2026
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Verantwortlich für diese Seite: Andreas Fischer
Bereitgestellt: 23.11.2016
Musik: Marta Casulleras
Kollekte: Sorgentelefon Pro Juventute
Kein anderer Gelehrter hat mich in meinem Studium, meinem Leben gar, mehr fasziniert und verwirrt als Professor Günter Bader, Dorfpfarrer in Gomadingen auf der Schwäbischen Alp und Privatdozent für Systematische Theologie an der Universität Zürich. Von seinen kryptischen Vorlesungen verstand ich nichts oder, sagen wir, fast nichts. Dennoch zog es mich magisch in die munzigen Säle, in denen Bader vor ein paar wenigen Studierenden sprach. Dann verliess er uns, wurde ordentlicher Professor in Bonn.
Jahrzehnte später schenkte Günter Bader meiner Frau, Jutta Wurm, und mir zu unserem Wechsel von Schwamendingen nach Kaiseraugst ein sogenanntes „Heftli“, ein fein gestaltetes, 60 Seiten schlankes Büchlein mit dem Titel „Psalmen Stille“. Ich war, obwohl ich weiterhin fast nichts verstand, überwältigt von der Schönheit des Textes. Es geht darin darum, dass es in den Psalmen „fast nichts“ gibt ausser Loben und Klagen. Dieses „Fast nichts“ ist: das Schweigen, die Stille, die Pause.
Weil es in dem "Heftli" fast nur um Musik geht, schenkte ich es unserer Pianistin, Marta Casulleras. Sie schrieb mir darauf, sie fühle sich an ihr liebstes Klavierstück erinnert: Die Sonate D 960 in B-Dur von Franz Schubert. Ich leitete diesen Kommentar an Günter Bader weiter, worauf dieser mir antwortete, er habe, als er „Psalmen Stille“ schrieb, an eben diese Sonate gedacht, „wo im 9. Takt des ersten Satzes und dann wiederholt durch den Satz hindurch merkwürdige, so noch nie dagewesene Dinge, passieren.“
Das, was passiert, sind Pausen.
Was, wenn nicht eine Pause passt in die Passage vom Alten zum Neuen Jahr?
Herzliche Einladung zu diesem Gottesdienst, in dem Marta Casulleras den 1. Satz der Schubert-Sonate spielen wird und ich mir Gedanken machen werde zu von ihr ausgewählten Auszügen aus „Psalmen Stille“!
Andreas Fischer
Jahrzehnte später schenkte Günter Bader meiner Frau, Jutta Wurm, und mir zu unserem Wechsel von Schwamendingen nach Kaiseraugst ein sogenanntes „Heftli“, ein fein gestaltetes, 60 Seiten schlankes Büchlein mit dem Titel „Psalmen Stille“. Ich war, obwohl ich weiterhin fast nichts verstand, überwältigt von der Schönheit des Textes. Es geht darin darum, dass es in den Psalmen „fast nichts“ gibt ausser Loben und Klagen. Dieses „Fast nichts“ ist: das Schweigen, die Stille, die Pause.
Weil es in dem "Heftli" fast nur um Musik geht, schenkte ich es unserer Pianistin, Marta Casulleras. Sie schrieb mir darauf, sie fühle sich an ihr liebstes Klavierstück erinnert: Die Sonate D 960 in B-Dur von Franz Schubert. Ich leitete diesen Kommentar an Günter Bader weiter, worauf dieser mir antwortete, er habe, als er „Psalmen Stille“ schrieb, an eben diese Sonate gedacht, „wo im 9. Takt des ersten Satzes und dann wiederholt durch den Satz hindurch merkwürdige, so noch nie dagewesene Dinge, passieren.“
Das, was passiert, sind Pausen.
Was, wenn nicht eine Pause passt in die Passage vom Alten zum Neuen Jahr?
Herzliche Einladung zu diesem Gottesdienst, in dem Marta Casulleras den 1. Satz der Schubert-Sonate spielen wird und ich mir Gedanken machen werde zu von ihr ausgewählten Auszügen aus „Psalmen Stille“!
Andreas Fischer
Kontakt: Pfr. Andreas Fischer

