Blick in den Sternenhimmel

Sternenhimmel im Februar: Sternenhimmel im Februar (Foto: Nelly Bütler)
Sternenhimmel im Februar: Sternenhimmel im Februar (Foto: Nelly Bütler)
„Um über das Wunder der Schöpfung staunen zu können, beobachten wir die Sterne und besuchen die Sternwarte Schafmatt auf der Jurahöhe zwischen Rohr und Oltingen gelegen.“

Peter Senn-Eichenberger
Am Donnerstag, 10. Februar war es soweit. Um 18.15 Uhr fuhren die Konfirmanden des ersten Konfjahrgangs, zehn Burschen und ein Mädchen, mit einem Kleinbus, mit Martin Borer am Steuer, los. Die aufgezogenen Wolken machten es unsicher, ob überhaupt Sterne beobachtet werden konnten. Die Jungen schien dies wenig zu bekümmern, sie beschäftigten sich mit ihren Handys und I-phones.

Der erste Halt war Oltingen mit seiner Kirchenanlage aus dem Mittelalter.
Zuerst gab es noch eine Stärkung, bevor Pfarrer Baumann, nach dem Verklingen der noch von Hand geläuteten Betzeitglocke, uns begrüsste und in seiner direkten Art die Schüler fragte, was nun genau sie von ihm hören wollten. Das Echo war spärlich. So gab Pfr. Baumann eine Schilderung von Oltingen im Mittelalter. Der Ort war eine Raststation am Passweg vom Ergolztal ins Mittellland für Pilger und Händler und gelangte dadurch zu Wohlstand.

Die dem heiligen Nikolaus geweihte Kirche von 1296 wurde zwischen 1450 und 1500 in der noch heute bestehenden Form umgebaut und mit Wandmalereien geschmückt. Diese Fresken wurden nach der Reformation von 1529 weiss übertüncht und kamen erst 1956 wieder zum Vorschein. Insbesondere die Nikolauslegenden waren zum Erzählen geeignet wie z.B. Die Auferweckung von drei Jünglingen, die von einem Wirt wegen Zechprellerei getötet und als Fleischstücke in einen Topf gegeben wurden. Nikolaus hatte dies erkannt und die Teile zusammengefügt und wieder zum Leben erweckt. Für die Zuhörer war es ein wenig abstrakt , das Interesse hielt sich in Grenzen.
“.
Es wurde Zeit zum Aufbruch zur Sternwarte. Nach einer kurzen Fahrt auf der kleinen Passstrasse gelangten wir zum Parkplatz, von wo wir in einigen Minuten zu Fuss die Sternwarte erreichten. Dort wurden wir von Herrn Schaffner und zwei Assistentinnen begrüsst. Die Sternwarte gehört der Astronomischen Vereinigung Aarau und ist ein kubisches Gebäude. Zur Sternbeobachtung lässt sich das ganze Dach wegfahren, so steht man im Freien. Das Spiegelteleskop, dessen Funktionsweise und Aufbau wurde uns erklärt. Bei diesen technischen Details erwachte das Interesse der Konfirmanden. Fragen wurden gestellt und kompetent beantwortet.
Das erste Objekt unserer Beobachtung war der Planet Jupiter mit vier sichtbaren Monden. Alle Besucher konnten nun durchs grosse Spiegelteleskop oder das kleinere Teleskop den Planeten (Durchmesser 142 800 km) anschauen. Die farbigen Bänder waren deutlich zu sehen. Als sich eine Wolkenbank dazwischen schob, wechselten wir zu den Sternen.
Das dominierende Sternbild am Winterhimmel im Februar ist der Orion, in der Mythologie einen Jäger darstellend, von der Geometrie her ähnelt es einer schiefen Sanduhr. Auffallend sind die hellen Ecksterne: Beteigeuze, Bellatrix , Rigel und Saiph. Beteigeuze’s rötliches Licht zeigt an, dass er ein alter Stern ist, dann kommt der Tod als schwarzes Loch. Bis dahin dauert es noch Millionen von Jahren. In der unteren Hälfte des Sternbilds befindet sich der Orionnebel, der eine Geburtsstätte für Sterne darstellt.
Mit einem starken Laserpointer wurden uns verschiedene Sternbilder erklärt: Stier, grosser und kleiner Hund, Zwillinge, grosser Bär und Polarstern lernten wir kennen. Die wandernden Wolkenbänke wirkten wie Vorhänge.
Dann wurde der Mond unter „die Lupe“ resp. das Teleskop genommen. Genau liessen sich die Strukturen erkennen. Berge, Meere und Ebenen zum Greifen nah. Der Wissensdurst der Jugendlichen war gross, alle Fragen beantworteten die Experten präzise. Die Sicht in den Sternenhimmel mit seinen gewaltigen Dimensionen liess uns staunen.
Die Zeit rückte, das Dach wurde wieder zugefahren. Zum Abschluss machten wir eine Videoreise durch das Universum, die beeindruckte. Ein Eisenmeteoritenstück zeigte, dass immer wieder ausserirdische Boten ihren Weg zur Erde finden.
Nun hiess es sich verabschieden und auf die Heimfahrt machen. Auf die Frage nach dem Favoriten der Beobachtungen war die Antwort unisono: der Mond.

Im warmen Bus gelangten wir nach einer sicheren Fahrt kurz vor elf nach Kaiseraugst , wo wir uns, mit vielen neuen Eindrücken, verabschiedeten.