"Nunc dimittis": Taizé-Feier mit Abendmahl und Meditation zum Lobgesang des Simeon

»Der Glaube, das Vertrauen auf Gott, ist etwas ganz Einfaches... Er ist wie ein Schritt, den wir tausendfach von neuem tun, ein Leben lang, bis zum letzten Atemzug.«
(Frère Roger Schutz, Pfarrer, Gründer und langjähriger Prior von Taizé)


In diesem Geist der Einfachheit feiern wir monatlich einmal Gottesdienst – mit Gebet, Stille, Abendmahl und den typischen, mehrfach, mehrsprachig und mehrstimmig gesungenen Taizé-Liedern.

Zum Thema:

Neben dem «Magnificat» und dem «Benedictus» ist das «Nunc dimittis» (Lk 2, 29-32; Text siehe unten) das dritte Canticum, der dritte Hymnus in den Kindheitsgeschichten des Lukasevangeliums (Lk 1-2). Es wird jeweils in der Komplet, dem Nachtgebet, gesungen.

«Nun lässt du deinen Diener in Frieden gehen» – so beginnt das Loblied, das Simeon anstimmt, während er das Jesuskind in seinen Armen hält. Bald darauf wird er, hochbetagt, sterben. Das «Nunc dimittis» sind seine letzten Worte; als testamentarische Aussage haben sie besonderes Gewicht.

In einer kurzen Predigtmeditation beabsichtige ich, ein paar Dinge zum «Nunc dimittis» zu sagen. Man wird sehen, wie weit ich komme. Denn schon beim ersten Wort, «NUN», liesse sich lange, ja «endlos», «ewig» verweilen. In einem Kommentar heisst es schön:

«Jedes NUN ist bedeutsam. Aber aus der endlos scheinenden Kette der Stunden ragen einige hervor, auf denen der Akzent der Ewigkeit in besonderer Weise liegt.» (ThWNT)

Das «NUN» des «Nunc dimittis» ist das Ewigkeits-NUN par excellence.

Text: Der Lobgesang des Simeon (Lk 2, 29-32):
29 Nun lässt du deinen Diener gehen, Herr, in Frieden, wie du gesagt hast, 30 denn meine Augen haben das Heil gesehen, 31 das du vor den Augen aller Völker bereitet hast, 32 ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Verherrlichung deines Volkes Israel.



Mit Pfr. Andreas Fischer, stud. theol. Silja Schreiner und Jutta Wurm
Kontakt: Pfr. Andreas Fischer