Gottesdienst im Zeichen des Übergangs

Achim Roland Glöckchen (Foto: Jutta Wurm)
Am Sonntag, 28. September verabschiedeten wir in einem festlichen Gottesdienst unsren bisherigen Präsidenten Achim Roloff und begrüsste den neuen, Roland Arnold. Musikalisch wirkte bei der Feier der katholische Kirchenchor Plus mit.
Andreas Fischer,
Sie nehme ihn jetzt in die Pflicht, sagte Vizedekanin Pfarrerin Beate Jaeschke mit einem Augenzwinkern zu Beginn ihrer Ansprache anlässlich der Begrüssung des neuen Präsidenten der Kirchenpflege, Dr. med. Roland Arnold. Tatsächlich ist dies der offizielle Ausdruck für die Amtshandlung, die sie da vornahm: Inpflichtnahme.

Roland Arnold, der vor drei Monaten bei einer Kirchgemeindeversammlung gewählt worden war, versprach im gottesdienstlichen Rahmen, seine Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen zu erfüllen. Jaeschke bat dafür um Gottes Segen und packte Gegenstände aus einem symbolischen Erste Hilfe-Koffer aus, die für die Amtsausübung hilfreich sein sollen – Traubenzucker, Zündhölzer und eine beruhigende Duftkerze gehörten unter anderem zum Inhalt.

Breite, Länge, Höhe, Tiefe

Leszek Ruszkowski, der den Gottesdienst leitete, führte in den Predigttext aus dem Epheserbrief des Apostels Paulus ein. Darin geht es um „die Breite, die Länge, die Höhe und die Tiefe“, die es zu ermessen gelte (Eph 3, 18). Eben dies versuchten die Pfarrer der Kirchgemeinde in kurzen Statements zu den vier Dimensionen zu tun. Jonas Meier, der seit wenigen Wochen in Rheinfelden tätig ist, erheiterte die Gemeinde, als er „Ehre sei Gott in der Höhe“ zu summen anfing und sagte: „Seit ich den Auftrag gefasst habe, über die ‚Höhe‘ zu predigen, läuft mir dieses Lied nach, und meine Freunde verspüren verfrüht das Bedürfnis, Weihnachtsgutzi zu backen.“

Im Nachklang der Predigt folgte eine weitere musikalische Überraschung: Der katholische "Kirchenchor Plus“ unter der Leitung von Armin Böck sang ein eigens für diesen Anlass komponiertes Werk von Winfried Meier Ehrat über die vier Dimensionen: „Lass uns erkennen die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe des Wesens Gottes!“

Das „Plus“ im Namen des katholischen Kirchenchors bezieht sich auf eine grössere Schar Reformierter, die darin mitsingen. Einer von ihnen ist Achim Roloff, der scheidende Präsident unserer Kirchgemeinde. Tom Steiner, sein langjähriger Vize, dankte ihm mit herzlichen Worten für sein Engagement und seine umsichtige, kompetente und stets gelassene Leitung. Dass Roloff auch über viel Humor verfügt, zeigte sich in seiner anschliessenden Dankesrede: Er nahm ein kleines Glöcklein aus der Tasche. Das habe ihm seine Vorgängerin, Catherine Berger, einst geschenkt. Er habe es gut gebrauchen können: „In der Kirchenpflege besteht manchmal grosser Redebedarf, oft auch in Bezug auf Themen, die nicht auf der Traktandenliste stehen. Da hat mir das Glöcklein jeweils gute Dienste erwiesen“, sagte Roloff und überreichte es seinem Nachfolger.

„Komm mit uns auf grosse Fahrt“


Mitarbeitende der Kirchgemeinde und Mitglieder der Kirchenpflege sangen dann für Achim Roloff eine Umdichtung seines liebsten Kirchenlieds: „Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt des Achims treuster Pflege, der die Gemeinde lenkt“. Noch einmal ergriff Tom Steiner das Wort. Er zeigte sich beeindruckt, wie rasch sich Roland Arnold in seine Aufgabe eingearbeitet habe und wünschte ihm Freude und Gelassenheit im Amt.

Dann trat die kleine Ad hoc-Formation ein zweites Mal auf, diesmal ergänzt durch Kirchenpflegerin Ursula Schnepp als Geigerin und ihren Mann Philippe, der Bodhrán, eine irische Rahmentrommel spielte. Schwungvoll wurde Roland Arnolds Lieblingssong intoniert: „Wir sind frei wie der Wind“ der Band „Santiano“, die wie Roland Arnold aus Norddeutschland stammt. Wieder wurde der Text der Situation angepasst: „Verwaiste Kirchenpflege sucht ‘nen Präsident; der Hausarzt in Rheinfelden wär’s doch, Sakrament! Komm mit uns auf grosse Fahrt!“

Die heitere Stimmung der Feier klang noch lange nach. Man sass und stand im Anbau und im Kirchenraum beim Apero riche zusammen, beglückwünschte Roland Arnold zum neuen Amt, dankte Achim Roloff für die geleisteten Dienste und plauderte über Gott und die Welt.

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Liedli zum Abschied von Achim Roloff (zu singen auf "Befiehl du deine Wege")

Befiehl du deine Wege / und was dein Herze kränkt
Des Achims treuster Pflege, / der die Gemeinde lenkt.
Der all den harten Grinden / gibt Wege, Lauf und Bahn,
Der wird auch Wege finden, / da dein Fuss gehen kann.

Es waren schwere Zeiten: / ‘S Präsidium vakant,
Kein‘ Zeit zum Vorbereiten, / du übernahmst rasant
Mit Ruhe und Erfahrung / und Nerven wie aus Stahl;
Erneuerung, Bewahrung – der Mix war genial.

Du kamst zu all‘n Anlässen, / sangst in den Chören Bass,
Hast niemanden vergessen, / deine Präsenz war krass,
Hast wertgeschätzt ein‘ jeden, / die Schwächen toleriert,
brilliert mit träfen Reden, / uns weise dirigiert.

Jetzt fängt an das Gejammer: / S wird schwierig ohne dich!
Du warst für uns der Hammer, / und jetzt, wir sind ehrlich,
stehn wir hier und wir raufen / das Haar auf unsrem Kopf:
Wer hilft uns armem Haufen / allein im Elend, gopf!

Doch auf, wir woll‘n es packen / und mutig weitergeh‘n,
Nicht in Trübsal versacken / und ja nicht bleiben steh‘n!
Wie toll, dass Roland Arnold / das Amt jetzt übernimmt!
Das Glück ihm möge sein hold, / wenn er den Thron erklimmt.

Wir danken dir fürs Leiten, / lieber Herr Präsident!
Es waren gute Zeiten – / doch alles hat ein End.
Mög‘ Gottes guter Segen / mit dir sein immerfort
Auf allen deinen Wegen, / hier und an jedem Ort!

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Liedli zur Begrüssung von Roland Arnold (zu singen auf "Frei wie der Wind" von Santiano)

Verwaiste Kirchenpflege sucht 'nen Präsident’.
(Wer kommt mit uns auf grosse Fahrt?)
Der Hausarzt in Rheinfelden, der wärs doch, Sakrament!
(Komm mit uns auf grosse Fahrt!)
Fragen kann man schon, das Salär jedoch ein Hohn:
Der Gewinn ist Gotteslohn.

Er sagt zu
Ja, er sagt zu
Er sagt zu
Und ich und du
Wir sind stolz ohne Scheu
und der Wind, er weht neu
Ja er sagt zu
Er sagt zu

Wir sind so froh und dankbar, du passt für uns perfekt!
(Kommst mit uns
auf grosse Fahrt!)
Die Aufgaben sind gross zwar, das keine Geiss wegschleckt.
(Kommst mit uns auf grosse Fahrt!)
Doch du bist kompetent mit Kopf und Herz und Händ’;
und miir mit diir alles gänd!

Wir mit dir
Und du mit uns
Wir mit dir
Wir sind, wer wir sind
Wir sind stolz ohne Scheu
und der Wind, er weht neu
Ja wir mit dir
Du mit uns

Die Zukunft, sie scheint düster, die Kirch, sagt man, zerfällt.
(Kommt mit uns auf grosse Fahrt!)
Doch nichts zerstört die Bande, die uns zusammen hält.
(Kommt mit uns auf grosse Fahrt!)
Lasst uns zusammen gehen, dann werden wir verstehen:
Der Gewinn ist Gottes Lohn!

Wir sind frei
Frei wie der Wind
Wir sind frei
Wir sind wer wir sind
Wir sind stolz ohne Scheu
Unzertrennlich und treu
Ja wir sind frei
Wie der Wind

Lasst uns zusammen gehen, dann werden wir verstehen:
Der Gewinn ist Gottes Lohn
Wir sind frei
Frei wie der Wind
Wir sind frei
Wir sind wer wir sind
Wir sind stolz ohne Scheu
Unzertrennlich und treu
Ja wir sind frei
Wie der Wind
Frei wie der Wind
Wir sind frei
Wir sind wer wir sind
Wir sind stolz ohne Scheu
Unzertrennlich und treu
Ja wir sind frei
Wie der Wind