"Seine Seele Glück sehen lassen": Gottesdienst mit Predigt zu Kohelet

Momente (Foto: Jutta Wurm) — Wandbehang im Kirchgemeindehaus Kaiseraugst
Musik: Assel Abilseitova
Kollekte: Inlandprojekt: Carton du Coeur
„Heutzutage ist jeder glücklich“, schreibt der deutsch-amerikanische Philosoph » Erich Fromm, aus „Brave New World“ von Aldous Huxley zitierend, beissend ironisch: „Des Menschen Glück besteht heute darin, ‚seinen Spass zu haben‘. Und man hat seinen Spass, wenn man sich Gebrauchsgüter, Bilder, Essen, Trinken, Zigaretten, Menschen, Zeitschriften, Bücher und Filme ‚einverleibt‘, indem man alles konsumiert, alles verschlingt.“ (Die Kunst des Liebens, S. 98f.)

Die Suche nach Glück ist das zentrale Thema des biblischen Buchs » Kohelet. Kohelet reizt als König den Konsum aus bis zum Exzess. Die finale Einsicht seines Königs-Experiments lautet, dass alles „Windhauch“ sei. Doch Kohelet sucht weiter, nun nicht mehr als König, sondern als Weiser. Die Suche, so viel sei verraten, kommt zum Ziel. Und dieses ist nicht etwa im Himmel zu finden, sondern hier auf Erden, in diesem Leib und Leben.

Eine der Schlüsselstellen in Kohelet lautet:

„Siehe, was ich gesehen habe: Wahres Glück besteht darin, zu essen und zu trinken und Gutes zu sehen bei all seiner Arbeit, mit der man sich abmüht unter der Sonne in der ganzen Zeit seines Lebens, die Gott einem gegeben hat. Das steht einem jeden zu als sein Teil. Wenn Gott einem Menschen Reichtum und Vermögen gibt und ihm ermöglicht, davon zu geniessen und seinen Teil davonzutragen und sich zu freuen an dem, wofür er sich abgemüht hat, dann ist das ein Gottesgeschenk: Er denkt nicht so oft an die wenigen Tage seines Lebens, denn Gott erfreut sein Herz.“ (5, 17-19)
Kontakt: Pfr. Andreas Fischer