Kaiseraugster Konfirmation im Zeichen von Corona

Konfirmation 2020<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-rheinfelden.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>553</div><div class='bid' style='display:none;'>9418</div><div class='usr' style='display:none;'>68</div>
Am Sonntag, 6. September fand in Kaiseraugst die Konfirmation statt, die coronabedingt um ein halbes Jahr verschoben werden musste. Die Umstände waren, ebenfalls coronabedingt, besonders: Die Konfirmation fand im Freien statt. Was der guten Stimmung keinen Abbruch tat – im Gegenteil!
Andreas Fischer,
Morgens um 8 Uhr schon stellte Hans Dürrenberger, der Leader von Dübi’s Bigband, seine Anlage auf, eine halbe Stunde später standen die Konfirmanden auf dem Platz, schleppten Stühle, übten Auftritte und Lieder. Um zehn Uhr war der Platz vor dem Schulhaus Dorf gefüllt mit Gästen. Eltern, Gottis, Göttis, Geschwister, Grosseltern waren da, auch Gemeindeglieder, die den Anlass unterstützten, und Zaungäste, die, angelockt von der Musik, vom Campingplatz kamen.

Das Thema, das die Jugendlichen für ihre Konfirmation ausgewählt hatten, kam zum Klingen in einem Song, den sie selber sangen und in einer Band mit Klavier, Saxophon, Bass und Gitarren begleiteten: „Who am I?“, „Wer bin ich?“. Das berühmte gleichnamige Gedicht des deutschen Theologen und Widerstandskämpfers zur Zeit des Nationalsozialismus wurde vorgetragen: „Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott. / Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!“, desgleichen ein paar eindrückliche Statements der Konfirmanden, darunter die folgenden:

„Mir läbe in ere Ziit und in eme Land vo 1000 Möglichkeite. Und die grossi Ahzahl vo Möglichkeite hett euses Läbe nid unbedingt eifacher gmacht. I dem Wald vo Möglichkeite cha me sich au gschnell verirre. Mir 10 Konfirmande schtönd jetzt aber do, will mir eus bi öppisem ganz einig worde sind: Gott cha eus i dem Wald vo Möglichkeite Halt geh und mit sim Seege chönne mer es Läbe lang muetig druf los zieh und usefinde, wer mir sind!“ (Anne-Sophie)

„Ich glaube, dass die Liebe das fundamentalste im Christentum ist. In so vielen Geschichten in der Bibel geht es um Liebe und Versöhnung, also einfach die Nächstenliebe. Wir Menschen müssen endlich aufhören, nur für uns selber oder nur für unser Land zu schauen. Wir sind alle gleich und nur zusammen können wir die Krisen und Probleme dieser Welt lösen. Die Liebe ist das, mit dem sich alle Religionen miteinander vereinen. Sie geht gar über die Grenzen der Religion hinaus, es ist die Menschlichkeit.“ (Sebastian)


Das lateinische Wort confirmatio bedeutet „Bestätigung“, „Bekräftigung“, die Konfirmation bestätigt, bekräftigt die Taufe. Deshalb passte es, dass sich im Rahmen des Gottesdienstes vor dem Konfirmationsakt die noch nicht getaufte Konfirmandin Anna-Mengia taufen liess. In einem kurzen Bekenntnis sagte sie, warum sie sich taufen lassen will:

„Ig fröie mi, dass ig hüt touft wirde.
D Toufi bedütet für mi, dass ig öffentlich wott zeige, dass ig gloube und zu Gott wott ghöre.
Merci, dass ihr aus mini Familie, Gotti, Götti, Fründe und Gmeind mi uf däm Wäg ungerstützet.“


Nach der Taufe und vor der Konfirmation sangen einige Eltern und Paten einen Song der jüdischen Songwriterin Debbie Friedman, der Bezug nimmt auf den Aufbruch Abrahams und Saras aus der vertrauten Welt in eine neue, unbekannte. Auch die Konfirmanden sind an diesem Tag aufgebrochen – in die neue, unbekannte Welt des Erwachsenenalters. Für sie soll gelten, was Gott zu den Erzeltern sagte:

„Ich werde dich segnen, und du wirst ein Segen sein.“ (Genesis 12, 2)
Konfirmation 2020
06.09.2020
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Fotograf/-in
Beat Frutiger