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LOCATION:Evang.-Ref. Kirche Rheinfelden\, Zürcherstrasse 1\, 4310
  Rheinfelden
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DESCRIPTION:Es sind im Lukasevangelium die ersten Worte aus dem Mund von
  Jesus: „Wusstet ihr nicht\, dass ich im Haus meines Vaters sein
  muss?“\n\nJesus sagt sie als Zwölfjähriger zu seinen Eltern. Diese
  haben ihn\, nach dreitägiger Suche\, endlich im Tempel gefunden. Der
  Tempel\, das Gotteshaus\, sagt Jesus also\, sei seine wahre Heimat.\n
 \nIndessen heisst es genau übersetzt nicht: „im Haus meines Vaters“\,
  sondern „in dem\, was meines Vaters ist“.\n\nDamit weitet sich der
  Blick: Gott wohnt nicht\, jedenfalls nicht nur im Tempel. Sondern in
  dem\, was Jesus später „Reich Gottes“ nennen wird.\n\nHerzliche
  Einladung zu diesem Gottesdienst der Gesamtgemeinde! Die Predigt befasst
  sich mit der Geschichte von zwölfjährigen Jesus (Text siehe unten)\,
  die uns begleitet\, seit Susanne Ammann sie im Gottesdienst für Gross
  und Klein Anfang Monat in Kaiseraugst erzählt hat.\n\nIn jener Zeit
  streuten tibetische Mönche im Kirchenraum ein Sandmandala\, das sie nach
  einwöchiger Arbeit wieder verwischten und dem Rhein übergaben. Das
  Mandala symbolisiert einen Palast\, im dem die Gottheit wohnt\, also
  gleichsam einen „Tempel“.\n\nAndreas Fischer und Praktikantin Silja
  Schreiner\n\nHier die beiden Predigtimpulse\, die in diesem Monat bisher
  zum Thema entstanden sind:\n\nKurzpredigt im Rahmen des Gottesdienstes
  für Gross und Klein am 1. Februar 2026\n\nGanz am Schluss der Geschichte
  heisst es: «Jesus nahm zu an Weisheit und Alter».\n\nOffenbar gab es im
  Leben von Jesus wie in jedem Leben eine Entwicklung.\n\nIn der
  Psychologie bezeichnet man diese seelische Entwicklung als
  Individuation\, also: Selbstwerdung. Als Menschenkinder stehen wir vor
  der Aufgabe\, uns im Verlauf des Lebens loszulösen\, abzulösen\, zu
  befreien von den Vorstellungen der Umwelt\, wie man zu sein hat\, den
  Konditionierungen und Prägungen der Gesellschaft\, in der man
  aufwächst. Ich stehe als Menschenkind vor der Aufgabe\, mehr und mehr
  ich selbst zu werden\, so wie Gott mich gedacht hat im Ursprung der Welt.
 \n\nMandalas können diesen Weg der Selbstwerdung unterstützen. Die
  Arbeit mit Mandalas gilt in der Psychologie als eine Methode der
  Selbsterfahrung und -findung.\n\nDas Sanskrit-Wort «Mandala» bedeutet
  «Kreis»; der Kreis führt ins Zentrum\, in die Mitte – auch seelisch.
  Die Ordnung im Mandala ordnet auch mein eigenes Leben. Man kommt zur
  Ruhe\, wenn man ein Mandala malt.\n\nDie Vorstellung des Mandalas im
  tibetischen Buddhismus geht noch weiter: Das Mandala\, ich habe es vorher
  schon angedeutet\, stellt einen Palast dar\, in den Gott einzieht. In dem
  Sinn ist auch eine Kirche ein Mandala\, war auch der Tempel in Jerusalem
  ein Mandala\, ein Ort\, an dem Gott wohnt.\n\nDorthin\, dort hinein zieht
  es Jesus\, an diesen Ort\, wo Gott wohnt. Und auch mich\, in der
  Nachfolge von Jesus Christus\, zieht es dorthin. Dort ist meine wahre
  Heimat\, dort komme ich zu mir selbst und zu Gott.\n\nAllerdings: Jesus
  prophezeite\, dass der Tempel einst zerstört würde. Und so kam es. Im
  Jahr 70 nach Christus wurde der Tempel in Jerusalem von den Römern dem
  Erdboden gleich gemacht. Und das Mandala\, das hier in der Kirche im
  Entstehen begriffen ist – es wird\, wenn es fertiggestellt ist\, am
  Freitag in einer Zeremonie von den beiden Mönchen selber kaputtgemacht;
  es wird zusammengewischt\, und der Sand wird in den Rhein gestreut. Was
  hat das zu bedeuten?\n\nEs bedeutet\, glaube ich\, dass der Weg der
  Selbstwerdung zletscht am Änd ein innerer ist. Er kann sich an keine
  Kirche binden\, so gross und erhaben sie auch sein mag. Er kann sich an
  kein Mandala binden\, so kunstvoll und schön es auch gestaltet sein mag.
  Der Weg der Selbstwerdung ist ein innerer\, der immer über Loslassen von
  äusseren «Kirchen» und «Mandalas»\, von Bildern\, Vorstellungen\,
  Konzepten verläuft.\n\nDarum heisst es in dem Lied\, das wir vorher
  gesungen haben\, wir sollen unser Herz zum Tempel bereiten. Wir sollen
  Tor und Tür unseres Herzens wie die Tore und Türen einer Kirche
  öffnen\, dass Gott da einzieht\, dass Gott in meinem Herzen Wohnung
  nimmt.\n\nDas Herz\, mein Innerstes\, mein Zentrum ist also der Tempel.
  Es wird in diesem Prozess der Selbstwerdung zum Ort\, an dem Gott wohnt\,
  wo mein Wesen und das Wesen Gottes zusammenkommen\, deckungsgleich
  werden\, eins werden.\n\nAuf diesem Weg\, diesem Mandala-Weg\, unserem
  Lebensweg und Seelenweg – bhüet eus\, Gott!\n\nAndreas Fischer\n\n---
 \n\nImpuls anlässlich der Taizéfeier am 13. Februar 2026\n\n«Es begab
  sich nach drei Tagen\, da fanden sie ihn im Tempel sitzen\, mitten unter
  den Lehrern\, wie er ihnen zuhörte und sie fragte.»\n\nWie Kinder und
  Jugendliche in der Antike gelebt haben\, ist für uns heute nur noch
  schwer fassbar. Die wenigen Quellen\, die es gibt\, zeigen uns\, dass
  Kinder und Jugendliche meist ganz unten in der gesellschaftlichen
  Hierarchie waren:\nSie waren klein\, schwach\, arm und unmündig.\n\nSie
  hatten keine Rechte\nund keine Mitsprache\nund so bekamen sie oft die
  Härte ihrer Zeit besonders schlimm zu spüren.\n\nUmso beeindruckender
  ist das Bild\, das Lukas in seinem Evangelium zeichnet.\nUnter allen
  Evangelisten gibt er Kindern den grössten Raum.\nSein Jesus preist die
  Kinder selig und wendet sich ihnen freundlich zu\, indem er ihre
  Krankheiten heilt. Als die Jünger darüber streiten\, wer der Grösste
  unter ihnen sei\, stellt Jesus ein Kind direkt neben sich und gibt ihm
  einen Ehrenplatz.\n\nPlötzlich steht da also ein Kind - jemand\, der am
  kleinsten und geringsten ist - im Mittelpunkt.\n\nUnd so ähnlich
  geschieht es auch in unserer Geschichte vom zwölfjährigen Jesus im
  Tempel: „Es begab sich nach drei Tagen\, da fanden sie ihn im Tempel
  sitzen\, mitten unter den Lehrern\, wie er ihnen zuhörte und sie
  fragte.“\n\nIch stelle mir das so vor:\nJesus ist aufgeregt\, er will
  lernen und mitreden und er ist zwölf Jahre alt.\nUnd Jesus ist mitten im
  Tempel in Jerusalem.\nJesus ist dort\, wo alle zusammen kommen\, um Gott
  zu begegnen.\n\nÜber den Tempel sollte man vielleicht wissen\, dass
  Herodes der Grosse gut dreissig Jahre zuvor einen gewaltigen Umbau
  angeordnet hatte. Nach Jahrzehnten war der Tempel das grösste sakrale
  Bauwerk der antiken Welt - grösser als die Akropolis in Athen und
  grösser als das Pantheon in Rom.\n\nUnd dort\, in diesem gewaltigen
  Bau\, mitten unter den Lehrern\, sitzt ein Kind.\n\nGegenüber dem
  glanzvollen\, prächtigen Tempel\, und der Weisheit der Schriftgelehrten
  kann das Kind nur unscheinbar wirken. Die Szene im Tempel ist für mich
  deshalb auch ein Sinnbild für die Ansprüche unserer heutigen Zeit: Wir
  leben in einer Leistungsgesellschaft\, die von uns abverlangt immer
  grösser\, stärker\, reicher und selbstbestimmter zu werden.\n\nWir
  sollen ständig mehr geben\, als was wir jetzt schon sind.\nUnd manchmal
  gelingt uns das sogar. Manchmal wachsen wir über uns selbst hinaus. Doch
  um welchen Preis?\nBesteht nicht die Gefahr\, dass wir uns in alledem
  selbst verlieren?\n\nMitten im Tempel\, mitten unter den Lehrern\,
 \nmitten in dem Verlangen - in der Begierde - allen Ansprüchen gerecht zu
  werden\,\nausgerechnet dort\, wo alle zusammen kommen\, um Gott zu
  begegnen\, bleibt das Kind einfach sitzen.\nVielleicht weil das Kind dort
  etwas spürt\, was es eigentlich längst schon weiss:\nVor Gott darf das
  Kind - auch das innere Kind in uns - einfach sein. Denn Gott gibt gerade
  dem kleinen\, schwachen\, armen\, unmündigen Kind einen Ehrenplatz in
  seinem Herzen.\n\n«Bei Gott bin ich geborgen\, still wie ein Kind»: Wir
  singen das Lied 32.\n\nStud. theol. Silja Schreiner\n\nPredigttext: Lukas
  2\, 41-52 (Der zwölfjährige Jesus im Tempel)\n\n41 Und seine Eltern
  zogen jedes Jahr zum Passafest nach Jerusalem. 42 Auch als er zwölf
  Jahre alt war\, gingen sie hinauf\, wie es an diesem Fest der Brauch
  war\, 43 und verbrachten die Tage dort. Als sie heimkehrten\, da blieb
  der junge Jesus in Jerusalem zurück\, und seine Eltern merkten es
  nicht. 44 Da sie meinten\, er befinde sich unter den Reisenden\, gingen
  sie eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und
  Bekannten. 45 Und als sie ihn nicht fanden\, kehrten sie nach Jerusalem
  zurück\, um ihn zu suchen. 46 Und es geschah nach drei Tagen\, dass
  sie ihn fanden\, wie er im Tempel mitten unter den Lehrern sass und ihnen
  zuhörte und Fragen stellte. 47 Alle aber\, die ihn hörten\, waren
  verblüfft über seinen Verstand und seine Antworten. 48 Und als sie
  ihn sahen\, waren sie bestürzt\, und seine Mutter sagte zu ihm: Kind\,
  warum hast du uns das angetan? Dein Vater und ich haben dich mit
  Schmerzen gesucht. 49 Und er sagte zu ihnen: Warum habt ihr mich
  gesucht? Wusstet ihr nicht\, dass ich im Haus meines Vaters sein
  muss? 50 Doch sie verstanden das Wort nicht\, das er zu ihnen
  sagte. 51 Und er zog mit ihnen hinab\, zurück nach Nazaret\, und war
  ihnen gehorsam. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem
  Herzen. 52 Und Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gnade bei Gott
  und den Menschen. \n\n\nKontakt: Pfr. Andreas Fischer\n\nWeitere Infos:
  https://www.ref-rheinfelden.ch/veranstaltung/17310
SUMMARY:„Ich muss im Haus meines Vaters sein“: Gottesdienst der
  Gesamtgemeinde in Rheinfelden mit Predigt über die Geschichte vom
  zwölfjährigen Jesus im Tempel
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