Gottesdienst Plus: Ein Gott, drei Religionen, über 40 Mitarbeitende und eine Schweigeminute

IMGP6090 Kopie<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-rheinfelden.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>711</div><div class='bid' style='display:none;'>8024</div><div class='usr' style='display:none;'>41</div>

In die zwei Stunden am Sonntagmorgen ist unglaublich viel hineingeflossen: Gedanken, Ideen und Herzblut, Vorbereitungssitzungen und intensive Proben.
Leszek Ruszkowski,
Die Stunden während es gebastelt, gesammelt, während der Raum und die Technik eingerichtet, Gitarrengriffe eingeübt, Töne abgestimmt, Sprechrollen gelernt, Choreografie einstudiert wurde – die darf man gar nicht zählen. Die Vorbereitungen waren aber nicht immer schweisstreibend. Es wurde zwischendurch auch viel gelacht und die Leute haben sichtlich Spass gehabt, miteinander an einem Teil des Projekts zu arbeiten und etwas gemeinsam "auszubrüten". Das Werk, das man am Sonntag als "Gottesdienst Plus" erleben konnte, machte sie zurecht stolz und glücklich.

Das orientalische Dekor versetzte Gottesdienstbesucherinnen und –besucher in jene Weltgegend, in der der Monotheismus entstanden ist. Das Theater spielte eine Szene aus der Apostelgeschichte, in der zwei Welten aufeinander prallen: der Artemiskult in Ephesus und der Glaube des Paulus und seiner Begleiter.

Vor der Predigt, bei der es um das Nichtselbstverständliche unseres Glaubens an einen einzigen Gott ging, hörte die Gemeinde je ein Votum aus jüdischer und moslemischer Perspektive.

Peter Hurwitz sprach über die weltoffene Haltung seiner jüdischen Gemeinde das Bestreben die alten Bräuche und Traditionen neu für unsere Zeit zu interpretieren. Er betonte auch, dass es in der hebräischen Bibel nicht nur zur Gottesliebe, sondern auch zur Nächstenliebe aufgerufen wird. Das Gebot, den Nächsten zu lieben wie sich selbst, werde an einigen Stellen auch auf den Fremden und den Flüchtling bezogen. Kerem Adigüzel sorgte für einen bewegenden Moment als er eine Schweigeminute einlegte für alle Opfer von Gewalt unter dem Deckmantel der Religion: ob Juden, Christen, Moslems, Sikhs oder Menschen anderer Zugehörigkeit. Auf kurze Rede des jungen Moslems, die Offenheit ausstrahlte und den Wunsch nach aufrichtiger Verständigung zum Ausdruck brachte, reagierte die Gottesdienstgemeinde mit einem spontanen Applaus.

Die beiden Gäste wurden auch beim anschliessenden Mittagessen (orientalischer Kichererbsen-Curry!) in der Kirche von vielen Interessierten belagert und es ergaben sich persönliche Gespräche.
Einige Gottesdienstbesucher betonten, dass es wohltuend ist, in direkten Begegnungen die Vertreter der anderen Religionen kennenzulernen. "Der Glaube an einen einzigen Gott ist dazu bestimmt, verschiedene Völker miteinander zu verbinden, nicht dazu, sie in blutige Konflikte zu treiben", fasste eine Besucherin, den Sinn dieses Gottesdienstes ganz spontan zusammen.

Herzlichen Dank an alle, die sich an diesem Gottesdienst beteiligt haben: als MitarbeiterInnen, Gäste oder BesucherInnen.
aktualisiert mit kirchenweb.ch
Bereitgestellt: 24.06.2019