Replay: Windhauch, Windhauch – Kein Fasnachtsgottesdienst

Meine Bilder (Foto: screenshot )
Mit Pfarrer Andreas Fischer, Theobald, (em Pfaff sin Aff),
Assel Abilseitova und Margarita Mineyeva, Klavier;
Adhoc-Chor
Special Guest: Fabian Käslin, Posaune und – die Grossstadtchnulleri.

Aufzeichnung: Ruedi Wullschleger

Andreas Fischer,
Von seiner Hofschneiderin Gerda Hollenstein als König Kohelet eingekleidet, fing Theobald seine Rede an mit Worten aus dem gleichnamigen biblischen Buch, das er selber geschrieben zu haben behauptet. «Ich verschaffte mir Sänger und Pianistinnen», sagte er, Koh 2, 8 zitierend. Und tatsächlich: Die beiden kasachischen Klavierkünstlerinnen Assel Abilseitova und Margarita Mineyeva spielten eines Königs würdig – unter anderem, zu Ehren des Affen, Stücke aus dem «Karneval der Tiere» des französischen Komponisten Camille Saint-Saëns. Ein Ad-hoc-Chor sang, passend zu Kohelets Leitwort «Windhauch», «Dust in the Wind».
In seiner Predigt schilderte Theobald alias König Kohelet, wie er das Leben in Saus und Braus hinter sich liess, wie er es mit Weisheit und Bücherlesen versuchte und schliesslich Demut lernte.
Kurz vor der Abstimmung über die Primateninitiative liess em Pfaff sin Aff es sich nicht nehmen, die «Internationale» mit etwas modifiziertem Text zum Besten zu geben: «Pfaffen, hört die Signale, auf zum letzten Gefecht, die Orang-Utane erkämpfen Menschenrecht!»
Weiter wies er darauf hin, dass er, König Kohelet, es war, der die Initiative schon vor zweieinhalbtausend Jahren lanciert hatte: «Das Geschick der Menschen gleicht dem Geschick der Tiere, es trifft sie dasselbe Geschick», heisst es in Koh 3, 19.
Und schliesslich zitierte er den Song der Berner Band «Patent Ochsner»: «Für immer uf di». Darin sieht König Kohelet seine eigene Botschaft zusammengefasst: «Es Glas uf d'Liebi und eis uf z'voue Läbe u / Eis uf au das wo mir nid chöi häbe».

Als man, nach einem von den Pianistinnen feurig gespielten Ungarischen Walzer, zur Kirche hinausging, standen da tatsächlich … die Grossschtadtchnulleri. Die Chaiseraugschter Gugge, die dieses Jahr ihr fünfzigjähriges Bestehen feiert, präsentierte ihr Jubiläumskostüm und spielte ihren Kultsong «Halleluja». Die Fasnacht kann kommen!
Andreas Fischer