Wer Ohren hat zu hören, der höre - DAG - Der Andere Gottesdienst

DAG (Foto: Klaus-Christian Hirte)
Musik: Duo WunderKram
Kollekte: Die Dargebotene Hand
DAG - diesmal mit dem Duo WunderKram

„Schweige und höre, neige deines Herzens Ohr“ schrieb Benedict von Nursia schon vor mehr als 1000 Jahren. Die Ohren sind unser innigster Zugang zur Welt. Hören ist auch der erste Sinn, der im Embryo voll ausgebildet ist. Bereits am 135. Tag der Schwangerschaft hat das Hörorgan, die Innenschnecke Cochlea, ihre endgültige Grösse erreicht.
Aber unser Hörsinn hat es nicht leicht. Das Sehen wird dem Hören in unserer Gesellschaft vorgezogen. Dabei ist der Hörsinn von allen unseren fünf Sinnen der Differenzierteste. Die Sinneszellen in unserem Innenohr sind sensibler, arbeiten exakter und leistungsfähiger als die des Auges. Eine Tür schlägt zu. Autos fahren. Ein Hund bellt. Das Knistern von Papier, ein Räuspern, ein Husten. Das Ohr orientiert uns, warnt uns, behütet uns. Was aber geschieht mit Ohren, die das Hören verlernt haben? Manchmal muss die Welt um uns erst verstummen, damit wir in uns hineinhören können. Dann hören wir unsere Wünsche, unsere Träume. Unsere Ohren sind voll von Wörtern, die nicht von aussen kommen und endlich Raum haben, sich zu entfalten. Manchmal ist es gut, die Welt draussen zu lassen, sie nur fern als verlässlich lautlosen Hintergrund wahrzunehmen. Und dafür Gedanken zuzulassen, die sonst so leicht überhört werden. Herzliche Einladung zu diesem Gottesdienst.
Kontakt: Pfr. Klaus-Christian Hirte