Predigt zu Joh 2,1-11: Leben in Fülle

Tonkrüge Pixabay <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Pixabay)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-rheinfelden.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>178</div><div class='bid' style='display:none;'>9904</div><div class='usr' style='display:none;'>42</div>
„Leben in Fülle“ ist nicht gerade unser Grundgefühl im Moment. Viele fühlen sich eingeschränkt, zurückgebunden – ja, viele Menschen leiden darunter, dass die Lebensfülle fehlt, dass man nichts mehr darf und in ständiger Angst vor zu viel Nähe und vor einer Ansteckung leben muss.
Nach der Predigtordnung ist für Sonntag, den 17. Januar 2021 eine Geschichte aus dem Johannes-Evangelium vorgeschlagen, die Hochzeit von Kana (Joh 2,1-11), in der Jesus Wasser in Wein verwandelt.
Gemeinsam feiern, fröhlich sein, die schönen Seiten des Lebens geniessen - das sind nicht gerade unsere Stichwörter mitten in der Corona-Zeit. Aber vielleicht können wir dieser besonderen Hochzeits-Geschichte doch etwas abgewinnen und sie neu entdecken als eine Quelle der Hoffnung für die nächsten Wochen und Monate.
Unten angehängt finden Sie auch ein pdf der Predigt.


Christine Ruszkowski-Hauri,
Sonntagsgottesdienst vom 17. Januar 2021

Eingangswort
„Jesus sagt: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“ (Joh 10,10).

Lied 558,1-5 Du Glanz aus Gottes Herrlichkeiten

Eingangsgebet
Jesus Christus,
wir danken dir, dass wir heute morgen zusammen Gottesdienst feiern dürfen. Wir danken dir, dass wir diese Stunde haben, miteinander und mit dir. Wir bitten dich: Lass sie zu einer kostbaren Stunde werden, zu einer Stunde, in der wir dir gegegnen, in den Liedern, im Beten, im Hören auf die Texte der Bibel.
Du kennst uns, du weißt, wie es in uns Drinnen aussieht.
Wir sind alle corona-müde. Viele von uns leiden an Einsamkeit und Isolation. Wir hungern nach Normalität, nach einem Leben ohne Corona, nach Nähe, Freude und Leben in Fülle.
Du verheisst uns Leben in Fülle!
Und so bitten dich: Sei du, gerade jetzt, mit uns mit deinem Heiligen Geist.
Schenke du es, dass deine Worte unsere unruhigen Herzen erreichen, dass deine Botschaft nicht abprallt an unseren Ängsten, Sorgen und Bedenken.
Denn du willst uns stärken und beschenken, gerade heute! Dafür danken wir dir. Amen.

Zwischenspiel

Lesung: Ps 23
Der Ps 23 ist einer der wenigen Psalmen, die viele von uns noch auswendig können. Er spricht davon, dass Gott uns sättigt und unseren Durst löscht, dass er uns Leben in Fülle gibt, sogar in den schwierigsten Situationen. Für mich deutet dieser Psalm voraus und passt in seiner Aussage sehr gut zur Geschichte der Hochzeit von Kana, die wir dann nach der Psalmlesung und dem gesungenen Ps 23 hören werden.
Ps 23.1 Ein Psalm Davids. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
3 Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
5 Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.


Lied 18 Der Herr, mein Hirte

Predigt zu Joh 2,1-11: Hochzeit von Kana: Leben in Fülle
Predigttext Joh 2,1-11
Joh 2.1 Am dritten Tagb wurde in Kana in Galiläa eine Hochzeit gefeiert. Die Mutter von Jesus war dabei,
2 und auch Jesus war mit seinen Jüngern* dazu eingeladen.
3 Als der Weinvorrat zu Ende war, sagte seine Mutter zu ihm: »Sie haben keinen Wein mehr!« 4 Jesus erwiderte ihr: »Frau, das ist meine Sache, nicht deine! Meine Stunde ist noch nicht gekommen.« 5 Da wandte sich seine Mutter an die Diener und sagte: »Tut alles, was er euch befiehlt!«
6 Im Haus standen sechs Wasserkrüge aus Stein, von denen jeder etwa hundert Liter fasste. Man brauchte sie wegen der Reinigung, die das Gesetz* vorschreibt. 7 Jesus sagte zu den Dienern: »Füllt diese Krüge mit Wasser!« Sie füllten sie bis an den Rand. 8 Dann befahl er ihnen: »Jetzt nehmt eine Probe davon und bringt sie dem Mann, der für das Festessen verantwortlich ist.« Sie brachten ihm eine Probe,
9 und er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher dieser Wein kam; nur die Diener, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Er rief den Bräutigam zu sich10 und sagte: »Jeder bringt doch zuerst den guten Wein auf den Tisch, und wenn die Gäste schon reichlich getrunken haben, folgt der schlechtere. Aber du hast den guten Wein bis zuletzt aufgehoben!«
11 So vollbrachte Jesus in Kana in Galiläa sein erstes Wunderzeichen und offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger kamen zum Glauben an ihn.


Predigt Joh 2,1-12: Leben in Fülle
Liebe Gemeinde,
die Geschichte der Hochzeit von Kana steht im ersten Teil des Johannesevangeliums, bereits im 2. Kapitel. Gemäss dem Johannesevangeliums ist die „Rettung“ dieses Hochzeitsfestes, die Verwandlung von Wasser in Wein, auch das erste Wunder, das Jesus vollbringt. Und gleichzeitig ist Johannes auch der einzige Evangelist, der uns diese Geschichte überliefert. In den drei anderen Evangelien finden wir sie nicht.
Aus dieser Tatsache lassen sich einige Schlüsse ziehen: Wenn Johannes von diesem Wunder in Kana als einziger berichtet und es auch noch ganz an den Anfang seines Evangeliums stellt, muss diese Geschichte für ihn einen besonders hohen Stellenwert haben. Was am Anfang steht, hat besonderes Gewicht. Das ist bei Reden so, bei Präambeln, bei Regierungspogrammen. Was am Anfang gesagt wird, bildet quasi das Fundament, auf dem das Folgende aufbaut.
Bei Politikerinnen und Politikern z. B. ist es ja so, dass diejenigen Amtshandlung, die sie als erstes vornehmen, etwas Symbolhaftes haben und die Stossrichtung des zukünftigen Regierungsprogramms festlegen. Darum ziehen die ersten Amtshandlungen immer auch das Interesse der Medien auf sich mit grossen Schlagzeilen.
Was tat zum Beispiel Präsident Trump als erstes, als er vor vier Jahren als Präsident vor vereidigt wurde?: An seinem ersten Tag im Amt unterschrieb er eine Verordnung, die die flächendeckende Gesundheitsversorgung „Obamacare“seines Vorgängers wieder rückgängig machen sollte. – Nun sind wir gespannt, was Joe Biden als erstes tund wird, wenn er nächste Woche offizell ins Amt eingesetzt wird. Sicher verraten seine ersten Taten einiges über seine Haltung und seine Werte als neuer Präsident.
Und was tut Jesus als erstes – bei seinem ersten öffentlichen Auftritt? Er heilt nicht etwa einen Kranken, treibt einen Dämonen aus oder erweckt gar jemanden von den Toten. Nein – als Beginn seines Wirkens verwandelt Jesus Wasser in Wein. Als erstes bewahrt er als ein Hochzeitsfest von armen Leuten vor dem Scheitern. - Das ist zwar sicher eine gute Tat – und die Brautleute waren ihm sicher sehr dankbar. Und doch ist es erstaunlich, finde ich. Denn wenn der Wein an dieser Hochzeit definitiv ausgegangen wäre, hätte zwar diese Hochzeit traurig und peinlich geendet und die Armut der Brautleute wäre für alle offensichtlich geworden. Aber auf der anderen Seite war es wohl nicht die erste und wird es nicht die letzte Hochzeit sein, bei der etwas Derartiges passiert. Warum also tut Jesus bei seinem „Amtsantritt“ nicht etwas Gewichtigeres, Sozialeres, das ihm allgemeine Anerkennung schafft?
Was ergibt es für einen Sinn, dass Jesus sein Wirken quasi mit einem „Luxuswunder“ beginnt und dieser Hochzeitsgesellschaft 600 Liter guten Wein beschert? Bis heute haben wir Christinnen und Christen ja den Ruf, ein bisschen brav, ein bisschen gesetzlich, ein bisschen bieder zu sein.
Das aber kann man von Jesus an dieser Hochzeit wirklich nicht sagen. Jesus schöpft aus dem Vollen und legt damit sein eigenes „Regierungsprogramm“ ein Stück weit fest.
Ist das nicht vielleicht etwas, was wir oft viel zu wenig beachten, diese grosszügige und lebensfrohe Seite von Jesus, mit der er uns sicher auch etwas vorleben wollte? Christ sein, Christin sein heisst eben nicht nur, die Gebote der Bibel zu halten, Nächstenliebe zu üben und zu vergeben. Es heisst auch, in der Gegenwart von Jesus Leben in Fülle zu haben; es heisst, dass Gott uns oft noch viel mehr gibt, als wir nötig haben. Ja, die Evangelien erzählen uns von einer grosszügigen, geradezu überfliessenden Liebe Gottes.
Jesus gibt uns nicht nur dann, wenn wir bitten und flehen, wenn wir absolut bedürftig sind. Nein, er will uns einfach Gutes tun, weil er uns liebt und unser Leben erfüllen will mit Sinn, mit Freude und Segen.
Natürlich ist es für niemenaden von uns so, dass wir diese überfliessende Liebe, diesen Segen immer spüren in unserem Leben. Wir alle kennen Wüstenzeiten in unserem Leben, in denen von Leben in Fülle keine Spur ist und wir, im übertragenen Sinn, darben und hungern.
Mit dem Glauben ist es ja ähnlich wie mit einer Beziehng: Es gibt Hoch-Zeiten und Tiefpunkte. In einer Ehe steht die Hochzeit am Anfang. Aber danach, im Alltag, mit allen Mühen und Schwierigkeiten, die bewältigt werden müssen, ist es nicht immer Hoch- Zeit. Aber gerade weil das so ist, in jeder Ehe, gerade deshalb ist die Hochzeit eben etwas ganz wichtiges. Denn sie steht am Anfang, sie ist quasi Programm, Verheissung und Ausgangspunkt für die Zukunft.
Und in unserer Beziehung zu Gott ist es nicht anders: Es gibt intensive Zeiten, in denen wir Gott Nähe spüren – und andere, in denen wir wir uns allein und weit weg von Gott fühlen. Deshalb ist es in unserem Glaubensleben so wichtig, dass wir solche Hoch- Zeiten, solche Momente, in denen wir einfach von Gott beschenkt werden, ganz bewusst wahrnehmen, geniessen und festhalten, als kostbaren Schatz.
Liebe Gemeinde, diese Wein-Wundergeschichte steht im Johannesevangelium also nicht zufällig am Anfang des Wirkens von Jesus. Sie steht dort, weil sie uns etwas ganz Wichtiges sagen will, über Gott, über unseren Glauben und über uns selbst: Sie will uns das sagen, was Martin Luther vor 500 Jahren für sich selber wieder ganz neu entdeckt und damit die Reformation ausgelöst hat: Gott ist nicht in erster Linie ein fordernder und strenger Gott, der uns mit Gesetzen das Leben schwer machen will. In Jesus Christus hat Gott sich nochmals ganz neu als Gott der Liebe gezeigt, der zu uns auf diese Welt gekommen ist, um das Leben mit uns zu teilen, unsere Bürden mitzutragen und uns die Fülle des Lebens zu schenken. Die Erkenntnis, dass Gott uns zuerst liebt, einfach so, ohne dass wir zuvor etwas leisten müssen, aus purer Gnade, hat das Leben von Martin Luther völlig umgekrempelt. Diese absolute Liebe Gottes, die wir uns letztendelich nicht verdienen können, löste bei ihm - und später bei Millionen von Menschen - eine Reformation aus.
Und genau das wird für mich auch in dieser Kana- Geschichte auch deutlich: Jesus gibt, ohne zu rechnen. Er gibt mehr und grosszügiger, als es nötig wäre.
Wenn wir für jemanden ein Geschenk suchen, versuchen wir ja meistens, den Wert des Geschenkes in etwa dem Anlass anzupassen. Wenn wir einfach zum Nachtessen eingeladen sind, bringen wir vielleicht eine Flasche Wein mit oder ein paar Blumen – sicher nicht eine kostbare Uhr oder einen Perserteppich. Wenn wir hingegen an einer gediegenen Hochzeit zu Gast sind, suchen wir eher nach einem etwas kostbarerem Geschenk für das Brautpaar.
Wir sind es gewohnt, zu berechnen und abzuschätzen. Wir schauen, dass Geben und Nehmen sich die Waage halten. Wenn diese Balance nicht mehr stimmt, macht uns das skeptisch. Keine und keiner von uns möchte immer nur empfangen – und erst recht nicht immer nur geben. Wir möchten weder als Bedürftige angesehen werden, noch viel weniger möchten wir aber ständig geben und das Gefühl haben, dass andere unsere Güte ausnützen.
In unserer Kultur, in unserem Denken werden wir von klein auf darauf getrimmt, dass Geben und Nehmen nach festen Formen und Ritualen abläuft. Und am Ende muss die Rechnung aufgehen – auch in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen.
Ich möchte Ihnen in diesem Zusammenhang eine chinesische Parabel erzählen, in der, wie in der Geschichte der Hochzeit von Kana, die Rechnung nicht ganz aufgeht – mit den entsprechenden Konsequenzen:

Eine junges Paar wollte heiraten und zur Hochzeit viele Gäste einladen. Weil die Beiden aber zu arm waren, um alle Gäste zu bewirten, teilten sie in der Einladung mit, es solle ein Fest des Teilens werden. Sie baten die Eingeladenen, je eine Flasche Wein mitzubringen. Am Eingang würde ein großes Fass stehen, in das sie ihren Wein gießen könnten; und so sollte jeder die Gabe des anderen trinken und jeder mit jedem froh und ausgelassen sein.
Als nun das Fest eröffnet wurde, liefen die Kellner zu dem großen Fass und schöpften daraus. Doch wie groß war das Erschrecken aller, als sie merkten, dass es Wasser war. Versteinert saßen oder standen sie da, als ihnen allen bewusst wurde, dass eben jeder gedacht hatte: „Die eine Flasche Wasser, die ich hineingieße, wird niemand merken oder schmecken“.


Liebe Gemeinde, so wenig wir vielleicht die egoistischen Gäste in der chinesischen Parabel verstehen können, die das Leben geniessen auf Kosten der anderen, so wenig verstehen wir vielleicht auch Jesus in der Hochzeitsgeschichte aus dem Johannesevangelium, der einfach im Überfluss gibt, ohne zu rechnen.
Und genau hier liegt der Knackpunkt: Die Geschichte der Hochzeit von Kana spricht nicht vor allem von einem sagenhaften Wein-Wunder, sondern sie ist Bild und Programm für das ganze Evangelium. Sie will uns zeigen, dass Gottes Liebe eine ganz andere Dimension hat als unser eigenes Denken, das Geben und Nehmen immer wieder miteinander verrechnet. Gott ist kein berechnender Gott. Das ist die Aussage der Geschichte. Jesus Christus gibt aus Liebe, weil die Liebe das einzige ist, was Menschen wirklich verändern kann.
Was die Bibel schon lange weiss, habe ich vorgestern im Zug in der Gratiszeitschrift „20 Minuten“ gelesen. Dort geben sie den Leserinnen und Lesern 7 Tipps gegen den Montags-Blues – oder gegen den Corona- Koller. Tipp 3 lautet: Freude zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht. Dieser Mechanismus funktioniert auch umgekehrt. Trainiere deine Lachmuskeln, und die Glücksgefühle werden folgen.
Und im Tipp 5 heisst es: Bring deinen Arbeitskollegen Kaffee, halte anderen Leuten die Türe auf. Die Möglichkeitem im Alltag sind so zahlreich wie unkompliziert. Eine kleine Geste der Uneigennützigkeit wird dir sicherlich gut tun.
Es sind einfache Tipps, die wir hier bekommen. Leute anlächeln, jemandem einen Kaffee bringen, die Tür aufhalten – das alles sind keine umwerfenden Dinge. Sie sind nicht das Wichtigste im Leben – sondern nur ein Supplement. Aber oft sind es eben diese Supplements, die über das Notwendige hinaus gehen, die etwas von Gottes Reich aufblitzen lassen und das Leben reich und farbig machen.
Ich glaube, liebe Gemeinde, wenn es uns gelingt, uns auch nur ein kleines Bisschen von dieser Haltung von Jesus aneignen, bleibt das nicht ohne Konsequenzen. Es verändert sich etwas, wenn wir alle aus dem festen Glauben heraus reden und handeln, dass wir wirklich von Gott geliebt sind, dass er in unserem Leben gegenwärtig ist und uns Leben in Fülle schenkt.
Probieren wir es doch einfach einmal aus, jeder und jede dort, wo er oder sie hingestellt ist.
Wenn wir aus Dankbarkeit die Menschen um uns herum etwas von dieser Lebensfülle spüren lassen, die Gott uns schenkt, dann geht das Wunder von Kana weiter. Wenn wir, nicht aus Berechnung, sondern aus Dankbarkeit mehr lieben und mehr vergeben, als es unbedingt erforderlich ist, wird unser Glaube lebendig – immer mehr. Er macht uns groszügig und erfinderisch. Er hat die Kraft - auch in diesen schwierigen Zeiten - Herzen zu erwärmen und Grenzen zu überwinden. Mit Christus im Herzen können wir die Fülle des Lebens erfahren und weitergeben – jetzt, heute, jeden Tag! Amen.

Zwischenspiel

Fürbitten
Mit Lied 726: Gott, weil er gross ist

Du Gott der Liebe,
wir danken dir, dass du grosse Gaben gibst, dass du ein grosszügiger Gott bist und kein Buchhalter. Du schenkst uns Leben in Fülle. Du rechnest nicht und berechnest nicht, sondern verschenkst dich in Liebe, für uns. Und so bitten wir dich: Verändere uns, weite unsere kleinen Herzen, dass sie gross und weit werden, um deine Liebe zu fassen.

Lied 726: Gott, weil er gross ist

Du weißt es, gütiger Gott, dass wir Menschen nicht so lieben und uns nicht so verschenken können wie du. Wir machen uns selber und unsere Mitmenschen das Leben oft schwer mit unserem Gerechtigkeitsdenken und mit unserer Angst, zu kurz zukommen.
Du willst uns Leben schenken in Fülle. Du gibst es uns – wir brauchen es nur zu nehmen. Hilf uns, dass wir das versehen können, vor allem anderen. Hilf uns, das das verstehen, mit dem Herzen zu verstehen.

Lied 726: Gott, weil er gross ist

Du weisst, wie schwer es uns manchmal fällt, an eine Liebe zu glauben, die sich einfach verschenkt. Und wir bitten dich: Lass uns ganz neu glauben und vertrauen, dass Wunder geschehen können in unserem Leben, da wo wir anfangen, aus deiner Fülle zu leben. Zeige uns ganz neu, dass dort, wo wir im Vertrauen auf dich auf Menschen zugehen, verzeihen und Frieden schliessen dein Reich beginnt und wächst.

Lied 726: Gott, weil er gross ist

Segne du unsere grossen und kleinen Anstrengungen, Liebe zu leben. Nimm alles von uns, was uns daran hindert, Christinnen und Christen zu sein, die es verdienen, diesen Namen zu tragen. Befreie uns vor falscher Scheu, vor Vorurteilen und vor Kleingläubigkeit und wecke in uns eine Liebe, die Hoffnung und Versöhnung bringt.

Lied 726: Gott, weil er gross ist

Und so möchten wir dich heute für die vielen Menschen bitten, die jetzt ganz besonders auf Liebe und Hilfe angewiesen sind:
Für die Einsamen und Kranken, für die Trauernden und die Sterbenden, für die Verfolgten und Abgeschobenen, für die Suchenden und die Verzweifelten, für alle, die darauf warten, dass ihnen jemand in Liebe die Hand entgegenstreckt und ihre Not lindert.
Hilf uns, du Gott der Liebe, dass wir zu Boten deiner Liebe werden, mit wachsamen Ohren, mit offenen Augen, mit flinken Füssen, mit schenkenden Händen und einem liebevollen Herzen.

Stille

Unser Vater im Himmel...

Dokumente