"Zeit zum Geborenwerden und Zeit zum Sterben" - Gottesdienst mit Predigt über das Gedicht über die fallende Zeit im Rahmen des Kohelet-Zyklus

Momente (Foto: Jutta Wurm) — Wandbehang im Kirchgemeindehaus Kaiseraugst
Musik: Assel Abilseitova
Kollekte: Freiwilligenarbeit Asyl Kaiseraugst
"Für alles gibt es eine Stunde,
und Zeit gibt es für jedes Vorhaben unter dem Himmel:
Zeit zum Geborenwerden
und Zeit zum Sterben,
…"


Im Rahmen des » Kohelet-Zyklus wenden wir uns dem Gedicht über das "Geheimnis der fallenden Zeit" (W. Zimmerli). Es gehört zur Weltliteratur, ist viel berühmter als sein Autor Kohelet, der "Prediger Salomo". Es besteht aus sieben Strophen mit je vier Aufzählungen. Das ist kein Zufall.

Vier ist die Zahl der Himmelsrichtungen, der Jahreszeiten, der Elemente Erde, Wasser, Feuer, Luft; die Vier umfasst die Ganzheit der Erde.

Sieben wiederum ist die Zahl der Vollendung, die Johannesapokalypse, die Offenbarung am Ende der Bibel ist voll von Siebner-Symbolik. Der Leuchter in der jüdischen Synagoge ist siebenarmig, und der siebte Tag, das ist der Tag der Vollendung, der Schabbat, der Tag der ewigen, allumfassenden Ruhe.

Und um die Zahlensymbolik noch weiter zu treiben: Das Leitwort des Gedichts, das Wort „Zeit“ besteht im Hebräischen aus den Zahlwerten 7 und 4.

Das Gedicht ist also, allein von der Form her, Ausdruck der Vollendung, es umfasst Himmel und Erde, Zeit und Ewigkeit.

Im Detail allerdings, da wird es komplizierter. Gibt es wirklich eine "Zeit zum Töten", eine "Zeit zum Hassen", eine "Zeit des Kriegs"? Und was ist mir der "Zeit, Steine zu sammeln" gemeint?

Herzliche Einladung zum Gottesdienst der Gesamtgemeinde!

Andreas Fischer, Pfarrer
Kontakt: Pfr. Andreas Fischer