Gottesdienst in der Osterzeit

Dieter Drescher / Pixelio<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-rheinfelden.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>553</div><div class='bid' style='display:none;'>4713</div><div class='usr' style='display:none;'>68</div>
Musik: Rani Orenstein
Kollekte: Inlandprojekt Hospiz Brugg
Zum Abschluss des Johannes-Zyklus über die Festtage werde ich über die Erscheinung am See von Tiberias (Joh. 21, 1-14) predigen eine relativ unbekannte Ostergeschichte. Die folgende biblische Betrachtung ist eine Art Prolegomenon, eine Vorstudie :-)

Und übrigens: In diesem Gottesdienst wird, stellvertretend Marta Casulleras, wieder einmal Rani Orenstein Klavier spielen.

Herzliche Einladung!

Andreas Fischer

„Simon Petrus stieg auf das Schiff und zog das Netz aufs Land, gefüllt mit 153 grossen Fischen“ (Joh. 21, 11)


Petrus, heisst es in dieser wenig bekannten Ostergeschichte am Schluss des Johannesevangeliums (21, 1-14) „zog das Netz aufs Land“. „Ziehen“ ist bei Johannes ein bedeutsames Wort. Jesus selber verwendet es zwei Mal. Einmal sagt er: „Niemand kann zu mir kommen, es ziehe ihn denn der Vater, der mich gesandt hat.“ (6, 44) Und später verwendet er das Wort noch einmal im selben Zusammenhang: „Und wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen.“ (12, 32)

Dieses „Ziehen“ ist die göttliche Entsprechung zur menschlichen Sehnsucht. Das ganze Leben, alles, was ist, ist von diesem „Ziehen“ durchzogen. Am Ende der Bibel, in der Johannesoffenbarung, wird die himmlische Stadt beschrieben, jener Ort, wo alle Tränen von unseren Augen abgewischt werden, wo der Tod nicht mehr sein wird und kein Leid noch Geschrei noch Schmerz. Der Ort, wo es keine Lampe und keinen Mond und keine Sonne mehr braucht, weil der Lichtglanz Gottes alles erleuchtet. Das himmlische Jerusalem ist ein grandioses Bild der Vollendung, der Erfüllung, des ultimativen Friedens.

Zu diesem Ziel hin werden wir gezogen – Gott selber zieht, der erhöhte Christus zieht und eins mit ihm, in innerer Verbindung mit Christus zieht auch dieser ungehobelte, unzivilisierte und ungebildete Fischer Petrus.

Was für ihn gilt, möge auch für uns gelten. Wir sind Gezogene, wir sind auch Ziehende. Und wie Gott den Jähzorn des Petrus in Anspruch nimmt für sein Wirken, so könnten auch unsere Schwächen verwandelt werden zu Werkzeugen des Friedens in diesem fliessenden Prozess des Ziehens und Gezogen-Werdens.

153 Fische sind es, die Petrus an Land zieht. Man hat viel gerätselt darüber, was diese Zahl bedeutet. Eine Erklärung besagt, dass man in der Antike der Meinung war, es gebe 153 verschiedene Fischarten. Auf jeden Fall symbolisiert die Zahl eine Totalität. Alles ist versammelt in diesem Netz, das nicht zerreisst. Alles kommt heim in die Vollendung, in die göttliche Einheit. Alles wird hineingenommen in diese Dynamik von Jesus Christus, der gestern, heute und in Ewigkeit ist. Die Auferstehung ist noch lange nicht zu Ende. Wir selber ziehen und werden gezogen in das Osterlicht hinein. Öffnen wir uns, jetzt in der Osterzeit, für die verwandelnde und heilende Kraft, die uns von diesem Licht her zuströmt.

(Biblische Betrachtung von Andreas Fischer, erscheint im Güggel vom Mai 2019)
Kontakt: Pfr. Andreas Fischer
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Autor: Andreas Fischer     Besuche: 4 heute, 29 Monat