2026
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Verantwortlich für diese Seite: Andreas Fischer
Bereitgestellt: 20.02.2026
„Ich muss im Haus meines Vaters sein“: Gottesdienst der Gesamtgemeinde in Rheinfelden mit Predigt über die Geschichte vom zwölfjährigen Jesus im Tempel
Pfarrperson: Andreas Fischer
Musik: Vaclav Hrebec, Orgel
Kollekte: Verein Amis du Senegal
Es sind im Lukasevangelium die ersten Worte aus dem Mund von Jesus: „Wusstet ihr nicht, dass ich im Haus meines Vaters sein muss?“
Jesus sagt sie als Zwölfjähriger zu seinen Eltern. Diese haben ihn, nach dreitägiger Suche, endlich im Tempel gefunden. Der Tempel, das Gotteshaus, sagt Jesus also, sei seine wahre Heimat.
Indessen heisst es genau übersetzt nicht: „im Haus meines Vaters“, sondern „in dem, was meines Vaters ist“.
Damit weitet sich der Blick: Gott wohnt nicht, jedenfalls nicht nur im Tempel. Sondern in dem, was Jesus später „Reich Gottes“ nennen wird.
Herzliche Einladung zu diesem Gottesdienst der Gesamtgemeinde! Die Predigt befasst sich mit der Geschichte von zwölfjährigen Jesus (Text siehe unten), die uns begleitet, seit Susanne Ammann sie im Gottesdienst für Gross und Klein Anfang Monat in Kaiseraugst erzählt hat.
In jener Zeit streuten tibetische Mönche im Kirchenraum ein Sandmandala, das sie nach einwöchiger Arbeit wieder verwischten und dem Rhein übergaben. Das Mandala symbolisiert einen Palast, im dem die Gottheit wohnt, also gleichsam einen „Tempel“.
Andreas Fischer und Praktikantin Silja Schreiner
Hier die beiden Predigtimpulse, die in diesem Monat bisher zum Thema entstanden sind:
Kurzpredigt im Rahmen des Gottesdienstes für Gross und Klein am 1. Februar 2026
Ganz am Schluss der Geschichte heisst es: «Jesus nahm zu an Weisheit und Alter».
Offenbar gab es im Leben von Jesus wie in jedem Leben eine Entwicklung.
In der Psychologie bezeichnet man diese seelische Entwicklung als Individuation, also: Selbstwerdung. Als Menschenkinder stehen wir vor der Aufgabe, uns im Verlauf des Lebens loszulösen, abzulösen, zu befreien von den Vorstellungen der Umwelt, wie man zu sein hat, den Konditionierungen und Prägungen der Gesellschaft, in der man aufwächst. Ich stehe als Menschenkind vor der Aufgabe, mehr und mehr ich selbst zu werden, so wie Gott mich gedacht hat im Ursprung der Welt.
Mandalas können diesen Weg der Selbstwerdung unterstützen. Die Arbeit mit Mandalas gilt in der Psychologie als eine Methode der Selbsterfahrung und -findung.
Das Sanskrit-Wort «Mandala» bedeutet «Kreis»; der Kreis führt ins Zentrum, in die Mitte – auch seelisch. Die Ordnung im Mandala ordnet auch mein eigenes Leben. Man kommt zur Ruhe, wenn man ein Mandala malt.
Die Vorstellung des Mandalas im tibetischen Buddhismus geht noch weiter: Das Mandala, ich habe es vorher schon angedeutet, stellt einen Palast dar, in den Gott einzieht. In dem Sinn ist auch eine Kirche ein Mandala, war auch der Tempel in Jerusalem ein Mandala, ein Ort, an dem Gott wohnt.
Dorthin, dort hinein zieht es Jesus, an diesen Ort, wo Gott wohnt. Und auch mich, in der Nachfolge von Jesus Christus, zieht es dorthin. Dort ist meine wahre Heimat, dort komme ich zu mir selbst und zu Gott.
Allerdings: Jesus prophezeite, dass der Tempel einst zerstört würde. Und so kam es. Im Jahr 70 nach Christus wurde der Tempel in Jerusalem von den Römern dem Erdboden gleich gemacht. Und das Mandala, das hier in der Kirche im Entstehen begriffen ist – es wird, wenn es fertiggestellt ist, am Freitag in einer Zeremonie von den beiden Mönchen selber kaputtgemacht; es wird zusammengewischt, und der Sand wird in den Rhein gestreut. Was hat das zu bedeuten?
Es bedeutet, glaube ich, dass der Weg der Selbstwerdung zletscht am Änd ein innerer ist. Er kann sich an keine Kirche binden, so gross und erhaben sie auch sein mag. Er kann sich an kein Mandala binden, so kunstvoll und schön es auch gestaltet sein mag. Der Weg der Selbstwerdung ist ein innerer, der immer über Loslassen von äusseren «Kirchen» und «Mandalas», von Bildern, Vorstellungen, Konzepten verläuft.
Darum heisst es in dem Lied, das wir vorher gesungen haben, wir sollen unser Herz zum Tempel bereiten. Wir sollen Tor und Tür unseres Herzens wie die Tore und Türen einer Kirche öffnen, dass Gott da einzieht, dass Gott in meinem Herzen Wohnung nimmt.
Das Herz, mein Innerstes, mein Zentrum ist also der Tempel. Es wird in diesem Prozess der Selbstwerdung zum Ort, an dem Gott wohnt, wo mein Wesen und das Wesen Gottes zusammenkommen, deckungsgleich werden, eins werden.
Auf diesem Weg, diesem Mandala-Weg, unserem Lebensweg und Seelenweg – bhüet eus, Gott!
Andreas Fischer
---
Impuls anlässlich der Taizéfeier am 13. Februar 2026
«Es begab sich nach drei Tagen, da fanden sie ihn im Tempel sitzen, mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie fragte.»
Wie Kinder und Jugendliche in der Antike gelebt haben, ist für uns heute nur noch schwer fassbar. Die wenigen Quellen, die es gibt, zeigen uns, dass Kinder und Jugendliche meist ganz unten in der gesellschaftlichen Hierarchie waren:
Sie waren klein, schwach, arm und unmündig.
Sie hatten keine Rechte
und keine Mitsprache
und so bekamen sie oft die Härte ihrer Zeit besonders schlimm zu spüren.
Umso beeindruckender ist das Bild, das Lukas in seinem Evangelium zeichnet.
Unter allen Evangelisten gibt er Kindern den grössten Raum.
Sein Jesus preist die Kinder selig und wendet sich ihnen freundlich zu, indem er ihre Krankheiten heilt. Als die Jünger darüber streiten, wer der Grösste unter ihnen sei, stellt Jesus ein Kind direkt neben sich und gibt ihm einen Ehrenplatz.
Plötzlich steht da also ein Kind - jemand, der am kleinsten und geringsten ist - im Mittelpunkt.
Und so ähnlich geschieht es auch in unserer Geschichte vom zwölfjährigen Jesus im Tempel: „Es begab sich nach drei Tagen, da fanden sie ihn im Tempel sitzen, mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie fragte.“
Ich stelle mir das so vor:
Jesus ist aufgeregt, er will lernen und mitreden und er ist zwölf Jahre alt.
Und Jesus ist mitten im Tempel in Jerusalem.
Jesus ist dort, wo alle zusammen kommen, um Gott zu begegnen.
Über den Tempel sollte man vielleicht wissen, dass Herodes der Grosse gut dreissig Jahre zuvor einen gewaltigen Umbau angeordnet hatte. Nach Jahrzehnten war der Tempel das grösste sakrale Bauwerk der antiken Welt - grösser als die Akropolis in Athen und grösser als das Pantheon in Rom.
Und dort, in diesem gewaltigen Bau, mitten unter den Lehrern, sitzt ein Kind.
Gegenüber dem glanzvollen, prächtigen Tempel, und der Weisheit der Schriftgelehrten kann das Kind nur unscheinbar wirken. Die Szene im Tempel ist für mich deshalb auch ein Sinnbild für die Ansprüche unserer heutigen Zeit: Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, die von uns abverlangt immer grösser, stärker, reicher und selbstbestimmter zu werden.
Wir sollen ständig mehr geben, als was wir jetzt schon sind.
Und manchmal gelingt uns das sogar. Manchmal wachsen wir über uns selbst hinaus. Doch um welchen Preis?
Besteht nicht die Gefahr, dass wir uns in alledem selbst verlieren?
Mitten im Tempel, mitten unter den Lehrern,
mitten in dem Verlangen - in der Begierde - allen Ansprüchen gerecht zu werden,
ausgerechnet dort, wo alle zusammen kommen, um Gott zu begegnen, bleibt das Kind einfach sitzen.
Vielleicht weil das Kind dort etwas spürt, was es eigentlich längst schon weiss:
Vor Gott darf das Kind - auch das innere Kind in uns - einfach sein. Denn Gott gibt gerade dem kleinen, schwachen, armen, unmündigen Kind einen Ehrenplatz in seinem Herzen.
«Bei Gott bin ich geborgen, still wie ein Kind»: Wir singen das Lied 32.
Stud. theol. Silja Schreiner
Predigttext: Lukas 2, 41-52 (Der zwölfjährige Jesus im Tempel)
41 Und seine Eltern zogen jedes Jahr zum Passafest nach Jerusalem. 42 Auch als er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf, wie es an diesem Fest der Brauch war, 43 und verbrachten die Tage dort. Als sie heimkehrten, da blieb der junge Jesus in Jerusalem zurück, und seine Eltern merkten es nicht. 44 Da sie meinten, er befinde sich unter den Reisenden, gingen sie eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten. 45 Und als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück, um ihn zu suchen. 46 Und es geschah nach drei Tagen, dass sie ihn fanden, wie er im Tempel mitten unter den Lehrern sass und ihnen zuhörte und Fragen stellte. 47 Alle aber, die ihn hörten, waren verblüfft über seinen Verstand und seine Antworten. 48 Und als sie ihn sahen, waren sie bestürzt, und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, warum hast du uns das angetan? Dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. 49 Und er sagte zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich im Haus meines Vaters sein muss? 50 Doch sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen sagte. 51 Und er zog mit ihnen hinab, zurück nach Nazaret, und war ihnen gehorsam. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. 52 Und Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.
Jesus sagt sie als Zwölfjähriger zu seinen Eltern. Diese haben ihn, nach dreitägiger Suche, endlich im Tempel gefunden. Der Tempel, das Gotteshaus, sagt Jesus also, sei seine wahre Heimat.
Indessen heisst es genau übersetzt nicht: „im Haus meines Vaters“, sondern „in dem, was meines Vaters ist“.
Damit weitet sich der Blick: Gott wohnt nicht, jedenfalls nicht nur im Tempel. Sondern in dem, was Jesus später „Reich Gottes“ nennen wird.
Herzliche Einladung zu diesem Gottesdienst der Gesamtgemeinde! Die Predigt befasst sich mit der Geschichte von zwölfjährigen Jesus (Text siehe unten), die uns begleitet, seit Susanne Ammann sie im Gottesdienst für Gross und Klein Anfang Monat in Kaiseraugst erzählt hat.
In jener Zeit streuten tibetische Mönche im Kirchenraum ein Sandmandala, das sie nach einwöchiger Arbeit wieder verwischten und dem Rhein übergaben. Das Mandala symbolisiert einen Palast, im dem die Gottheit wohnt, also gleichsam einen „Tempel“.
Andreas Fischer und Praktikantin Silja Schreiner
Hier die beiden Predigtimpulse, die in diesem Monat bisher zum Thema entstanden sind:
Kurzpredigt im Rahmen des Gottesdienstes für Gross und Klein am 1. Februar 2026
Ganz am Schluss der Geschichte heisst es: «Jesus nahm zu an Weisheit und Alter».
Offenbar gab es im Leben von Jesus wie in jedem Leben eine Entwicklung.
In der Psychologie bezeichnet man diese seelische Entwicklung als Individuation, also: Selbstwerdung. Als Menschenkinder stehen wir vor der Aufgabe, uns im Verlauf des Lebens loszulösen, abzulösen, zu befreien von den Vorstellungen der Umwelt, wie man zu sein hat, den Konditionierungen und Prägungen der Gesellschaft, in der man aufwächst. Ich stehe als Menschenkind vor der Aufgabe, mehr und mehr ich selbst zu werden, so wie Gott mich gedacht hat im Ursprung der Welt.
Mandalas können diesen Weg der Selbstwerdung unterstützen. Die Arbeit mit Mandalas gilt in der Psychologie als eine Methode der Selbsterfahrung und -findung.
Das Sanskrit-Wort «Mandala» bedeutet «Kreis»; der Kreis führt ins Zentrum, in die Mitte – auch seelisch. Die Ordnung im Mandala ordnet auch mein eigenes Leben. Man kommt zur Ruhe, wenn man ein Mandala malt.
Die Vorstellung des Mandalas im tibetischen Buddhismus geht noch weiter: Das Mandala, ich habe es vorher schon angedeutet, stellt einen Palast dar, in den Gott einzieht. In dem Sinn ist auch eine Kirche ein Mandala, war auch der Tempel in Jerusalem ein Mandala, ein Ort, an dem Gott wohnt.
Dorthin, dort hinein zieht es Jesus, an diesen Ort, wo Gott wohnt. Und auch mich, in der Nachfolge von Jesus Christus, zieht es dorthin. Dort ist meine wahre Heimat, dort komme ich zu mir selbst und zu Gott.
Allerdings: Jesus prophezeite, dass der Tempel einst zerstört würde. Und so kam es. Im Jahr 70 nach Christus wurde der Tempel in Jerusalem von den Römern dem Erdboden gleich gemacht. Und das Mandala, das hier in der Kirche im Entstehen begriffen ist – es wird, wenn es fertiggestellt ist, am Freitag in einer Zeremonie von den beiden Mönchen selber kaputtgemacht; es wird zusammengewischt, und der Sand wird in den Rhein gestreut. Was hat das zu bedeuten?
Es bedeutet, glaube ich, dass der Weg der Selbstwerdung zletscht am Änd ein innerer ist. Er kann sich an keine Kirche binden, so gross und erhaben sie auch sein mag. Er kann sich an kein Mandala binden, so kunstvoll und schön es auch gestaltet sein mag. Der Weg der Selbstwerdung ist ein innerer, der immer über Loslassen von äusseren «Kirchen» und «Mandalas», von Bildern, Vorstellungen, Konzepten verläuft.
Darum heisst es in dem Lied, das wir vorher gesungen haben, wir sollen unser Herz zum Tempel bereiten. Wir sollen Tor und Tür unseres Herzens wie die Tore und Türen einer Kirche öffnen, dass Gott da einzieht, dass Gott in meinem Herzen Wohnung nimmt.
Das Herz, mein Innerstes, mein Zentrum ist also der Tempel. Es wird in diesem Prozess der Selbstwerdung zum Ort, an dem Gott wohnt, wo mein Wesen und das Wesen Gottes zusammenkommen, deckungsgleich werden, eins werden.
Auf diesem Weg, diesem Mandala-Weg, unserem Lebensweg und Seelenweg – bhüet eus, Gott!
Andreas Fischer
---
Impuls anlässlich der Taizéfeier am 13. Februar 2026
«Es begab sich nach drei Tagen, da fanden sie ihn im Tempel sitzen, mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie fragte.»
Wie Kinder und Jugendliche in der Antike gelebt haben, ist für uns heute nur noch schwer fassbar. Die wenigen Quellen, die es gibt, zeigen uns, dass Kinder und Jugendliche meist ganz unten in der gesellschaftlichen Hierarchie waren:
Sie waren klein, schwach, arm und unmündig.
Sie hatten keine Rechte
und keine Mitsprache
und so bekamen sie oft die Härte ihrer Zeit besonders schlimm zu spüren.
Umso beeindruckender ist das Bild, das Lukas in seinem Evangelium zeichnet.
Unter allen Evangelisten gibt er Kindern den grössten Raum.
Sein Jesus preist die Kinder selig und wendet sich ihnen freundlich zu, indem er ihre Krankheiten heilt. Als die Jünger darüber streiten, wer der Grösste unter ihnen sei, stellt Jesus ein Kind direkt neben sich und gibt ihm einen Ehrenplatz.
Plötzlich steht da also ein Kind - jemand, der am kleinsten und geringsten ist - im Mittelpunkt.
Und so ähnlich geschieht es auch in unserer Geschichte vom zwölfjährigen Jesus im Tempel: „Es begab sich nach drei Tagen, da fanden sie ihn im Tempel sitzen, mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie fragte.“
Ich stelle mir das so vor:
Jesus ist aufgeregt, er will lernen und mitreden und er ist zwölf Jahre alt.
Und Jesus ist mitten im Tempel in Jerusalem.
Jesus ist dort, wo alle zusammen kommen, um Gott zu begegnen.
Über den Tempel sollte man vielleicht wissen, dass Herodes der Grosse gut dreissig Jahre zuvor einen gewaltigen Umbau angeordnet hatte. Nach Jahrzehnten war der Tempel das grösste sakrale Bauwerk der antiken Welt - grösser als die Akropolis in Athen und grösser als das Pantheon in Rom.
Und dort, in diesem gewaltigen Bau, mitten unter den Lehrern, sitzt ein Kind.
Gegenüber dem glanzvollen, prächtigen Tempel, und der Weisheit der Schriftgelehrten kann das Kind nur unscheinbar wirken. Die Szene im Tempel ist für mich deshalb auch ein Sinnbild für die Ansprüche unserer heutigen Zeit: Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, die von uns abverlangt immer grösser, stärker, reicher und selbstbestimmter zu werden.
Wir sollen ständig mehr geben, als was wir jetzt schon sind.
Und manchmal gelingt uns das sogar. Manchmal wachsen wir über uns selbst hinaus. Doch um welchen Preis?
Besteht nicht die Gefahr, dass wir uns in alledem selbst verlieren?
Mitten im Tempel, mitten unter den Lehrern,
mitten in dem Verlangen - in der Begierde - allen Ansprüchen gerecht zu werden,
ausgerechnet dort, wo alle zusammen kommen, um Gott zu begegnen, bleibt das Kind einfach sitzen.
Vielleicht weil das Kind dort etwas spürt, was es eigentlich längst schon weiss:
Vor Gott darf das Kind - auch das innere Kind in uns - einfach sein. Denn Gott gibt gerade dem kleinen, schwachen, armen, unmündigen Kind einen Ehrenplatz in seinem Herzen.
«Bei Gott bin ich geborgen, still wie ein Kind»: Wir singen das Lied 32.
Stud. theol. Silja Schreiner
Predigttext: Lukas 2, 41-52 (Der zwölfjährige Jesus im Tempel)
41 Und seine Eltern zogen jedes Jahr zum Passafest nach Jerusalem. 42 Auch als er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf, wie es an diesem Fest der Brauch war, 43 und verbrachten die Tage dort. Als sie heimkehrten, da blieb der junge Jesus in Jerusalem zurück, und seine Eltern merkten es nicht. 44 Da sie meinten, er befinde sich unter den Reisenden, gingen sie eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten. 45 Und als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück, um ihn zu suchen. 46 Und es geschah nach drei Tagen, dass sie ihn fanden, wie er im Tempel mitten unter den Lehrern sass und ihnen zuhörte und Fragen stellte. 47 Alle aber, die ihn hörten, waren verblüfft über seinen Verstand und seine Antworten. 48 Und als sie ihn sahen, waren sie bestürzt, und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, warum hast du uns das angetan? Dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. 49 Und er sagte zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich im Haus meines Vaters sein muss? 50 Doch sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen sagte. 51 Und er zog mit ihnen hinab, zurück nach Nazaret, und war ihnen gehorsam. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. 52 Und Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.
Kontakt: Pfr. Andreas Fischer



