Gottesdienst an Palmsonntag: Die Verleugnung

Momente — Wandbehang im Kirchgemeindehaus Kaiseraugst (Foto: Jutta Wurm)
Musik: Assel Abilseitova
Kollekte: Verein Feigenbaum
An Palmsonntag ruft das Volk Jesus die messianischen Worte zu: „Hosanna in der Höhe!“ Kurz darauf wird es schreien: „Kreuzige ihn!“ Doch auch Petrus, der nächste Freund Jesu, erlebt kurz nach Palmsonntag sein persönliches Grounding…

Man kennt die dreifache Wiederholung aus Märchen und Sagen. Es ist das Gestaltungselement der Verzögerung, wodurch die Spannung wächst. Von Szene zu Szene findet eine Steigerung statt. Zunächst ist es eine Sklavin, die Petrus anspricht. Dann, in der zweiten Szene, wendet sie sich an die, die dabeistehen. Und schliesslich nehmen die Herumstehenden selber das Thema auf. Die Reaktion des Petrus steigert sich zum Verfluchen und Abschwören. Dann bricht er aus in Tränen:

66 Während nun Petrus unten im Hof ist, kommt eine von den Mägden des Hohen Priesters. 67 Und als sie Petrus sieht, wie er sich wärmt, schaut sie ihn an und sagt zu ihm: Auch du warst mit dem Nazarener, mit Jesus. 68 Er aber leugnete es und sagte: Ich weiss nicht und verstehe nicht, wovon du sprichst. Und er ging hinaus in den Vorhof. 69 Als aber die Magd ihn sah, fing sie wieder an und sagte zu denen, die dabeistanden: Der ist einer von ihnen. 70 Er aber leugnete es wieder. Und nach einer Weile sagten die, welche dabeistanden, noch einmal zu Petrus: Natürlich bist du einer von ihnen, du bist ja auch ein Galiläer. 71 Da begann er zu fluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr redet. 72 Und sogleich krähte der Hahn zum zweiten Mal. Da erinnerte sich Petrus an das Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnet haben. Und er brach in Tränen aus. (Mk 14, 66-72)
Kontakt: Pfr. Andreas Fischer