Predigt vom 7. März - online

Wenn der Zweifel bis auf den Knochen nagt

Klaus-Christian Hirte
An diesem Sonntag, dem Sonntag Okuli, geht es in der Predigt um einen Text des Propheten Jeremia. Der Prophet leidet an Gott. Er will seinen Zorn, seine Frustration, seine Bitterkeit loswerden. Seine Klage und sein Lamentieren sind sprichwörtlich geworden als „Jeremiade“. Können uns Jeremias Worte heute einfahren und dennoch Mut machen für unseren Alltag?



Jeremia 20, 7 -11a aus der Bibel in gerechter Sprache:

Du hast mich verführt, Gott, und ich liess mich verführen. Du hast mich gepackt und überwältigt. Jeden Tag werde ich zum Gespött, alle verlachen mich. Ach, sooft ich rede, muss ich rufen, muss ich schreien: Gewalt und Misshandlung. Ja, das Wort Gottes wurde mir täglich zu Spott und Hohn. Dachte ich aber: Ich will nicht mehr an Gott denken und nicht mehr im Namen Gottes reden, dann brannte es in meinem Herzen wie Feuer, es erfüllte mein Inneres ganz. Ich versuchte dies auszuhalten, ich vermochte es aber nicht. Ach, ich hörte das Gerede von Vielen: Grauen ringsum! Verklagt ihn! Wir wollen ihn verklagen! Selbst alle Menschen, die in Frieden mit mir verbunden sind, warten gespannt auf meinen Sturz. Vielleicht lässt er sich verführen, dann können wir ihn überwältigen und uns an ihm rächen. Aber Gott steht mir wie ein starker, kraftvoller Mensch bei. Deshalb werden die, die mich verfolgen, straucheln und nichts erreichen. Amen