Predigt: Streck deine Hand aus!

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Predigt vom 25. April 2021
von Pfrn. Christine Ruszkowski-Hauri
Christine Ruszkowski-Hauri,
Eingangswort
Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Mt 25,40


Eingangsgebet
Gütiger Gott,
Heute, am Sonntag Jubilate, kommen wir zu dir. Danke, dass wir miteinander Gottesdienst feiern dürfen. Danke, dass wir miteinander über das Wunder von Ostern nachdenken können.

Du siehst unsere Freude und Dankbarkeit. Zum Glück kennst du auch unsere Fragen und Zweifel. Du weißt, wo in unserem Leben wir anstehen, resignieren und nicht daran glauben, dass du alles neu machen kannst.
Vieles ist im Moment schwierig und beschäftigt uns, und doch befinden wir uns mitten in der Osterzeit.
Und so bitten wir dich: zeige uns den Weg zu einer tiefen, neuen Osterfreude, die trägt.
Wir bitten dich: komm du zu uns. Zeige uns einen Weg, dir zu begegnen. Zeige uns einen Weg, auf dem wir dir begegnen können –
dir, dem Gekreuzigten –
dir, dem Auferstandenen.
Wir sehnen uns nach einem Glauben mit Hand und Fuß, der lebendig ist, der etwas in uns bewirkt, der uns berührt und uns in Bewegung setzt.
Ja, komm zu uns, gütiger Gott. Erfülle uns mit deinem Heiligen Geist, verwandle unsere Zweifel in Gewissheit und unser Klagen in Jubel. Lass uns erfahren, dass dein Ton nicht vergebens war, dass er der Grundstein zum Leben ist – gerade heute. Amen.


Lesung RG 808 Mt 25,34b-40:
Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, empfangt als Erbe das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an. 35 Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen.
36 Ich war nackt, und ihr habt mich bekleidet. Ich war krank, und ihr habt euch meiner angenommen. Ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.
37 Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? 38 Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen, oder nackt und haben dich bekleidet? 39 Wann haben wir dich krank gesehen oder im Gefängnis und sind zu dir gekommen?
40 Und der König wird ihnen zur Antwort geben: Amen, ich sage euch: Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.

Zwischenspiel

Predigtlesung
Joh 20,24-29: Christus erscheint Thomas
Joh 20.24 Thomas, genannt Didymus (Zwilling), einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. 25 Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.
26 Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt und Thomas war dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch!
27 Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus — hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite - und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!
28 Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott!
29 Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.


Predigt:
Liebe Gemeinde,
„Zweifeln ist menschlich“, sagt ein altes Sprichwort. Das ist tröstlich. Es zeigt, dass es ganz normal ist, dass wir keinen unerschütterlichen Glauben haben und Vieles immer wieder in Frage stellen. Gerade das Osterwunder, der Kern unseres Glaubens, ist für uns immer wieder eine grosse Herausforderung: Wie können wir an die Auferstehung glauben, wenn so vieles in unserer Welt und in unserem Leben so gar nicht nach „Auferstehung“, nach neuem, gutem Leben aussieht?

Vor ein paar Wochen hat ein junger Mann aus unserer Kirchgemeinde, als wir auf Ostern zu reden kamen, zu mir gesagt: „Ach weisst du, das mit Ostern ist so eine Sache. Das ist doch eh nur eine schöne Geschichte...“.
Ich weiss, dass dieser Jugendliche mich immer gerne provoziert. Er stellt vieles in Frage, obwohl – oder vielleicht gerade weil ihm der Glaube und die Kirche nicht gleichgültig sind. Als wissenschaftlicher Geist ist er sehr kritisch und hat Mühe, Dinge zu glauben, die er mit seinem rationalen Denken nicht vereinen kann.
Wie viele Menschen kenne ich, denen es ähnlich geht wie diesem jungen Menschen, die Mühe haben mit dem Glauben, weil sie ihn nicht zusammenbringen können mit ihrem Leben, ihrem Wissen, ihrer Art zu denken.

Ebenfalls in den letzten Wochen hatte ich verschiedene Gespräche mit einem Patienten in der Reha. Er leidet seit vielen Jahren an einer schweren Krankheit. Gerade weil ihm der Glaube wichtig ist, bringt ihn seine Lebenswirklichkeit in grosse Bedrängnis. Wie kann Gott zulassen, dass Menschen so leiden müssen? Wie kann man an einen persönlichen Gott glauben, wenn er unsere Gebete nicht erhört? Gibt es ein Leben nach dem Tod – oder haben Menschen das alles erfunden, um die harte Realität unseres Daseins erträglicher zu machen?
Ich finde es gut, dass dieser Patient solche Fragen stellt und ausspricht. So kommen wir ins Gespräch und können gemeinsam Fragen und nach Antworten suchen. – Denn auch als Seelsorgerin habe ich ja keine „pfannenfertigen“ Antworten. Manchmal gilt es einfach, die Fragen und das Nichtwissen auszuhalten.

Und Fragen gibt es ja wirklich genug die uns im Moment das Leben – und manchmal auch den Glauben schwer machen. Und vielleicht haben Sie sich auch schon gefragt: Hat sich denn überhaupt etwas verändert seit der Auferstehung von Christus? Ist irgend etwas besser geworden – oder ist es so schlimm wie eh und je, oder noch viel schlimmer?
In letzter Zeit haben mein Mann und ich uns verschiedene Filme angeschaut - vom Sofa in der Stube aus natürlich - die alle sehr eindrücklich waren und auf erschreckende Weise zeigten, wie viel Unheil, Unrecht und Ungerechtigkeit auf unserer Welt geschieht:

Einer der Filme mit dem Titel „Ceux qui travaillent“ zeigt, wozu ein „ganz zivilisierter Mensch“ im Stande ist, wenn er durch unser komplexes Wirtschaftsgefüge unter Druck gerät. Die Hauptrolle in diesem Film spielt der Verantwortliche eines grossen Hochsee-Frachtschiffes. Er wird eines Tages darüber informiert, dass auf seinem Frachtschiff ein blinder Passagier aus Afrika gefunden worden ist, der vermutlich an Ebola erkrankt ist. Da es dem Frachtschiff nicht gestattet ist, mit einem Ebola-Kranken an Bord einzulaufen, muss der Verantwortliche zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden: Entweder an die afrikanische Küste zurückkehren und den blinden Passagier absetzen – oder den kranken Mann loswerden und ihn ins Meer werfen. Wäre das Frachtschiff nach Afrika zurückgekehrt, hätte das Tage in Anspruch genommen. Die Liefertermine hätten nicht eingehalten werden können – mit schwerwiegenden finanziellen Konsequenzen. So entscheidet sich der Verantwortliche schliesslich, den blinden Passagier über Bord werfen zu lassen, um seinen Zeitplan einhalten zu können... . Er trifft damit eine Fehlentscheidung, die sein ganzes zukünftiges Leben überschattet.

Dieser Film zeigt eine einzene Geschichte, die sich wohl aber tausendfach wiederholt – in immer neuen Facetten. Und das lässt die Frage aufkommen: In welcher Welt leben wir, wenn Geld mehr zählt als Menschenleben?

In einem anderen Film mit dem Titel „Seaspiracy“ wurde gezeigt, dass die ganzen Fisch-Labels, auf die wir als Konsumentinnen und Konsumenten vertrauen, wenig bis nichts taugen. Ein paar junge Reporter haben aufgezeigt, dass diese Labels eigentlich nichts anderes sind als Geldmache, und dass niemand wirklich kontrollieren kann, wie und unter welchen Bedingungen Fische gefangen werden. Auf den grossen Weltmeeren passiert Schreckliches: nicht nur werden die Meere leer gefischt und zerstört, sondern Menschen werden aufs Ärgste versklavt, zum Teil über Jahre festgehalten auf diesen riesigen Fangschiffen, damit der Fisch schnell verarbeitet und zu günstigen Preisen in unserer Läden kommen kann.
Die Labels, denen wir vertrauen, dienen vor allem unserer Gewissensberuhigung und sind zu einem riesigen Geschäft geworden, das weder der Natur noch den Arbeitenden in dieser Branche viel hilft.
Nach diesem Film war ich tief erschüttert. Wie können wir in so einer Welt überhaupt noch leben? Wie weit sind wir gekommen – und wo führt das alles noch hin? Wo ist in dieser Welt etwas zu spüren von Auferstehung und Leben?

Noch dritter Film spielt an der Grenze zu Mexiko und zeigt, wie junge Burschen, 14 oder 15-jährig, halbe Kinder, versuchen, über die Grenze illegal in die USA einzuwandern. Er zeigt das unermessliche Leiden, dass diese Kinder durchmachen, weil die meisten nie ans Ziel kommen, brutal ermordet oder in Gangs festgehalten werden. Er zeigt Mütter, die ihre Söhne haben ziehen lassen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben jenseits der Grenze. Er zeigt das unermessliche Leiden von Eltern, die jahrelang hoffen, von ihren Kindern wieder ein Lebenszeichen zu hören, aber im ungewissen bleiben.

Sie alle könnten wohl noch viele weitere Beispiele hinzufügen, die zeigen, wie es um unsere Umwelt, um unsere Mitmenschlichkeit, um unsere Solidarität steht.

Und so nochmals meine Frage in diese nachösterliche Zeit: was hat es mit der Auferstehung auf sich? Wo in unserer Welt erleben wir etwas von Auferstehung, von Seiner Liebe, die die Welt verändern kann?

Mit diesen Gedanken und Fragen beschäftigt habe ich vor zwei Wochen in Basel einen Gottesdienst besucht. Eine junge Pfarrerin, die ich auf ihrem Weg durchs Studium als Mentorin begleitet hatte, gestaltete den Gottesdienst. Als sie als Lesung diese Ostergeschichte von Thomas dem Zweifler las, hat mich ein Satz angesprochen wie nie zuvor. Es schien mir, als hätte ich sie noch gar nie so gehört, diese Worte von Jesus, die er zu Thomas sagt: „Streck deine Hand aus!“
„Das ist es!“, habe ich gedacht. Das ist die Antwort von Jesus auf die Frage von vielen von uns, auch au meine Frage, wie Auferstehung trotz allem Schwierigen erlebt und erfahren werden kann:
Auferstehung kann dort erfahrbar werden, wo ich, auf Jesu Wort hin, meine Hand ausstrecke, hin zum Leid dieser Welt, hin zu dem Wunden meiner Mitmenschen, hin zu den Menschen, die mich brauchen.
Wie oft strecken wir unsere Hände nach ganz anderen Dingen aus, nach Reichtum, Erfolg oder einem bequemen Leben.
Jesus aber sagt Thomas etwas anderes: Er soll die Hand ausstrecken, sich selber ausstrecken hin zum Leiden, zu den Wunden dieser Erde, um etwas von der Auferstehung zu begreifen.

Damit zeigt Jesus uns einmal mehr etwas sehr Grundlegendes: Seine Botschaft war ja nie darauf angelegt, riesige Schlagzeilen zu machen, zu beeindrucken, machtvoll daher zu kommen.
Seine Botschaft zeigt ihre Lebendigkeit, ihre Kraft im Kleinen. Sie ist für uns einzelne Menschen da, für Thomas, für die Jüngerinnen und Jünger, für Sie - für mich: Für uns, die wir oft ob der Ungerechtigkeit, dem Leid und der Not dieser Welt ins Zweifeln kommen.

Uns, jedem und jeder einzelnen von uns, sagt Christus: Streckt deine Hand aus! Strecke dich den Wunden dieser Erde entgegen, den Wunden der Menschen um dich her. Das wird dich verändern, dein ganzes Denken, deinen ganzen Glauben. Und auf einmal wirst du verstehen, warum es keinen anderen Weg für Christus gab als den Weg über Leiden und Tod.

Jesus hat hier einen Weg gefunden, um den zweifelnden Thomas anzusprechen. Auch Thomas ist ja mitten drin in den widrigsten Umständen. Nach allem, was an Karfreitag geschehen ist, kann er nicht mehr glauben. Deshalb fordert er von Jesus Tatsachen, Beweise. Er sagt: „Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht“.
Und - Jesus erfüllt diese Forderung von Thomas. Er kommt nochmals zu den Jüngerinnen und Jüngern, eine Woche später, als auch Thomas mit ihnen ist. Und wie er sich das wünscht, bekommt Thomas „Beweise“– allerdings nicht Beweise der Auferstehung, sondern nur Beweise des Todes: die Wundmale an Jesu Händen und an seiner Seite.
Um etwas von der Auferstehung zu begreifen, reicht es offensichtlich nicht, die Wunden von Jesus zu sehen, sie zu betasten – Nein, es braucht mehr. Jesus sagt zu Thomas:

„Streck deinen Finger aus — hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite - und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!“.
Nur zusehen, nur anfassen, das bringt nichts. Sonst ist es nicht mehr als Voyeurismus und Neugier. Es braucht mehr, um etwas von Jesu Leiden und vom Leiden der Welt zu begreifen. Es braucht das, was Jesus sagt: Ein „Sich-Hinstrecken“ zum Leiden, echte Anteilnahme, das Hinsehen und berühren der Wunden aus ganzer Seele.
Liebe Gemeinde, offensichtlich hat Jesus für Thomas den Zweifler das richtige „Rezept“ gefunden: Dass Jesus durch verschlossene Türen zu den Jüngern gekommen ist, beeindruckt Thomas offenbar kaum. Ihn berührt viel mehr, dass Jesus ihm seine Wunden zeigt und sagt: Streck deine Hand aus! Da begreift Thomas auf einmal, worum es geht und sagt aus tiefstem Herzen: „Mein Herr und mein Gott!“

Ich glaube, hier liegt das Geheimnis: indem ich mich der Wunden meiner Mitmenschen annehme, indem ich die Hand ausstrecken und denen helfe, die es am nötigsten haben, beginne ich zu verstehen, trete ich in die Fussstapfen von Christus.
Mit diesem einfachen Handlungs-Rezept, das Jesus Thomas gegeben hat, können wir alle, jeder und jeder von uns, Christus erfahren - egal, ob wir einen festen Glauben haben oder vieles in Frage stellen.
Wenn wir uns auf dieses Lebensrezept einlassen, werden wir erleben, dass der Weg, den Jesus gewählt hat, der Weg der Liebe, der Selbstlosigkeit, der Vergebung, der Weg zum Leben ist.
Vielleicht machen wir es uns manchmal fast zu einfach, wenn wir sagen, dass wir an gewisse Wunder nicht glauben können und deshalb die Botschaft von Jesus mitsamt unseren Zweifeln links liegen lassen.
Die Botschaft von Christus richtet sich an uns, egal, mit welcher Lebenshaltung und in welcher Zeit wir leben. Wir dürfen zweifeln, das zeigt uns die Geschichte von Thomas. Aber auch wenn wir zweifeln, sagt Christus zu uns: Streckt deine Hand aus, streck sie aus, all denen entgegen, die dich brauchen. - Denn was du für einen meiner geringsten Brüder, für eine meiner geringsten Schwestern tust, das tust du für mich.

Ja, liebe Gemeinde, ich glaube, das ist das einfachste und beste Rezept für Zweiflerinnen und Zweifler, um etwas von der Auferstehung zu begreifen. Und je mehr wir zweifeln desto öfter sollte wir von diesem Rezept Gebrauch machen: Strecken wir doch unsere Hand aus, zu denen, die bedürftig sind. Reichen wir doch unsere Hand zu Frieden und Versöhnung.
So können wir Ihn, den auferstanden Christus, erleben, hautnah und immer wieder, da bin ich mir ganz sicher. Amen.

Zwischenspiel

Fürbitten
Gütiger Gott, gib uns Mut, auf dein Wort hin unsere Hand auszustrecken und uns berühren zu lassen von deinen Wunden, von den Wunden unserer Mitmenschen, von den Wunden unserer Erde.

Hilf uns begreifen, dass dein Leiden, deine Wunden etwas zu tun haben mit unserem Leben. Dein Leben ist das Grösste und Kostbarste, was du uns geben konntest. Hilf uns erkennen, dass du uns, in deinem Tod und deiner Auferstehung ein neues Leben anbietest, ein Leben, das erwächst aus Liebe und Vergebung.

Gib uns die Kraft, denen die Hand zu reichen, die warten auf Liebe und der Barmherzigkeit. Schenke uns Hände, die trösten, helfen und heilen können – Hände, die sich denen entgegenstrecken, die verwundet sind an Leib und Seele.

Hilf uns, unsere Hände auszustrecken und sie nicht in den Schoss zu legen angesichts unserer versehrten Erde. So viel Unheil haben wir angerichtet durch unseren Lebensstil, durch unsere Unachtsamkeit, durch unseren Egoismus, der diese Erde und ihre Menschen ausbeutet. Hilf uns erkennen, dass du dieser Erde in unsere Hände gelegt hast, dass wir sie schützen, lieben und bewahren.

Hilf uns, uns mit unserer Schöpfung und ihren Menschen zu versöhnen. Hilf uns, neue Wege zu finden, dass diese Erde ein Lebensraum sein kann für uns und unsere Nachkommen, für alle Menschen, Tiere und Pflanzen. Sie ist deine Leihgabe und nicht unseren Besitz.

Lass uns begreifen, dass unsere eigenen Wunden, die uns das Leben geschlagen hat, nicht bloss Verletzungen sind, sondern auch Schätze, die uns zu barmherzigeren und feinfühligeren Menschen machen. Schenke du es, dass unsere Wunden uns nicht bitter werden lassen, sondern uns helfen, in jeder leidenden Kreatur den Gekreuzigten sehen.

Ja, lass uns ganz neu begreifen, dass deine Auferstehung auch in unserem Leben erfahrbar wird, dass deine Liebe Leben schenkt und Wunden heilt. Amen.