2026
Veranstaltungen für
Verantwortlich für diese Seite: Andreas Fischer
Bereitgestellt: 21.08.2024
Musik: Jutta Wurm, Gitarre
»Der Glaube, das Vertrauen auf Gott, ist etwas ganz Einfaches... Er ist wie ein Schritt, den wir tausendfach von neuem tun, ein Leben lang, bis zum letzten Atemzug.«
(Frère Roger Schutz, Pfarrer, Gründer und langjähriger Prior von Taizé)
In diesem Geist der Einfachheit feiern wir monatlich einmal Gottesdienst – mit Gebet, Stille und den typischen, mehrfach, mehrsprachig und mehrstimmig gesungenen Taizé-Liedern.
Mit Pfr. Andreas Fischer und Jutta Wurm
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Zum Inhalt: Seit vielen Jahren schreibe ich » Bolderntexte. Gerade eben habe ich untenstehenden finalisiert. Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Mt 20, 1-16), über das ich, übrigens, schon meine Lizenziatsarbeit geschrieben habe, verstehe ich weiterhin nicht wirklich. Nichtsdestotrotz werde ich versuchen, mir in der Taizéfeier ein paar Gedanken dazu zu machen :-)
---
Bist du neidisch, weil ich so grosszügig bin? So werden die Letzten die Ersten sein.
Matthäus 20, 15-16
Der heutige Lehrtext steht am Ende der Parabel Jesu von den Arbeitern im Weinberg. Es lohnt sich, die Story wieder einmal – möglichst unvoreingenommen – zu lesen. Dann, scheint mir, zeigt sich: Die Güte dieses Gutsherrengotts hält sich in engen Grenzen. Statt seine eigene Grosszügigkeit hervorzuheben und den enttäuschten Taglöhnern vorzuwerfen, dass sie neidisch seien, könnte er ihnen wenigstens erklären, dass er im Moment nicht mehr übrighabe und in erster Linie gewährleisten wolle, dass alle irgendwie durchkommen. Stattdessen stösst er die armen Arbeiter vor den Kopf – und mit ihnen irgendwie auch uns.
An diesem Punkt, wo man ratlos stehenbleibt, hilft einem die grossartige Auslegung der Parabel durch den Schweizer Theologen Leonhard Ragaz (1868-1945) weiter: Es ist, sagt er sinngemäss, tief in unser menschliches Bewusstsein eingezeichnet, dass ich einen Anspruch auf den von mir erworbenen Besitz habe. Dieses Denken hat in dieser Welt vielleicht sein Recht. Das Gleichnis aber zeigt, dass vor Gott eine andere Wirklichkeit gilt: Der einzige Gutsbesitzer, der einzige Besitzer überhaupt ist GOTT. Wir alle sind Taglöhner, die ihren täglichen Denar empfangen, die im «Unser Vater» beten: „Unser tägliches Brot gib uns heute“.
Alles, was darüber hinausgeht, ist Illusion.
(Frère Roger Schutz, Pfarrer, Gründer und langjähriger Prior von Taizé)
In diesem Geist der Einfachheit feiern wir monatlich einmal Gottesdienst – mit Gebet, Stille und den typischen, mehrfach, mehrsprachig und mehrstimmig gesungenen Taizé-Liedern.
Mit Pfr. Andreas Fischer und Jutta Wurm
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Zum Inhalt: Seit vielen Jahren schreibe ich » Bolderntexte. Gerade eben habe ich untenstehenden finalisiert. Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Mt 20, 1-16), über das ich, übrigens, schon meine Lizenziatsarbeit geschrieben habe, verstehe ich weiterhin nicht wirklich. Nichtsdestotrotz werde ich versuchen, mir in der Taizéfeier ein paar Gedanken dazu zu machen :-)
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Bist du neidisch, weil ich so grosszügig bin? So werden die Letzten die Ersten sein.
Matthäus 20, 15-16
Der heutige Lehrtext steht am Ende der Parabel Jesu von den Arbeitern im Weinberg. Es lohnt sich, die Story wieder einmal – möglichst unvoreingenommen – zu lesen. Dann, scheint mir, zeigt sich: Die Güte dieses Gutsherrengotts hält sich in engen Grenzen. Statt seine eigene Grosszügigkeit hervorzuheben und den enttäuschten Taglöhnern vorzuwerfen, dass sie neidisch seien, könnte er ihnen wenigstens erklären, dass er im Moment nicht mehr übrighabe und in erster Linie gewährleisten wolle, dass alle irgendwie durchkommen. Stattdessen stösst er die armen Arbeiter vor den Kopf – und mit ihnen irgendwie auch uns.
An diesem Punkt, wo man ratlos stehenbleibt, hilft einem die grossartige Auslegung der Parabel durch den Schweizer Theologen Leonhard Ragaz (1868-1945) weiter: Es ist, sagt er sinngemäss, tief in unser menschliches Bewusstsein eingezeichnet, dass ich einen Anspruch auf den von mir erworbenen Besitz habe. Dieses Denken hat in dieser Welt vielleicht sein Recht. Das Gleichnis aber zeigt, dass vor Gott eine andere Wirklichkeit gilt: Der einzige Gutsbesitzer, der einzige Besitzer überhaupt ist GOTT. Wir alle sind Taglöhner, die ihren täglichen Denar empfangen, die im «Unser Vater» beten: „Unser tägliches Brot gib uns heute“.
Alles, was darüber hinausgeht, ist Illusion.
Kontakt: Pfr. Andreas Fischer



