Magdemer Fastnachts-Gottesdienst

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Ottilia alias Pfrn. Schmid
Bereits zum zweiten Mal übernahm die rüstige Dame Ottilia die Schirmherrschaft im Gottesdienst. Begleitet wurde sie von der Sürmelgugge, die mit gewohnt schwungvollen Klängen die Feiernden in ihren Bann zog.
Stefanie Schmid,
"Letztes Jahr war‘s die Schöpfungsgeschichte, von der ich jetzt Teil II berichte," erklärt Ottilia den Anwesenden zu Beginn ihrer Predigt. Auf nicht ganz biblisch korrekte Weise erzählt sie ihre Version, wie wohl die Sache mit Adam, Eva und dem Apfel vonstatten gegangen sein könnte:

Gott nahm einen Batzen Lehm in die Hand,
den er gerade neben sich fand,
und formte flugs den Mann,
während er sodann,
fand, dass aber dann und wann,
eine Begleitung schön sein kann.
Drum nahm er nochmal ordentlich Lehm
und formte Eva. "Sie ist bildschön,"
seufzte Adam ganz entzückt,
als er seine Frau erblickt.
Doch die Entzückung hielt nicht lange,
denn Eva war sofort zugange,
über dies und jenes zu reden,
ach, Stille wäre auch ein Segen.

Um ein bisschen Ruhe zu finden, geht Adam in den nahe gelegenen Wald. Dort trifft er die Schlange und klagt ihr sein Herzeleid. Von Mitleid gepackt, sagt die Schlange ihre Unterstützung zu. Sie probiert dieses und jenes aus, um Eva - wenigstens für ein paar Stunden - aus dem Paradies zu locken. Am Ende gelingt der Plan, jedoch nicht ganz so, wie sich das Adam erträumt hat:

Was Adam aber nicht mit plant,
ja nicht mal ansatzweise ahnt,
er wird auch aus dem vielgepriesenen
Paradiese ausgewiesen.
"Es gibt ein Gebot seinen Nächsten zu ehren,
da kannst du, Adam, noch recht viel lernen.
Du hast auch deine Zipperlein,
drum bilde dir nicht zu viel ein.
Reden und Schweigen hat beides was,"
sagt Gott, und entschwindet im hüfthohen Gras.
Das war’s :)

Die nicht ganz ernst gemeinten Verse und Wahrheiten von Ottilia wurden untermalt von den grossartigen Klängen der Sürmelgugge, die nach jedem Lied begeistert beklatscht wurde. Ottilia spricht wohl mit folgenden Versli den Gottesdienstbesuchern aus der Seele:

Ich, Ottilia, bin restlos froh,
und hoffe, ihr macht immer weiter so.
Es wäre schön, man sähe sich nächstes Jahr,
ich bin auf jeden Fall wieder da.
Zwar dann schon mit 82 Jahren,
und sicher mit noch mehr grauen Haaren,
aber ich halte mich extra jung und fit,
denn ich hoffe, ihr macht dann wieder mit.
Fastnacht-Gottesdienst 2020
24.02.2020
6 Bilder
Fotograf/-in
Willi Baldinger