Verantwortlich für diese Seite: Andreas Fischer
Bereitgestellt: 24.03.2026
Am Sonntag, 22. März wurde Pfarrer Leszek Ruszkowski in einem festlichen Gottesdienst verabschiedet. Er geht nach achtzehnjähriger Tätigkeit in unserer Kirchgemeinde in den Ruhestand. In seiner Predigt machte er sich daran, die Nutzlosigkeit zu entdecken.
Andreas Fischer,
„Everything’s alright“ lautete der Song, den die Band unter der Leitung unserer Kirchenmusikerin Nina Haugen am Anfang des Gottesdienstes intonierte. Es ist ein Stück aus der Rockoper „Jesus Christ Superstar“, welches Nina eigens für diesen Anlass arrangiert hatte. „Everything’s alright“ – er nehme das als Zusage für diesen Anlass, sagte Leszek in seinem Eingangswort.
Im weiteren Verlauf der Feier trug ein Projektchor mit einem halben Hundert Sängerinnen und Sängern ein Medley aus „Jesus Christ Superstar“ sowie, zum Teil gemeinsam mit unserem Gospelchor, weitere Songs vor. Dazu gehörte auch „You‘ve got a friend“, mit Ex-Konfirmandin Vanessa Bippus als Solistin. Diese Ode an die Freundschaft, betonte Nina, singe man von Herzen für Leszek.
Schäfchen zählen
Er nehme an, dass das uralte Mittel gegen Schlaflosigkeit allseits bekannt sei, sagte der scheidende Pfarrer in seiner Predigt: „Genau, sich bequem hinlegen und Schäfchen zählen“. Das funktioniere bei allen – ausser bei seinem eigenen Berufsstand. Wenn man als Pastor anfange, Schafe zu zählen, dann sei das das sicherste Mittel, um nicht einschlafen zu können. Der Mitgliederabfluss, fuhr er in seiner mit humorvollen Pointen gespickten Kanzelrede fort, sei in all den Jahren seiner Tätigkeit in Rheinfelden konstant gewesen, „ein Strom, nicht gerade so gross wie der Rhein, aber wie der Magdener Bach schon“.
Als biblischen Text für seinen Abschiedsgottesdienst hatte Leszek ein Wort von Jesus ausgewählt, „das hart klingt für unsere freundlichkeitsverwöhnten Ohren“. In der entsprechenden Passage im 17. Kapitel des Lukasevangeliums stellt Jesus seinen Jüngern die rhetorische Frage, ob ein Herr seinem Knecht etwa dafür danke, dass er das ausgeführt hat, was er ihm aufgetragen hatte. Dann fährt Jesus fort: „Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sagt: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren“ (Lk 17, 10).
Als Pfarrer, stellte Leszek mit Blick auf den eigenen Berufsstand fest, neige man dazu, sich unentbehrlich vorzukommen. Dieses „Nützlichkeits-Diktat“ zu hinterfragen, „ohne Scheuklappen“, das sei eigentlich „etwas Kreatives und Spannendes“, sagte Ruszkowski, und lud uns Zuhörende zur „Entdeckung der Nutzlosigkeit“ ein, mit faszinierenden Exkursen zur französischen Philosophin Simone Weil (1909-1943) und dem österreichischen Psychiater Viktor Frankl (1905-1997). Im Anschluss an Weils Begriff der „Décréation“ sagte Leszek: „Wenn alles vom Göttlichen absorbiert wird, erübrigt sich jede Sorge um die eigene Nützlichkeit“, und in Modifikation eines Zitats von Frankl sagte er: „Nützlichkeit kann nicht angestrebt werden. Sie ergibt sich als Nebeneffekt der Hingabe an eine Sache, die grösser ist als man selbst, oder als Nebenprodukt der Hingabe an eine andere Person als man selbst“.
"Nebeneffekt der Hingabe"
In welchem Ausmass dieser „Nebeneffekt der Hingabe“ in Leszeks Wirken in unserer Kirchgemeinde zum Tragen gekommen ist, zeigte sich in vielen Verlautbarungen im Gottesdienst. Stadtpräsidentin Claudia Rohrer bezog sich in ihrem Grusswort auf ein Zitat der deutsch-US-amerikanischen Philosophin Hannah Ahrendt („Zukunft entsteht dort, wo Menschen bereit sind, Verantwortung für die Welt zu übernehmen“) und hob Leszeks sozial-politisches Engagement hervor; Stadtrat Dominik Burkhart und Tom Steiner – Präsident der lokalen SP und Vizepräsident unserer Kirchenpflege – betonten beide, wie sie die persönlichen Gespräche mit Leszek schätzen: „Deine Suche nach dem richtigen Weg, deine kompromisslose Offenheit im Denken und auch deine Zweifel haben mir mehr mitgegeben, als du dir wahrscheinlich denkst“, sagte Tom. Weiter würdigte er Leszeks pfarramtliche Tätigkeit: Er habe, gemeinsam mit Christine, das Bild der Kirchgemeinde als einer weltoffenen und partizipativen „enorm geprägt“.
Die beiden Kirchenrätinnen Barbara Stüssi-Lauterburg und Catherine Berger erwähnten Leszeks übergemeindlichen Einsatz für die Landeskirche, unter anderem in der Funktion als Vizedekan. Catherine war überdies Kirchenpflegepräsidentin und Präsidentin der Pfarrwahlkommission, als Leszek und Christine am 25. Mai 2008 gewählt wurden. Sie habe den scheidenden Pfarrer als „aufmerksamen Seelsorger“ und „modernen Konfpfarrer“ kennen- und schätzen gelernt, sagte sie spürbar bewegt.
Auch Dekanin Pfarrerin Noemi Breda hat eine lange gemeinsame Geschichte mit Leszek Ruszkowski: Sie lernte ihn schon als junge Theologiestudentin kennen und war später mit ihm zusammen in der Leitung des Dekanats Brugg. Ihr kam die Aufgabe zu, den Kollegen vom Gelübde, das er einst bei seiner Einsetzung abgelegt hatte, zu entpflichten und ihm den Segen für den kommenden Lebensabschnitt zuzusprechen.
Der Pfarrer als Youtuber
Es war dies einer der Momente, in denen die Gemeinde spontan applaudierte. Auch als Leszek Christine dankte, wurde mitten in der Predigt langanhaltend geklatscht. Und als dem scheidenden Pfarrer von der Kirchenpflege ein Blumenstrauss überreicht wurde, wollten die stehenden Ovationen nicht enden. Zuvor hatten Mitarbeitende und Mitglieder der Kirchenpflege in einem Medley von umgedichteten Kirchenliedern Leszeks Werden, Wirken und Wesen besungen. Dabei wurde u.a. daran erinnert, wie er einst als kleiner Bub von zuhause ausgebüxt sei: „Mit em Fischerböötli bisch ab uf offni See / Din Geist isch gnau so offe, und s Herz no mee“. Und auf die Melodie des nachdenklichen Jahresend-Lieds „Der du die Zeit in Händen hast“ hiess es nun: „Du häsch Humor, Schlagfertigkeit / Kei Pointe vo dir abverheit / Tuesch filme wien en Profi / Schriibsch s Drääbuech und füersch au Regie / Bisch by the way es Sprachgenie / Kei Chance gäg dii hät d KI.»
Die Aktivitäten von Leszek als Filmer und «Youtuber» («Der Pfarrer als Youtuber», lautete einmal eine Schlagzeile in der lokalen Presse) präsentierte sein Pfarrkollege Peter Senn abschliessend in einer Zusammenstellung von Videobeiträgen, die Ruszkowskis Können, Kreativität, Schalk und gedankliche Tiefe optisch zum Ausdruck brachten und heiter überleiteten zum Apéro Riche.
Die Schlusskurve
Gleich mehrfach kam der Schreibende (also ich, Andreas Fischer, Pfarrkollege von Leszek in den letzten elf Jahren) im Gewusel auf engstem Raum im Anbau der Kirche ins Gespräch über die, wie Leszek es selber nannte, „Schlusskurve“ in seiner Predigt. Sie scheint viele berührt zu haben. „Aber was sagt man so ganz am Schluss?“, bog er ein in besagte Kurve. Es sei „mega schwierig“. Dann erinnerte er an das, was Dr. med. Pia-Cristina Zimmermann, Ärztin am GZF, anlässlich von „Du zählst, weil du bist“ sagte, der Palliativ-Care-Ausstellung, die Leszek im vergangenen November noch organisiert hatte.
Zimmermann hatte damals „the four things that matter most“ zitiert, die vier Dinge, die gemäss dem führenden Experten für Palliativmedizin Dr. Ira Byock am Lebensende am meisten zählen: „Bitte verzeih mir“, „ich vergebe dir“, „danke“ und „ich liebe dich“. In manchen Momenten wurde es mucksmäuschenstill im überfüllten Kirchenraum, als Leszek diese vier Worte auf seine eigene Situation übertrug, die ja in dem Sinn eine Abdankung sei, dass er jetzt abdanke. Der Humor kam ihm auch auf der Schlusskurve nicht abhanden; als er irgendwann das Nastuch aus der Tasche zog, schrieb er das der hohen Pollenbelastung im Raum zu. Er war nicht der Einzige, der sich Tränen abwischte, oft wusste man nicht so genau, ob es Tränen des Lachens oder des Weinens sind. Jedenfalls war für alle spürbar, dass dies ein Moment von grosser Wahrhaftigkeit ist. Leszek sprayte – glücklicherweise nur gedanklich – "Danke" auf alle Kirchenwände, bezog in seine Liebeserklärung ausser der Gemeinde, mit der er nun achtzehn Jahre verheiratet gewesen sei, und seiner Frau, der die Liebeserklärung mehr als allen anderen gelte, auch die drei Söhne ein, die ihre Rolle als Pfarrskinder „tapfer getragen und meist lustvoll ausgefüllt“ haben, zitierte Zeilen der französischen Chansonnière ZAZ: „J'pardonne et je veux espérer qu'on puisse aussi me pardonner“.
ZAZ
Während ich später an dem Tag diesen Text schreibe, laufen im Hintergrund Lieder von ZAZ, der Lieblingssängerin von Leszek. Es ist ein Hörtipp, wenn man diesen Rite de Passage noch einmal Revue passieren lassen – oder auch einfach richtig gute und schöne Musik hören will.
Im weiteren Verlauf der Feier trug ein Projektchor mit einem halben Hundert Sängerinnen und Sängern ein Medley aus „Jesus Christ Superstar“ sowie, zum Teil gemeinsam mit unserem Gospelchor, weitere Songs vor. Dazu gehörte auch „You‘ve got a friend“, mit Ex-Konfirmandin Vanessa Bippus als Solistin. Diese Ode an die Freundschaft, betonte Nina, singe man von Herzen für Leszek.
Schäfchen zählen
Er nehme an, dass das uralte Mittel gegen Schlaflosigkeit allseits bekannt sei, sagte der scheidende Pfarrer in seiner Predigt: „Genau, sich bequem hinlegen und Schäfchen zählen“. Das funktioniere bei allen – ausser bei seinem eigenen Berufsstand. Wenn man als Pastor anfange, Schafe zu zählen, dann sei das das sicherste Mittel, um nicht einschlafen zu können. Der Mitgliederabfluss, fuhr er in seiner mit humorvollen Pointen gespickten Kanzelrede fort, sei in all den Jahren seiner Tätigkeit in Rheinfelden konstant gewesen, „ein Strom, nicht gerade so gross wie der Rhein, aber wie der Magdener Bach schon“.
Als biblischen Text für seinen Abschiedsgottesdienst hatte Leszek ein Wort von Jesus ausgewählt, „das hart klingt für unsere freundlichkeitsverwöhnten Ohren“. In der entsprechenden Passage im 17. Kapitel des Lukasevangeliums stellt Jesus seinen Jüngern die rhetorische Frage, ob ein Herr seinem Knecht etwa dafür danke, dass er das ausgeführt hat, was er ihm aufgetragen hatte. Dann fährt Jesus fort: „Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sagt: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren“ (Lk 17, 10).
Als Pfarrer, stellte Leszek mit Blick auf den eigenen Berufsstand fest, neige man dazu, sich unentbehrlich vorzukommen. Dieses „Nützlichkeits-Diktat“ zu hinterfragen, „ohne Scheuklappen“, das sei eigentlich „etwas Kreatives und Spannendes“, sagte Ruszkowski, und lud uns Zuhörende zur „Entdeckung der Nutzlosigkeit“ ein, mit faszinierenden Exkursen zur französischen Philosophin Simone Weil (1909-1943) und dem österreichischen Psychiater Viktor Frankl (1905-1997). Im Anschluss an Weils Begriff der „Décréation“ sagte Leszek: „Wenn alles vom Göttlichen absorbiert wird, erübrigt sich jede Sorge um die eigene Nützlichkeit“, und in Modifikation eines Zitats von Frankl sagte er: „Nützlichkeit kann nicht angestrebt werden. Sie ergibt sich als Nebeneffekt der Hingabe an eine Sache, die grösser ist als man selbst, oder als Nebenprodukt der Hingabe an eine andere Person als man selbst“.
"Nebeneffekt der Hingabe"
In welchem Ausmass dieser „Nebeneffekt der Hingabe“ in Leszeks Wirken in unserer Kirchgemeinde zum Tragen gekommen ist, zeigte sich in vielen Verlautbarungen im Gottesdienst. Stadtpräsidentin Claudia Rohrer bezog sich in ihrem Grusswort auf ein Zitat der deutsch-US-amerikanischen Philosophin Hannah Ahrendt („Zukunft entsteht dort, wo Menschen bereit sind, Verantwortung für die Welt zu übernehmen“) und hob Leszeks sozial-politisches Engagement hervor; Stadtrat Dominik Burkhart und Tom Steiner – Präsident der lokalen SP und Vizepräsident unserer Kirchenpflege – betonten beide, wie sie die persönlichen Gespräche mit Leszek schätzen: „Deine Suche nach dem richtigen Weg, deine kompromisslose Offenheit im Denken und auch deine Zweifel haben mir mehr mitgegeben, als du dir wahrscheinlich denkst“, sagte Tom. Weiter würdigte er Leszeks pfarramtliche Tätigkeit: Er habe, gemeinsam mit Christine, das Bild der Kirchgemeinde als einer weltoffenen und partizipativen „enorm geprägt“.
Die beiden Kirchenrätinnen Barbara Stüssi-Lauterburg und Catherine Berger erwähnten Leszeks übergemeindlichen Einsatz für die Landeskirche, unter anderem in der Funktion als Vizedekan. Catherine war überdies Kirchenpflegepräsidentin und Präsidentin der Pfarrwahlkommission, als Leszek und Christine am 25. Mai 2008 gewählt wurden. Sie habe den scheidenden Pfarrer als „aufmerksamen Seelsorger“ und „modernen Konfpfarrer“ kennen- und schätzen gelernt, sagte sie spürbar bewegt.
Auch Dekanin Pfarrerin Noemi Breda hat eine lange gemeinsame Geschichte mit Leszek Ruszkowski: Sie lernte ihn schon als junge Theologiestudentin kennen und war später mit ihm zusammen in der Leitung des Dekanats Brugg. Ihr kam die Aufgabe zu, den Kollegen vom Gelübde, das er einst bei seiner Einsetzung abgelegt hatte, zu entpflichten und ihm den Segen für den kommenden Lebensabschnitt zuzusprechen.
Der Pfarrer als Youtuber
Es war dies einer der Momente, in denen die Gemeinde spontan applaudierte. Auch als Leszek Christine dankte, wurde mitten in der Predigt langanhaltend geklatscht. Und als dem scheidenden Pfarrer von der Kirchenpflege ein Blumenstrauss überreicht wurde, wollten die stehenden Ovationen nicht enden. Zuvor hatten Mitarbeitende und Mitglieder der Kirchenpflege in einem Medley von umgedichteten Kirchenliedern Leszeks Werden, Wirken und Wesen besungen. Dabei wurde u.a. daran erinnert, wie er einst als kleiner Bub von zuhause ausgebüxt sei: „Mit em Fischerböötli bisch ab uf offni See / Din Geist isch gnau so offe, und s Herz no mee“. Und auf die Melodie des nachdenklichen Jahresend-Lieds „Der du die Zeit in Händen hast“ hiess es nun: „Du häsch Humor, Schlagfertigkeit / Kei Pointe vo dir abverheit / Tuesch filme wien en Profi / Schriibsch s Drääbuech und füersch au Regie / Bisch by the way es Sprachgenie / Kei Chance gäg dii hät d KI.»
Die Aktivitäten von Leszek als Filmer und «Youtuber» («Der Pfarrer als Youtuber», lautete einmal eine Schlagzeile in der lokalen Presse) präsentierte sein Pfarrkollege Peter Senn abschliessend in einer Zusammenstellung von Videobeiträgen, die Ruszkowskis Können, Kreativität, Schalk und gedankliche Tiefe optisch zum Ausdruck brachten und heiter überleiteten zum Apéro Riche.
Die Schlusskurve
Gleich mehrfach kam der Schreibende (also ich, Andreas Fischer, Pfarrkollege von Leszek in den letzten elf Jahren) im Gewusel auf engstem Raum im Anbau der Kirche ins Gespräch über die, wie Leszek es selber nannte, „Schlusskurve“ in seiner Predigt. Sie scheint viele berührt zu haben. „Aber was sagt man so ganz am Schluss?“, bog er ein in besagte Kurve. Es sei „mega schwierig“. Dann erinnerte er an das, was Dr. med. Pia-Cristina Zimmermann, Ärztin am GZF, anlässlich von „Du zählst, weil du bist“ sagte, der Palliativ-Care-Ausstellung, die Leszek im vergangenen November noch organisiert hatte.
Zimmermann hatte damals „the four things that matter most“ zitiert, die vier Dinge, die gemäss dem führenden Experten für Palliativmedizin Dr. Ira Byock am Lebensende am meisten zählen: „Bitte verzeih mir“, „ich vergebe dir“, „danke“ und „ich liebe dich“. In manchen Momenten wurde es mucksmäuschenstill im überfüllten Kirchenraum, als Leszek diese vier Worte auf seine eigene Situation übertrug, die ja in dem Sinn eine Abdankung sei, dass er jetzt abdanke. Der Humor kam ihm auch auf der Schlusskurve nicht abhanden; als er irgendwann das Nastuch aus der Tasche zog, schrieb er das der hohen Pollenbelastung im Raum zu. Er war nicht der Einzige, der sich Tränen abwischte, oft wusste man nicht so genau, ob es Tränen des Lachens oder des Weinens sind. Jedenfalls war für alle spürbar, dass dies ein Moment von grosser Wahrhaftigkeit ist. Leszek sprayte – glücklicherweise nur gedanklich – "Danke" auf alle Kirchenwände, bezog in seine Liebeserklärung ausser der Gemeinde, mit der er nun achtzehn Jahre verheiratet gewesen sei, und seiner Frau, der die Liebeserklärung mehr als allen anderen gelte, auch die drei Söhne ein, die ihre Rolle als Pfarrskinder „tapfer getragen und meist lustvoll ausgefüllt“ haben, zitierte Zeilen der französischen Chansonnière ZAZ: „J'pardonne et je veux espérer qu'on puisse aussi me pardonner“.
ZAZ
Während ich später an dem Tag diesen Text schreibe, laufen im Hintergrund Lieder von ZAZ, der Lieblingssängerin von Leszek. Es ist ein Hörtipp, wenn man diesen Rite de Passage noch einmal Revue passieren lassen – oder auch einfach richtig gute und schöne Musik hören will.


