Erschöpfte Schöpfung und knappe Plätze in der Kirche

IMGP6623 (Foto: Harald Müller)
Am Sonntag haben wir wieder einen Gottesdienst Plus gefeiert. Einen – plus noch einen. Beide Anlässe waren ausgebucht. Das Pfingstfest färbte auf den Umweltgedanken ab und die biblische Hoffnung auf eine Erneuerung der Schöpfung stand im Zentrum dieses Gottesdienstes.
Leszek Ruszkowski,
Was links steht und was rechts beeinflusst nicht nur unsere Politik, sondern auch unser Denken. Denn die bei uns geltende Leserichtung geht von links nach rechts. Wenn zwei Bilder nebeneinanderstehen, tendieren wir darum dazu, zuerst das linke und dann das rechte Bild anzusehen. Als eine symbolische Verkürzung standen auch bei unserem Gottesdienst zwei Bilder nebeneinander. Links eines, das Tod, Dürre und Lebensfeindlichkeit symbolisierte. Auf dem rechten Bild war grüne, blühende Natur zu sehen. Die zwei Titelbilder wurden auch in Echt von der Deko-Gruppe umgesetzt. Während auf der linken Kirchenseite trockene Äste, abgestorbene Wurzeln und verwelkte Blumen zu sehen waren, zierte die rechte Seite der Kirche eine bunte Blumenpracht. Folgt demzufolge auf die Erschöpfung eine neue Schöpfung, wie Vers 30 aus Ps 104 zu versprechen scheint? «Sendest du deinen Atem aus, werden sie erschaffen, und du erneuerst das Angesicht der Erde.» Die neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden, die im zweiten dieser Gottesdienst begrüsst worden sind, haben es mit Pinsel und Farbe gezeigt, wie Leben wieder erwacht, und haben eine wüste Landschaft in einen blühenden Garten verwandelt. Das Gottesdienst-Publikum konnte ihr Werk im Zeitraffer bestaunen.

Die im Gottesdienst auf der Leinwand vorgeführte Theaterszene spielt auf einem Ast, der den Lebensraum, die bedrohte Erde symbolisiert. Eine hitzige Umweltdiskussion wird auf dem Ast geführt. Dass dabei am Ast gesägt wird, ist absurd und unverständlich. Das geschieht aber obwohl die «Ast-Bewohner» Umweltschutz unentwegt im Munde führen. Beim diesem Kurzfilm spielen die Jugendlichen eine Schlüsselrolle. Sie sind es, die sich zu einer Klima-Demo formierten, welche die Umweltzerstörung zu verhindern sucht. Ihr Motto ist auf einem grossen Transparent zu lesen «Wir haben keinen Ast B». Sie skandieren «Stop destruction!»

Dass gegenwärtig Plakate mit dem Motiv eines Asts Teil einer Abstimmungskampagne sind, hat mit unserem Film aber nichts zu tun. Unser Drehbuch ist anfangs März entstanden, lange bevor das erste Plakat aufgehängt worden ist. In unserem Film hat der Ast auch eine andere Bedeutung: es ist die Natur selbst, die uns trägt und nährt.

Mit fröhlichen Liedern unter der Begleitung unserer Chile-Band hat die Gemeinde Gottes Wunder in der Natur besungen. So ähnlich taten es bereits einige Psalmdichter. Wenn uns die Augen auf die Schönheit der Schöpfung aufgehen, kommt Gottes Lob auf. Aber wir werden auch nachdenklich und es tut umso mehr weh, zu sehen, wie die Zerstörung unseres Lebensraums fortschreitet.

Für eine Kehrtwende braucht es mehr als Gesetze. Für eine Kehrtwende braucht es «BeGEISTerung. Und genau dafür ist uns der Geist von Pfingsten geschenkt worden.

An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an das Deko-, Band- und Theater-Team sowie alle, die im Hintergrund geholfen haben, diesen Gottesdienst auf die Beine zu stellen!


GD_Plus_Erschöpfung
24.05.2021
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Fotograf/-in
Harald Müller