnd zu seinem Schüler, Lama Nawang Funchok. Die Überraschung war offensichtlich gelungen: Bettina Berger hatte „Syrinx“ improvisatorisch hinübergeführt in die Melodie des Medizin Buddha Mantra, das Kunga Tenzing bekannt war. Später spielte sie das Stück „Atem Lied“ des zeitgenössischen japanischen Komponisten Toshio Hosokawa. In ihren Erläuterungen dazu wies Berger darauf hin, dass Hosokawa den Wind, der durch die Bambushaine weht, als seine frühste Kindheitserinnerung bezeichnet. Geräusche von Atem, Meer, Natur seien Inspirationsquelle für seine Musik.
In der Begrüssung brachte ich meine Freude darüber zum Ausdruck, dass Abt Kunga Tenzing nach vier Jahren wieder hierhergekommen ist: „Die tibetischen Mönche schöpfen aus einer ungeheuer reichen Tradition, die mir weitgehend unbekannt ist. Doch da ist eine Einfachheit, eine Klarheit, eine Herzlichkeit, die sich unmittelbar überträgt, auf einer Ebene, auf der wir alle einfach Mensch sind.“ Ich sei überzeugt, sagte ich zum Schluss der Ansprache, dass die während des Sandmandala-Projekts sich ausbreitende Atmosphäre eine heilende Kraft habe, für unsere Seelen und für die Welt.
Ein Palast für die Gottheit
Cornelia Pereira Notter, Präsidentin des in Magden ansässigen Schulvereins Lo-Manthang, welcher das Sandmandala-Projekt organisiert, erläuterte die Tradition der Sandmandalas im tibetischen Buddhismus: „Sie werden in einem genauen Vorgaben folgenden Ritual aus farbigem Sand gestreut und dienen der Meditation. Ein Mandala stellt einen Palast dar, der seine Tore in alle vier Himmelsrichtungen öffnet; im Zentrum befindet sich die Gottheit.“ Das Medizin-Buddha-Mandala, fuhr sie fort, stehe besonders für Heilung – auf allen Ebenen. Es symbolisiere einen inneren Raum von Ruhe, einen Ort, wo Harmonie entstehe.
Nach einer kurzen Begrüssung fingen Abt und Lama an, mit ihren tiefen, obertonreichen Stimmen Mantren zu beten und dann die grosse Holzplatte in der Mitte des Raums zu vermessen. Unterdessen stellte im hinteren Bereich unseres multifunktionalen Kirchenraums Zogo Erdenebat, der mongolischstämmige Geschäftsführer des Rheinfelder Restaurants „Sole & Sar“, Salate und kunstvoll geformte, fantastisch schmeckende Momos für den Apero Riche bereit. Statt der erwarteten vierzig waren achtzig Besuchende zugegen; trotzdem gab es genug für alle. Den guten Seelen unserer Aperogruppe unter der Leitung von Gitte Niederberger danke ich herzlichst für den kurzfristig einberufenen Grosseinsatz!
Kinder zeichnen Mandalas
Anderntags, am Sonntag, 1. Februar, fand im selben Raum ein Gottesdienst statt, der wesentlich von unseren Katechetinnen Katharina Metzger und Susanne Ammann zusammen mit Kindern des Religionsunterrichts gestaltet wurde. Sie hatten im Religionsunterricht Mandalas gezeichnet, welche im Verlauf des Gottesdienstes grossformatig auf die Leinwand projiziert wurden. Der Pianist Lukas Sehr improvisierte, passend zu den Mandalas, im Stil von „Minimal Music“ mit kreisförmig sich wiederholenden Melodien.
Susanne Ammann, die bekanntlich als „Agnes von Rheinfelden“ auch Führungen im Städtli macht und eine begnadete Storytellerin ist, erzählte die Geschichte vom zwölfjährigen Jesus, welcher sich von den Eltern absetzt und auf eigene Faust in den Jerusalemer Tempel geht. Der Tempel, erläuterte erläuterte ich in der anschliessenden Predigt, sei im biblischen Verständnis der Ort, wo Gott wohnt und in dem Sinn ebenfalls eine Art Mandala. Der Tempel wurde im Jahr 70 n.Chr. von den Römern dem Erdboden gleichgemacht, und die tibetischen Mönche werden ihr Mandala, wenn es nach einer Woche intensiver Arbeit fertiggestellt ist, wieder zerstören und dem Rhein übergeben. Das, gab ich zu bedenken, könnte ein Hinweis darauf sein, dass in letzter Konsequenz weder Tempel noch Kirche noch Sandmandala, sondern unser Herz der Ort ist, wo Gott Wohnung nimmt.
Ernst, Humor, Heiterkeit
Eindrücklich waren die Fürbitten, welche die Kinder formuliert hatten: Dass der Krieg in der Ukraine ende, dass Gott mit den Opfern der Brandkatastrophe und ihren Angehörigen sei, dass die Gewalt in den USA und überall auf der Erde aufhöre, dass nicht mehr so viele Tiere geschlachtet werden und wir mehr gegen den Klimawandel tun --- und dass die Schweiz an den kommenden Olympischen Spielen ganz viele Medaillen gewinnt.
Die Verbindung von tiefem Ernst mit Humor und Heiterkeit passt zur Atmosphäre, welche die tibetischen Mönche ausstrahlen. Gleich im Anschluss an den Gottesdienst nahmen sie ihre Arbeit wieder auf, umgeben von Kindern und Erwachsenen, die sie interessiert und neugierig dabei beobachteten.
Bis Freitag, 6. Februar, werden die Mönche täglich am Mandala arbeiten.
Öffnungszeiten: Täglich 9–12 Uhr und 14–17 Uhr (Mittwoch von 17-20 Uhr).
Der Eintritt ist frei, Kollekten kommen der Klosterschule in » Lo-Manthang zugute.
Am Freitag, 6. Februar, um 15 Uhr findet die » Schlusszeremonie statt.
In der Begrüssung brachte ich meine Freude darüber zum Ausdruck, dass Abt Kunga Tenzing nach vier Jahren wieder hierhergekommen ist: „Die tibetischen Mönche schöpfen aus einer ungeheuer reichen Tradition, die mir weitgehend unbekannt ist. Doch da ist eine Einfachheit, eine Klarheit, eine Herzlichkeit, die sich unmittelbar überträgt, auf einer Ebene, auf der wir alle einfach Mensch sind.“ Ich sei überzeugt, sagte ich zum Schluss der Ansprache, dass die während des Sandmandala-Projekts sich ausbreitende Atmosphäre eine heilende Kraft habe, für unsere Seelen und für die Welt.
Ein Palast für die Gottheit
Cornelia Pereira Notter, Präsidentin des in Magden ansässigen Schulvereins Lo-Manthang, welcher das Sandmandala-Projekt organisiert, erläuterte die Tradition der Sandmandalas im tibetischen Buddhismus: „Sie werden in einem genauen Vorgaben folgenden Ritual aus farbigem Sand gestreut und dienen der Meditation. Ein Mandala stellt einen Palast dar, der seine Tore in alle vier Himmelsrichtungen öffnet; im Zentrum befindet sich die Gottheit.“ Das Medizin-Buddha-Mandala, fuhr sie fort, stehe besonders für Heilung – auf allen Ebenen. Es symbolisiere einen inneren Raum von Ruhe, einen Ort, wo Harmonie entstehe.
Nach einer kurzen Begrüssung fingen Abt und Lama an, mit ihren tiefen, obertonreichen Stimmen Mantren zu beten und dann die grosse Holzplatte in der Mitte des Raums zu vermessen. Unterdessen stellte im hinteren Bereich unseres multifunktionalen Kirchenraums Zogo Erdenebat, der mongolischstämmige Geschäftsführer des Rheinfelder Restaurants „Sole & Sar“, Salate und kunstvoll geformte, fantastisch schmeckende Momos für den Apero Riche bereit. Statt der erwarteten vierzig waren achtzig Besuchende zugegen; trotzdem gab es genug für alle. Den guten Seelen unserer Aperogruppe unter der Leitung von Gitte Niederberger danke ich herzlichst für den kurzfristig einberufenen Grosseinsatz!
Kinder zeichnen Mandalas
Anderntags, am Sonntag, 1. Februar, fand im selben Raum ein Gottesdienst statt, der wesentlich von unseren Katechetinnen Katharina Metzger und Susanne Ammann zusammen mit Kindern des Religionsunterrichts gestaltet wurde. Sie hatten im Religionsunterricht Mandalas gezeichnet, welche im Verlauf des Gottesdienstes grossformatig auf die Leinwand projiziert wurden. Der Pianist Lukas Sehr improvisierte, passend zu den Mandalas, im Stil von „Minimal Music“ mit kreisförmig sich wiederholenden Melodien.
Susanne Ammann, die bekanntlich als „Agnes von Rheinfelden“ auch Führungen im Städtli macht und eine begnadete Storytellerin ist, erzählte die Geschichte vom zwölfjährigen Jesus, welcher sich von den Eltern absetzt und auf eigene Faust in den Jerusalemer Tempel geht. Der Tempel, erläuterte erläuterte ich in der anschliessenden Predigt, sei im biblischen Verständnis der Ort, wo Gott wohnt und in dem Sinn ebenfalls eine Art Mandala. Der Tempel wurde im Jahr 70 n.Chr. von den Römern dem Erdboden gleichgemacht, und die tibetischen Mönche werden ihr Mandala, wenn es nach einer Woche intensiver Arbeit fertiggestellt ist, wieder zerstören und dem Rhein übergeben. Das, gab ich zu bedenken, könnte ein Hinweis darauf sein, dass in letzter Konsequenz weder Tempel noch Kirche noch Sandmandala, sondern unser Herz der Ort ist, wo Gott Wohnung nimmt.
Ernst, Humor, Heiterkeit
Eindrücklich waren die Fürbitten, welche die Kinder formuliert hatten: Dass der Krieg in der Ukraine ende, dass Gott mit den Opfern der Brandkatastrophe und ihren Angehörigen sei, dass die Gewalt in den USA und überall auf der Erde aufhöre, dass nicht mehr so viele Tiere geschlachtet werden und wir mehr gegen den Klimawandel tun --- und dass die Schweiz an den kommenden Olympischen Spielen ganz viele Medaillen gewinnt.
Die Verbindung von tiefem Ernst mit Humor und Heiterkeit passt zur Atmosphäre, welche die tibetischen Mönche ausstrahlen. Gleich im Anschluss an den Gottesdienst nahmen sie ihre Arbeit wieder auf, umgeben von Kindern und Erwachsenen, die sie interessiert und neugierig dabei beobachteten.
Bis Freitag, 6. Februar, werden die Mönche täglich am Mandala arbeiten.
Öffnungszeiten: Täglich 9–12 Uhr und 14–17 Uhr (Mittwoch von 17-20 Uhr).
Der Eintritt ist frei, Kollekten kommen der Klosterschule in » Lo-Manthang zugute.
Am Freitag, 6. Februar, um 15 Uhr findet die » Schlusszeremonie statt.


