Das Verstummen des Zacharias: Gottesdienst mit Predigt über Lk 1, 5-25

Folio_43v_-_The_Archangel_Gabriel_Appears_to_Zachary — Frankreich 15. Jahrhundert (Foto: wikimedia.commons.)
Musik: Nina Haugen
Kollekte: Protestantisch kirchlicher Hilfsverein
Es ist früher Morgen. Zacharias einen Dienst zu versehen, für den ein Priester nur einmal in seinem Leben – per Los – ausersehen wird. Er darf im sogenannten „Heiligtum“ im Inneren des Tempels das Räucheropfer darbringen.

Das Heiligtum ist nur durch einen Vorhang vom „Allerheiligsten“ getrennt. Jenem Ort, wo Gott wohnt.

Zacharias betritt also an diesem seinem grossen Tag den Tempel. Dort hat er eine Vision: Er sieht einen Engel, der auf der rechten Seite des Räucheraltars steht. Die rechte Seite symbolisiert Glück und Heil. Der Engel wird dem Zacharias also etwas Positives verkünden.

Dennoch erschrickt Zacharias. Es ist jene Erschütterung, die uns Menschenkinder widerfährt, wenn eine andere Dimension, die unendlich viel grösser ist als wir, in unser Dasein hineinbricht.

Herzliche Einladung zu diesem Gottesdienst, gestaltet von Pfarrer Jonas Meier, gemeinsam mit unserer Praktikantin stud. theol. Silja Schreiner und mir gleichsam als «Gastprediger».

Der Predigttext steht am Anfang der » Kindheitsgeschichten im Lukasevangelium, mit denen sich Silja Schreiner und ich im Rahmen ihres Praktikums befassen.

Predigttext: Das Verstummen des Zacharias (Lk 1, 5-25)

5 In den Tagen des Herodes, des Königs von Judäa, gab es einen Priester mit Namen Zacharias aus der Abteilung des Abija; der hatte eine Tochter aus dem Geschlecht Aarons zur Frau, und ihr Name war Elisabet. 6 Sie waren beide gerecht vor Gott, da sie ihren Weg gingen in allen Geboten und Satzungen des Herrn. 7 Und sie hatten kein Kind, denn Elisabet war unfruchtbar, und beide waren schon betagt. 8 Und es geschah, als seine Abteilung an der Reihe war und er seinen Priesterdienst vor Gott verrichten sollte, 9 dass er nach dem Brauch der Priesterschaft durch das Los dazu bestimmt wurde, das Räucheropfer darzubringen; und er ging in den Tempel des Herrn hinein, 10 die ganze Volksmenge aber betete draussen zur Stunde des Räucheropfers. 11 Da erschien ihm ein Engel des Herrn, der stand auf der rechten Seite des Räucheraltars. 12 Und als Zacharias ihn sah, erschrak er, und Furcht überfiel ihn. 13 Der Engel aber sagte zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Denn dein Gebet ist erhört worden, und Elisabet, deine Frau, wird dir einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Johannes geben. 14 Und Freude und Jubel wird dir zuteil werden, und viele werden sich freuen über seine Geburt. 15 Denn er wird gross sein vor dem Herrn, und Wein und Bier wird er nicht trinken, und schon im Mutterleib wird er erfüllt werden von heiligem Geist, 16 und viele von den Söhnen und Töchtern Israels wird er zurückführen zum Herrn, ihrem Gott, 17 und er wird vor ihm hergehen in Elijas Geist und Kraft, um die Herzen der Väter zu den Kindern zurückzuführen und Ungehorsame zur Gesinnung Gerechter, um dem Herrn ein wohlgerüstetes Volk zu bereiten. 18 Und Zacharias sagte zu dem Engel: Woran soll ich das erkennen? Ich selbst bin ja alt, und meine Frau ist schon betagt. 19 Und der Engel antwortete ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht; und ich wurde gesandt, um mit dir zu reden und dir dies als gute Botschaft zu überbringen. 20 Und jetzt sollst du stumm sein und nicht reden können bis zu dem Tag, da dies geschieht, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die in Erfüllung gehen werden zu ihrer Zeit. 21 Und das Volk wartete auf Zacharias, und alle wunderten sich, dass er so lange im Tempel verweilte. 22 Als er aber heraustrat, konnte er nicht mit ihnen reden. Und sie merkten, dass er im Tempel eine Erscheinung gehabt hatte. Er gab ihnen nur Zeichen und blieb stumm. 23 Und es geschah, als die Tage seines Priesterdienstes zu Ende waren, dass er nach Hause zurückkehrte. 24 Nach diesen Tagen aber wurde Elisabet, seine Frau, schwanger, und sie zog sich für fünf Monate zurück und sagte: 25 Dies hat der Herr an mir getan in den Tagen, als er darauf bedacht war, meine Schmach unter den Menschen von mir zu nehmen.
Kontakt: Pfr. Andreas Fischer
Pfr. Jonas Meier