"Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze" – Musikalische Andacht an Karfreitag zur Todesstunde Jesu

Antikes Grabkreuz Kaiseraugst (Foto: Jutta Wurm)
Pfarrperson: Andreas Fischer
Kollekte: ACAT
Es sei, sagte der grosse österreichische Klassik-Komponist Joseph Haydn (1732-1809), eine ausnehmend schwierige Aufgabe gewesen, in sieben Adagios die sieben Worte Christi am Kreuz zu vertonen, und zwar ohne unterlegten Text und ohne das Publikum zu ermüden. Das Resultat, die „Musica instrumentale sopra le 7 ultime parole del nostro Redentore in croce“, erachtete der Meister selber dann als eines seiner gelungensten Werke überhaupt.

Bei der Erstaufführung der Auftragskomposition an Karfreitag 1787 soll es ziemlich theatralisch zu und hergegangen sein: Der Domherr habe die Kanzel bestiegen, eines der sieben Worte gesprochen und darüber gepredigt. Nach Ende der Predigt sei er von der Kanzel herabgestiegen. Dann „fiel er knieend vor dem Altar nieder. Die Musik füllte diese Pause aus“ – ein Prozedere, das sich siebenmal wiederholt haben soll.

Nun, Praktikantin stud. theol. Silja Schreiner und ich werden uns die Musik nicht vor dem Altar kniend anhören, und es ist auch nicht die Idee, dass die Musik als Pausenfüller zwischen unseren Predigten herhalten soll. Vielmehr steht sie im Zentrum. Doch kurze Betrachtungen zu den sieben Worten werden wie einst bei der Uraufführung Teil der Andacht sein.

Herzliche Einladung dazu, auch im Namen der vier Musikerinnen! Sie werden, übrigens, auf Campanula-Streichinstrumenten spielen, die mit zusätzlichen Resonanzsaiten ausgestattet sind; das, heisst es in der Beschreibung, generiere einen weichen, warmen, sphärischen Klang.

Andreas Fischer, Pfarrer, und Praktikantin stud. theol. Silja Schreiner

Die Musikerinnen:

Ada Meinich, Campanula Quinton
Anna Ritter, Campanula Violine
Johanna Lamprecht, Campanula Viola
Birgit Böhme, Campanula Cello

Die sieben Worte:

„Vater, vergib ihnen! Denn sie wissen nicht, was sie tun.“ (Lukas 23,34)
„Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ (Lukas 23,43)
„Frau, siehe, das ist dein Sohn.“ (Johannes 19,26-27)
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Matthäus 27,46 / Markus 15,34)
„Mich dürstet.“ (Johannes 19,28)
„Es ist vollbracht.“ (Johannes 19,30)
„Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ (Lukas 23,46)

Kontakt: Pfr. Andreas Fischer