2026
Veranstaltungen fĂŒr
Verantwortlich fĂŒr diese Seite: Andreas Fischer
Bereitgestellt: 10.06.2026
So. 14.06.2026, 17.15 bis 21.00 Uhr
Kirchgemeindehaus Kaiseraugst, Kraftwerkstrasse 13, 4303 Kaiseraugst
Kirchgemeindehaus Kaiseraugst, Kraftwerkstrasse 13, 4303 Kaiseraugst
Pfarrperson: Andreas Fischer
Musik: Rani Orenstein
Kollekte: HEKS Flüchtlingsarbeit
«Der Tag geht zu Ende und die Ausstellung auch» (Viktor Hottinger).
Im letzten Gottesdienst im Rahmen der «indigo»-Ausstellung von Viktor Hottinger nehmen wir noch einmal Bezug auf das «Abendlied» von Matthias Claudius. Ihm ist das Triptychon des Rheinfelder Kunstmalers gewidmet, welches seit dem 12. April vorn in unserem Kirchenraum steht.
In der Predigt werde ich ein paar "Sachen" zum "Abendlied" sagen, die im Abendgottesdienst vom 31. Mai (Manuskript siehe unten) noch nicht zur Sprache gekommen sind.
Im Anschluss an den Gottesdienst feiern wir Finissage: Ab 18.30 Uhr gibt es ein Konzert mit dem Jazz-Trio «BRANDNEW STRINGS». Mit dabei Hottinger selbst, der auch Jazz-Kornettist ist!
Herzliche Einladung!
---
Aus dem Manuskript für den Abendgottesdienst vom 31. Mai zum „Abendlied“ von Matthias Claudius:
Einleitung
Um die Abendlieder zu verstehen, muss man sich gleichsam auf die Sichthöhe des inneren Kindes begeben, muss sie einfach, «einfältig», wie Matthias Claudius sagt, mit reiner Seele.
Sonst wirken sie rasch einmal lächerlich und werden zur Zielscheibe von Hohn und Spott. Friedrich Schleiermacher, der grosse Philosoph und Theologe des 19. Jahrhunderts, wollte «Nun ruhen alle Wälder» aus dem Kirchengesangbuch werfen mit der Begründung, Gerhardt habe da lauter «Unsinn» geschrieben, das Lied sei eine «verworrene Aufzählung leerer Worte». Es könne eigentlich nicht in der Kirche gesungen werden, sondern genau genommen nur zuhause im Schlafzimmer beim Ausziehen.
Und ein anderer Rationalist schrieb:
«Wie kann man in unseren aufgeklärten Zeiten noch singen: Es ruht die ganze Welt, wenn man weiss, dass grade, wenn wir uns schlafen legen, unsere Antipoden wach werden, also höchstens die halbe Welt schläft...»
Man hat allen Ernstes die ersten Zeilen umgeschrieben und gesungen:
«Nun ruht und schläft im Friede,
von Tagsgeschäften müde,
ein grosser Teil der Welt…»
(alles nach Albrecht Beutel, Spurensicherung)
Dass damit die poetische Schönheit hopps geht, aber nicht nur: auch der Friede, der sich in der inneren Welt, der Seelenwelt ausbreitet, geht hopps --- das haben die Rationalisten nicht bemerkt.
Versuchen wir also, «einfältig», «wie Kinder» die Worte des Abendlieds zu hören. Nach einer Überleitung werden wir es ein wenig später dann auch singen…
Abendlied
Der Mond ist aufgegangen,
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar.
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.
Wie ist die Welt so stille,
Und in der Dämmrung Hülle
So traulich und so hold!
Als eine stille Kammer,
Wo ihr des Tages Jammer
Verschlafen und vergessen sollt.
Seht ihr den Mond dort stehen? –
Er ist nur halb zu sehen,
Und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.
Wir stolze Menschenkinder
Sind eitel arme Sünder,
Und wissen gar nicht viel.
Wir spinnen Luftgespinnste
Und suchen viele Künste,
Und kommen weiter von dem Ziel.
Gott, laß uns dein Heil schauen,
Auf nichts Vergänglichs trauen,
Nicht Eitelkeit uns freun!
Laß uns einfältig werden,
Und vor dir hier auf Erden
Wie Kinder fromm und fröhlich seyn!
Wollst endlich sonder Grämen
Aus dieser Welt uns nehmen
Durch einen sanften Tod!
Und, wenn du uns genommen,
Laß uns im Himmel kommen,
Du unser Herr und unser Gott!
So legt euch denn, ihr Brüder,
In Gottes Namen nieder;
Kalt ist der Abendhauch.
Verschon’ uns, Gott! mit Strafen,
Und laß uns ruhig schlafen!
Und unsern kranken Nachbar auch!
Überleitung
Im Vorfeld dieses Gottesdienstes sagte jemand salopp zu mir, statt sich an so einem Abend in der Kirche Bilder vom Mond anzuschauen und ein Gedicht über den Mond anzuhören, gehe er lieber in den Wald und schaue das Original an.
Dieselbe Thema bringt der deutsche Schriftsteller Franz Fühmann in einem Text über das Abendlied zur Sprache:
„Die Abendstille kann unzweifelhaft ein bewegendes Erlebnis sein, ein jeder von uns hat das erfahren, allein es ist nicht einzusehen, dass man dieses Erlebnis durch ein Gedicht statt durch die Natur selber erneuern sollte.“ (154)
Wenn man dem Stadtqualm entrinnen wolle, sagt Fühmann weiter, wäre es doch eigentlich näherliegend, dass man in den Wald geht als in die Bibliothek – oder eben in die Kirche.
Doch dann kommt Fühmann in einem langen, tiefschürfenden Essay zur Einsicht, dass Kunst – sei es Musik, sei es Malerei, sei es Poesie – etwas zu leisten imstande ist, was die unmittelbare Naturbetrachtung so nicht leisten kann.
Kunst, ich sage das jetzt verkürzt und hoffentlich verständlich, schafft eine Verbindung von der äusseren mit der inneren Welt, der Seele, von „Menschenaussen und Menscheninnen“, wie Fühmann schreibt, Kunst schafft „die Verschränkung dessen, was sowohl draussen wie drinnen ist, von physischen wie von psychischen Realitäten.“ (nach 198f.)
Das Triptychon hier vorn ist nicht einfach das Abbild des Monds draussen, sind nicht Kopien des Originals, das man besichtigen könnte, wenn man nur aus der Kirche raus gehen würde.
Viktor Hottinger hat mir erzählt, dass vor zehn Jahren seine Frau Käthi, erst sechzigjährig, gestorben sei:
„Danach habe er zwei Jahre lang nichts mehr in die Hand genommen, keinen Pinsel, kein Kornett. Doch dann sagte etwas in ihm: «Jetzt musst du einfach!» «Bilder aus dem richtigen Leben» lautete der Titel der viel beachteten Ausstellung in der Rheinfelder Johanniterkapelle, mit der er 2019 in die Öffentlichkeit zurückkehrte.“
Im Zentrum jener Ausstellung stand eben dieses Triptychon zum «Abendlied»:
„Eine Zeile war es, die Viktor Hottinger damals, beim Tod seiner Frau, besonders berührte – «und unsern kranken Nachbarn auch». Auch wenn Käthi, Mutter seiner beiden Söhne und die Liebe seines Lebens, für ihn mehr war als ein Nachbar: Die Zeile wirkte tröstlich.“
Was Viktor Hottinger mir da erzählt hat – und was so im » Porträt nachzulesen ist –, das lässt einen ahnen: Dieses Triptychon, das ist viel mehr als die Abbildung einer Landschaft mit Mond draussen. In diesen Bildern ist Liebe, ist gemeinsame Lebensgeschichte, ist Abschied, sind all die damit verbundenen Emotionen hineingemalt.
„Menschheitssubstanz“ ist da hineingemalt, um es mit dem schon erwähnten Schriftsteller Franz Fühmann zu sagen:
„Je mehr Menschheitssubstanz erfahrener Welt in ein Kunstwerk eingegangen ist, um so grösser ist seine Mächtigkeit. Hier liegt der Grund, warum Kunst nicht auf Befehl herbeischaffbar ist: Dort, wo die Substanz der Erfahrung fehlt, hilft auch der beste Wille nicht weiter.“
Doch, sagt Fühmann weiter, auch das Umgekehrte gilt: Es kann etwas ganz und gar Individuelles, Persönliches, wenn es aus dieser „Menschheitssubstanz erfahrener Welt“ geschaffen ist, zu einer „Menschheitsaussage“ wachsen. Und wenn andere das dann sehen oder hören oder lesen, dann denken sie: Dieser Komponist, diese Dichterin, dieser Maler hat mir aus der Seele gesprochen. SO IST ES; Fühmann schreibt:
„SO IST ES – man hat es ja schon immer gewusst, es hat einem auf der Seele gebrannt, nur konnte man’s nicht in Worte fassen, darum hat der Menschenbruder, hat die Menschenschwester für einen gesprochen, und siehe… man könnte es nicht einfacher sagen, aber eben darum auch gültiger nicht.“ (198)
Diese Worte von Franz Fühmann scheinen mir in besonderem Mass für das „Abendlied“ von Matthias Claudius zu gelten: „Man könnte es nicht einfacher sagen, aber eben darum auch nicht gültiger.“ Es gilt für diese letzte Zeile von unfassbarer Schlichtheit und Tiefe: „und unseren kranken Nachbarn auch“, es gilt für die erste Strophe, es gilt für das ganze Gedicht, für das ganze Abendlied. Singen wir es!
Lied: „Der Mond ist aufgegangen“ (599, 1-7)
Predigt
Das Abendlied von Matthias Claudius ist das bekannteste deutsche Gedicht überhaupt, bekannter noch als „Wandrers Nachtlied“ und der „Erlkönig“ von Johann Wolfgang von Goethe.
Das ist nicht nur gefühlt so, das lässt sich auch an Zahlen zeigen (Andreas Mauz). Es gibt eine statistische Auswertung von zweihundert deutschsprachigen Gedichtsammlungen, die das nachweist. Den Dichterfürsten Goethe dürfte das im Grab noch plagen – er verachtete Claudius, bezeichnete ihn als „Narren und Einfaltspinsel“ («Narr[en]“ „voller Einfaltsprätensionen»).
Goethe ist mit seinem Urteil nicht allein. Matthias Claudius war zeitlebens ein Aussenseiter, den Theologen war er zu poetisch, den Literaten war er zu fromm, hier und dort eine Randfigur (nach Beutel). Treffend hat ihn der grosse Schriftsteller der Romantik, Joseph von Eichendorff, beschrieben als einen, „der zwischen Diesseits und Jenseits unermüdlich auf- und abgeht“.
Dieses „Auf- und Abgehen zwischen Diesseits und Jenseits“ zeigt sich schön in unserem Abendlied. Schon dieser Titel, „Abendlied“, der auf Matthias Claudius selber zurückgeht – schon dieser Titel bezeichnet ein Dazwischen:
Ein Abendlied ist einerseits ein Volkslied, andererseits ist es religiöse Dichtung. Das Abendlied von Matthias Claudius ist ganz früh schon (von Johann Gottfried Herder) in eine zeitgenössische Sammlung von Volksliedern aufgenommen worden – bezeichnenderweise hat man dabei allerdings die fünfte und die sechste Strophe weggelassen, also jene Strophen, in denen Gott direkt angesprochen wird und sich das Gedicht in ein Gebet verwandelt.
Das war nicht im Sinn von Matthias Claudius, der sich, wie eingangs erwähnt, bewusst auf das Lied von Paul Gerhardt bezogen hat: „Nun ruhen alle Wälder“. Damit machte Claudius deutlich: Für ihn ist das Abendlied wesentlich ein religiöses Lied.
Also: schon bei dieser Überschrift, dieser Gattungsbezeichnung „Abendlied“ befinden wir uns am Rand, auf der Grenze, in einem Zwischenbereich.
„Zwischen Licht“, mit dieser schönen Formulierung beschreibt Viktor Hottinger die blaue Stunde, diese Zeit, wo es nicht mehr Tag ist und noch nicht Nacht. Die Zeit „zwischen Licht“ ist die Zeit des Abendlieds.
Ich möchte mich in zwei Gedankengängen zwei der drei Strophen des Abendlieds zuwenden, die hier vorn auf dem Triptychon stehen – mit der dritten (Cliffhanger!) befassen wir uns dann bei der Finissage đ.
Gehen wir zur ersten:
Der Mond ist aufgegangen,
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar.
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.
Man bezeichnet diese erste Strophe in der Literaturwissenschaft als „Natureingang“. Es ist die Schilderung einer Landschaft, die wir alle schon gesehen haben. Ganz leise aber deutet sich in dieser Landschaft ein Änedraa an, ein Jenseits mitten im Diesseits.
Der geheimnisvolle Nebel, der aufsteigt, könnte ein Hinweis sein auf diese Transzendenz. Und dann das Wort „wunderbar“ ganz am Schluss der Strophe.
Und wenn wir uns tiefer in die poetische Struktur des Gedichts hinein versenken, dann sehen wir: Das „Abendlied“ ist in sogenannten Schweifreimen geschrieben. Die ersten beiden Zeilen reimen sich: „aufgegangen“ – „prangen“. Ebenso bilden die vierte und die fünfte Zeile einen Reim: „schweiget“ – „steiget“. Die dritte Zeile aber, die bleibt in der Schwebe – auf „klar“ reimt sich zunächst nichts. Es bildet einen Schweif, einen Bogen hin zu „wunderbar“ am Schluss der Strophe. Dadurch entstehen zwei Teile in dieser Strophe à je drei Zeilen, zwei sogenannte Terzette.
Hören wir noch einmal das zweite Terzett:
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.
In diesem zweiten Teil senkt sich der Blick des Dichters, wendet sich der Erde zu; klanglich sind die Zeilen zusammengehalten durch viele W’s: Wald, Wiesen, weiss, wunderbar; besonders eindringlich ist die Doppelung „schwarz und schweiget“. Die Szene ist gemalt in sogenannt unbunten Farben, im Kontrast von schwarz und weiss (schwarzer Wald, weisser Nebel).
Gehen wir noch einmal zurück zum ersten Terzett, den ersten drei Zeilen:
Der Mond ist aufgegangen,
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar.
Der Blick hebt sich, der Mond geht auf, hell am Himmel stehen die Sterne. Nicht schwarz, sondern golden ist ihre Farbe, und die Farbe des Hintergrunds am Himmel ist Indigo. Bei all seinen Mond-Bildern, hat Viktor Hottinger mir erzählt, habe er kein Schwarz, sondern, eben, Indigo verwendet, das er dann mit anderen Buntfarben zur gewünschten dunklen Tönung vermischte.
Es ist ein deutlicher Kontrast zwischen dem ersten und dem zweiten Terzett, zwischen Mond und Wald, zwischen Himmel und Erde.
Dieser Gegensatz lässt einen ahnen, dass es bei dieser ersten Strophe um mehr geht als um eine Naturbetrachtung. Dem Blick hoch zum Himmel, dem öffnet sich, „wunderbar“, der Blick ins Änedraa, man wird hineingenommen in diese Bewegung des Auf- und Abgehens zwischen Diesseits und Jenseits, die ich vorher erwähnt habe.
Wieder also bewegen wir uns auf einer Grenze, wieder befinden wir uns im Übergang. Symbol dieses Übergangs ist der Mond. Er ist, wie es in einem Kommentar schön heisst, das Tor zur „Geheimnisseite der Welt“. „Jenseits des Mondes ist alles unvergänglich“, hat Matthias Claudius selber einmal gesagt.
Seht ihr den Mond dort stehen? –
Er ist nur halb zu sehen,
Und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.
Diese Strophe steht auf dem mittleren Bild des Triptychons. Ich dachte zunächst, es sei etwas merkwürdig, dass im Gedicht von einem Halbmond die Rede ist („er ist nur halb zu sehen“) und auf dem Bild ein Vollmond leuchtet.
Doch als ich dann die Kommentare zum „Abendlied“ las, stellte ich fest, dass Viktor Hottinger Matthias Claudius richtig verstanden hat: „Nur halb zu sehen“ ist der Mond für uns nicht, weil Halbmond ist, sondern weil uns die Rückseite des Monds verborgen bleibt. Ob Voll- oder Halb- oder Leermond – unabhängig vom Mondstand sehen wir sowieso immer nur die uns zugewandte Seite des Monds.
Es gibt sie aber, die dunkle Seite des Monds, die Rückseite der Wirklichkeit, es gibt das Änedraa, das Verborgene, das Unsichtbare. Und dieses Unsichtbare ist die eigentlich wahre Wirklichkeit. Der Apostel Paulus sagt in einem Spitzensatz: „Das Sichtbare ist vergänglich, das Unsichtbare aber ist ewig.“
Der Mond mit seiner sichtbaren und seiner verborgenen Seite schafft den Übergang, den Zugang zum Ewigen. Eben, wie Matthias Claudius schreibt: „Jenseits des Monds ist alles unvergänglich.“
Zeitgenossen haben von Matthias Claudius gesagt, er sei „ein Mensch voll Mondlicht“ gewesen, habe „immer Mondschein im Herzen“ getragen.
In jungen Jahren hat er geradezu Liebeserklärungen an den Mond geschrieben: „Stille glänzende Freundin, ich habe Sie lange heimlich geliebt“, heisst es in einem dieser Liebesbriefe.
Interessanterweise sieht Matthias Claudius den Mond also weiblich, wie das die biblischen Sprachen auch tun, hebräisch und griechisch, und auch die romanischen Sprachen. Dort ist der Mond die luna, und die Sonne ist der sol, männlich.
Die Luna schafft Zugang zur Nacht und damit verbunden zum Unbewussten, zu den Bereichen, die C.G. Jung Schatten nennt. Im Lied von Paul Gerhardt, das wir vorher gesungen haben, heisst es: „Wo bist du, Sonne, blieben, die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind.“ Die Nacht ist bedrohlich, die Auferstehung ereignet sich am Morgen, Ostern bedeutet Aurora, Sonnenaufgang, die Sonne ist im Christentum Symbol für Jesus Christus und Licht ist die Substanz Gottes.
Doch Matthias Claudius, dieser Grenzgänger, dieser Aussenseiter, wendet sich der Luna zu, taucht ein ins Dunkel, dort, wo es still wird, ganz still. „Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt.“ Eine ruhige Nacht wünsche ich uns. Bhüet eus, Gott!
Im letzten Gottesdienst im Rahmen der «indigo»-Ausstellung von Viktor Hottinger nehmen wir noch einmal Bezug auf das «Abendlied» von Matthias Claudius. Ihm ist das Triptychon des Rheinfelder Kunstmalers gewidmet, welches seit dem 12. April vorn in unserem Kirchenraum steht.
In der Predigt werde ich ein paar "Sachen" zum "Abendlied" sagen, die im Abendgottesdienst vom 31. Mai (Manuskript siehe unten) noch nicht zur Sprache gekommen sind.
Im Anschluss an den Gottesdienst feiern wir Finissage: Ab 18.30 Uhr gibt es ein Konzert mit dem Jazz-Trio «BRANDNEW STRINGS». Mit dabei Hottinger selbst, der auch Jazz-Kornettist ist!
Herzliche Einladung!
---
Aus dem Manuskript für den Abendgottesdienst vom 31. Mai zum „Abendlied“ von Matthias Claudius:
Einleitung
Um die Abendlieder zu verstehen, muss man sich gleichsam auf die Sichthöhe des inneren Kindes begeben, muss sie einfach, «einfältig», wie Matthias Claudius sagt, mit reiner Seele.
Sonst wirken sie rasch einmal lächerlich und werden zur Zielscheibe von Hohn und Spott. Friedrich Schleiermacher, der grosse Philosoph und Theologe des 19. Jahrhunderts, wollte «Nun ruhen alle Wälder» aus dem Kirchengesangbuch werfen mit der Begründung, Gerhardt habe da lauter «Unsinn» geschrieben, das Lied sei eine «verworrene Aufzählung leerer Worte». Es könne eigentlich nicht in der Kirche gesungen werden, sondern genau genommen nur zuhause im Schlafzimmer beim Ausziehen.
Und ein anderer Rationalist schrieb:
«Wie kann man in unseren aufgeklärten Zeiten noch singen: Es ruht die ganze Welt, wenn man weiss, dass grade, wenn wir uns schlafen legen, unsere Antipoden wach werden, also höchstens die halbe Welt schläft...»
Man hat allen Ernstes die ersten Zeilen umgeschrieben und gesungen:
«Nun ruht und schläft im Friede,
von Tagsgeschäften müde,
ein grosser Teil der Welt…»
(alles nach Albrecht Beutel, Spurensicherung)
Dass damit die poetische Schönheit hopps geht, aber nicht nur: auch der Friede, der sich in der inneren Welt, der Seelenwelt ausbreitet, geht hopps --- das haben die Rationalisten nicht bemerkt.
Versuchen wir also, «einfältig», «wie Kinder» die Worte des Abendlieds zu hören. Nach einer Überleitung werden wir es ein wenig später dann auch singen…
Abendlied
Der Mond ist aufgegangen,
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar.
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.
Wie ist die Welt so stille,
Und in der Dämmrung Hülle
So traulich und so hold!
Als eine stille Kammer,
Wo ihr des Tages Jammer
Verschlafen und vergessen sollt.
Seht ihr den Mond dort stehen? –
Er ist nur halb zu sehen,
Und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.
Wir stolze Menschenkinder
Sind eitel arme Sünder,
Und wissen gar nicht viel.
Wir spinnen Luftgespinnste
Und suchen viele Künste,
Und kommen weiter von dem Ziel.
Gott, laß uns dein Heil schauen,
Auf nichts Vergänglichs trauen,
Nicht Eitelkeit uns freun!
Laß uns einfältig werden,
Und vor dir hier auf Erden
Wie Kinder fromm und fröhlich seyn!
Wollst endlich sonder Grämen
Aus dieser Welt uns nehmen
Durch einen sanften Tod!
Und, wenn du uns genommen,
Laß uns im Himmel kommen,
Du unser Herr und unser Gott!
So legt euch denn, ihr Brüder,
In Gottes Namen nieder;
Kalt ist der Abendhauch.
Verschon’ uns, Gott! mit Strafen,
Und laß uns ruhig schlafen!
Und unsern kranken Nachbar auch!
Überleitung
Im Vorfeld dieses Gottesdienstes sagte jemand salopp zu mir, statt sich an so einem Abend in der Kirche Bilder vom Mond anzuschauen und ein Gedicht über den Mond anzuhören, gehe er lieber in den Wald und schaue das Original an.
Dieselbe Thema bringt der deutsche Schriftsteller Franz Fühmann in einem Text über das Abendlied zur Sprache:
„Die Abendstille kann unzweifelhaft ein bewegendes Erlebnis sein, ein jeder von uns hat das erfahren, allein es ist nicht einzusehen, dass man dieses Erlebnis durch ein Gedicht statt durch die Natur selber erneuern sollte.“ (154)
Wenn man dem Stadtqualm entrinnen wolle, sagt Fühmann weiter, wäre es doch eigentlich näherliegend, dass man in den Wald geht als in die Bibliothek – oder eben in die Kirche.
Doch dann kommt Fühmann in einem langen, tiefschürfenden Essay zur Einsicht, dass Kunst – sei es Musik, sei es Malerei, sei es Poesie – etwas zu leisten imstande ist, was die unmittelbare Naturbetrachtung so nicht leisten kann.
Kunst, ich sage das jetzt verkürzt und hoffentlich verständlich, schafft eine Verbindung von der äusseren mit der inneren Welt, der Seele, von „Menschenaussen und Menscheninnen“, wie Fühmann schreibt, Kunst schafft „die Verschränkung dessen, was sowohl draussen wie drinnen ist, von physischen wie von psychischen Realitäten.“ (nach 198f.)
Das Triptychon hier vorn ist nicht einfach das Abbild des Monds draussen, sind nicht Kopien des Originals, das man besichtigen könnte, wenn man nur aus der Kirche raus gehen würde.
Viktor Hottinger hat mir erzählt, dass vor zehn Jahren seine Frau Käthi, erst sechzigjährig, gestorben sei:
„Danach habe er zwei Jahre lang nichts mehr in die Hand genommen, keinen Pinsel, kein Kornett. Doch dann sagte etwas in ihm: «Jetzt musst du einfach!» «Bilder aus dem richtigen Leben» lautete der Titel der viel beachteten Ausstellung in der Rheinfelder Johanniterkapelle, mit der er 2019 in die Öffentlichkeit zurückkehrte.“
Im Zentrum jener Ausstellung stand eben dieses Triptychon zum «Abendlied»:
„Eine Zeile war es, die Viktor Hottinger damals, beim Tod seiner Frau, besonders berührte – «und unsern kranken Nachbarn auch». Auch wenn Käthi, Mutter seiner beiden Söhne und die Liebe seines Lebens, für ihn mehr war als ein Nachbar: Die Zeile wirkte tröstlich.“
Was Viktor Hottinger mir da erzählt hat – und was so im » Porträt nachzulesen ist –, das lässt einen ahnen: Dieses Triptychon, das ist viel mehr als die Abbildung einer Landschaft mit Mond draussen. In diesen Bildern ist Liebe, ist gemeinsame Lebensgeschichte, ist Abschied, sind all die damit verbundenen Emotionen hineingemalt.
„Menschheitssubstanz“ ist da hineingemalt, um es mit dem schon erwähnten Schriftsteller Franz Fühmann zu sagen:
„Je mehr Menschheitssubstanz erfahrener Welt in ein Kunstwerk eingegangen ist, um so grösser ist seine Mächtigkeit. Hier liegt der Grund, warum Kunst nicht auf Befehl herbeischaffbar ist: Dort, wo die Substanz der Erfahrung fehlt, hilft auch der beste Wille nicht weiter.“
Doch, sagt Fühmann weiter, auch das Umgekehrte gilt: Es kann etwas ganz und gar Individuelles, Persönliches, wenn es aus dieser „Menschheitssubstanz erfahrener Welt“ geschaffen ist, zu einer „Menschheitsaussage“ wachsen. Und wenn andere das dann sehen oder hören oder lesen, dann denken sie: Dieser Komponist, diese Dichterin, dieser Maler hat mir aus der Seele gesprochen. SO IST ES; Fühmann schreibt:
„SO IST ES – man hat es ja schon immer gewusst, es hat einem auf der Seele gebrannt, nur konnte man’s nicht in Worte fassen, darum hat der Menschenbruder, hat die Menschenschwester für einen gesprochen, und siehe… man könnte es nicht einfacher sagen, aber eben darum auch gültiger nicht.“ (198)
Diese Worte von Franz Fühmann scheinen mir in besonderem Mass für das „Abendlied“ von Matthias Claudius zu gelten: „Man könnte es nicht einfacher sagen, aber eben darum auch nicht gültiger.“ Es gilt für diese letzte Zeile von unfassbarer Schlichtheit und Tiefe: „und unseren kranken Nachbarn auch“, es gilt für die erste Strophe, es gilt für das ganze Gedicht, für das ganze Abendlied. Singen wir es!
Lied: „Der Mond ist aufgegangen“ (599, 1-7)
Predigt
Das Abendlied von Matthias Claudius ist das bekannteste deutsche Gedicht überhaupt, bekannter noch als „Wandrers Nachtlied“ und der „Erlkönig“ von Johann Wolfgang von Goethe.
Das ist nicht nur gefühlt so, das lässt sich auch an Zahlen zeigen (Andreas Mauz). Es gibt eine statistische Auswertung von zweihundert deutschsprachigen Gedichtsammlungen, die das nachweist. Den Dichterfürsten Goethe dürfte das im Grab noch plagen – er verachtete Claudius, bezeichnete ihn als „Narren und Einfaltspinsel“ («Narr[en]“ „voller Einfaltsprätensionen»).
Goethe ist mit seinem Urteil nicht allein. Matthias Claudius war zeitlebens ein Aussenseiter, den Theologen war er zu poetisch, den Literaten war er zu fromm, hier und dort eine Randfigur (nach Beutel). Treffend hat ihn der grosse Schriftsteller der Romantik, Joseph von Eichendorff, beschrieben als einen, „der zwischen Diesseits und Jenseits unermüdlich auf- und abgeht“.
Dieses „Auf- und Abgehen zwischen Diesseits und Jenseits“ zeigt sich schön in unserem Abendlied. Schon dieser Titel, „Abendlied“, der auf Matthias Claudius selber zurückgeht – schon dieser Titel bezeichnet ein Dazwischen:
Ein Abendlied ist einerseits ein Volkslied, andererseits ist es religiöse Dichtung. Das Abendlied von Matthias Claudius ist ganz früh schon (von Johann Gottfried Herder) in eine zeitgenössische Sammlung von Volksliedern aufgenommen worden – bezeichnenderweise hat man dabei allerdings die fünfte und die sechste Strophe weggelassen, also jene Strophen, in denen Gott direkt angesprochen wird und sich das Gedicht in ein Gebet verwandelt.
Das war nicht im Sinn von Matthias Claudius, der sich, wie eingangs erwähnt, bewusst auf das Lied von Paul Gerhardt bezogen hat: „Nun ruhen alle Wälder“. Damit machte Claudius deutlich: Für ihn ist das Abendlied wesentlich ein religiöses Lied.
Also: schon bei dieser Überschrift, dieser Gattungsbezeichnung „Abendlied“ befinden wir uns am Rand, auf der Grenze, in einem Zwischenbereich.
„Zwischen Licht“, mit dieser schönen Formulierung beschreibt Viktor Hottinger die blaue Stunde, diese Zeit, wo es nicht mehr Tag ist und noch nicht Nacht. Die Zeit „zwischen Licht“ ist die Zeit des Abendlieds.
Ich möchte mich in zwei Gedankengängen zwei der drei Strophen des Abendlieds zuwenden, die hier vorn auf dem Triptychon stehen – mit der dritten (Cliffhanger!) befassen wir uns dann bei der Finissage đ.
Gehen wir zur ersten:
Der Mond ist aufgegangen,
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar.
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.
Man bezeichnet diese erste Strophe in der Literaturwissenschaft als „Natureingang“. Es ist die Schilderung einer Landschaft, die wir alle schon gesehen haben. Ganz leise aber deutet sich in dieser Landschaft ein Änedraa an, ein Jenseits mitten im Diesseits.
Der geheimnisvolle Nebel, der aufsteigt, könnte ein Hinweis sein auf diese Transzendenz. Und dann das Wort „wunderbar“ ganz am Schluss der Strophe.
Und wenn wir uns tiefer in die poetische Struktur des Gedichts hinein versenken, dann sehen wir: Das „Abendlied“ ist in sogenannten Schweifreimen geschrieben. Die ersten beiden Zeilen reimen sich: „aufgegangen“ – „prangen“. Ebenso bilden die vierte und die fünfte Zeile einen Reim: „schweiget“ – „steiget“. Die dritte Zeile aber, die bleibt in der Schwebe – auf „klar“ reimt sich zunächst nichts. Es bildet einen Schweif, einen Bogen hin zu „wunderbar“ am Schluss der Strophe. Dadurch entstehen zwei Teile in dieser Strophe à je drei Zeilen, zwei sogenannte Terzette.
Hören wir noch einmal das zweite Terzett:
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.
In diesem zweiten Teil senkt sich der Blick des Dichters, wendet sich der Erde zu; klanglich sind die Zeilen zusammengehalten durch viele W’s: Wald, Wiesen, weiss, wunderbar; besonders eindringlich ist die Doppelung „schwarz und schweiget“. Die Szene ist gemalt in sogenannt unbunten Farben, im Kontrast von schwarz und weiss (schwarzer Wald, weisser Nebel).
Gehen wir noch einmal zurück zum ersten Terzett, den ersten drei Zeilen:
Der Mond ist aufgegangen,
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar.
Der Blick hebt sich, der Mond geht auf, hell am Himmel stehen die Sterne. Nicht schwarz, sondern golden ist ihre Farbe, und die Farbe des Hintergrunds am Himmel ist Indigo. Bei all seinen Mond-Bildern, hat Viktor Hottinger mir erzählt, habe er kein Schwarz, sondern, eben, Indigo verwendet, das er dann mit anderen Buntfarben zur gewünschten dunklen Tönung vermischte.
Es ist ein deutlicher Kontrast zwischen dem ersten und dem zweiten Terzett, zwischen Mond und Wald, zwischen Himmel und Erde.
Dieser Gegensatz lässt einen ahnen, dass es bei dieser ersten Strophe um mehr geht als um eine Naturbetrachtung. Dem Blick hoch zum Himmel, dem öffnet sich, „wunderbar“, der Blick ins Änedraa, man wird hineingenommen in diese Bewegung des Auf- und Abgehens zwischen Diesseits und Jenseits, die ich vorher erwähnt habe.
Wieder also bewegen wir uns auf einer Grenze, wieder befinden wir uns im Übergang. Symbol dieses Übergangs ist der Mond. Er ist, wie es in einem Kommentar schön heisst, das Tor zur „Geheimnisseite der Welt“. „Jenseits des Mondes ist alles unvergänglich“, hat Matthias Claudius selber einmal gesagt.
Seht ihr den Mond dort stehen? –
Er ist nur halb zu sehen,
Und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.
Diese Strophe steht auf dem mittleren Bild des Triptychons. Ich dachte zunächst, es sei etwas merkwürdig, dass im Gedicht von einem Halbmond die Rede ist („er ist nur halb zu sehen“) und auf dem Bild ein Vollmond leuchtet.
Doch als ich dann die Kommentare zum „Abendlied“ las, stellte ich fest, dass Viktor Hottinger Matthias Claudius richtig verstanden hat: „Nur halb zu sehen“ ist der Mond für uns nicht, weil Halbmond ist, sondern weil uns die Rückseite des Monds verborgen bleibt. Ob Voll- oder Halb- oder Leermond – unabhängig vom Mondstand sehen wir sowieso immer nur die uns zugewandte Seite des Monds.
Es gibt sie aber, die dunkle Seite des Monds, die Rückseite der Wirklichkeit, es gibt das Änedraa, das Verborgene, das Unsichtbare. Und dieses Unsichtbare ist die eigentlich wahre Wirklichkeit. Der Apostel Paulus sagt in einem Spitzensatz: „Das Sichtbare ist vergänglich, das Unsichtbare aber ist ewig.“
Der Mond mit seiner sichtbaren und seiner verborgenen Seite schafft den Übergang, den Zugang zum Ewigen. Eben, wie Matthias Claudius schreibt: „Jenseits des Monds ist alles unvergänglich.“
Zeitgenossen haben von Matthias Claudius gesagt, er sei „ein Mensch voll Mondlicht“ gewesen, habe „immer Mondschein im Herzen“ getragen.
In jungen Jahren hat er geradezu Liebeserklärungen an den Mond geschrieben: „Stille glänzende Freundin, ich habe Sie lange heimlich geliebt“, heisst es in einem dieser Liebesbriefe.
Interessanterweise sieht Matthias Claudius den Mond also weiblich, wie das die biblischen Sprachen auch tun, hebräisch und griechisch, und auch die romanischen Sprachen. Dort ist der Mond die luna, und die Sonne ist der sol, männlich.
Die Luna schafft Zugang zur Nacht und damit verbunden zum Unbewussten, zu den Bereichen, die C.G. Jung Schatten nennt. Im Lied von Paul Gerhardt, das wir vorher gesungen haben, heisst es: „Wo bist du, Sonne, blieben, die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind.“ Die Nacht ist bedrohlich, die Auferstehung ereignet sich am Morgen, Ostern bedeutet Aurora, Sonnenaufgang, die Sonne ist im Christentum Symbol für Jesus Christus und Licht ist die Substanz Gottes.
Doch Matthias Claudius, dieser Grenzgänger, dieser Aussenseiter, wendet sich der Luna zu, taucht ein ins Dunkel, dort, wo es still wird, ganz still. „Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt.“ Eine ruhige Nacht wünsche ich uns. Bhüet eus, Gott!
Kontakt: Pfr. Andreas Fischer



