» Betrachtung des Monats

» von Leszek Ruszkowski Die Menschen sollen sich vermehren. Klipp und klar tönt dieses Gebot in der Formulierung der Priester, die den ersten biblischen Schöpfungsbericht verfasst haben. Zur Entstehungszeit dieser Schrift kennen die biblischen Autoren bereits eine Vielzahl von fremden Völkern. Die meisten von ihnen sind grösser und mächtiger als ihr eigenes Volk Israel.

Die Verfasser der Schöpfungsgeschichte wissen also auch, dass durch das Bevölkerungswachstum Interessen verschiedener Menschen aufeinander prallen, dass sich Konflikte um Land und Ressourcen ergeben, dass Kriege und Versklavung der Schwächeren durch die Mächtigeren resultieren: das alles kennen sie aus eigener Erfahrung. Dennoch stellen sie die Aufforderung zur Fortpflanzung als Gottes ursprünglichen und universellen Willen dar. Das mag erstaunen.