Versöhnung nach dem Genozid

Die Jugend von heute —  Die Geschichte ihrer Eltern und Grosseltern ist selten aufgearbeitet<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-rheinfelden.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>729</div><div class='bid' style='display:none;'>8852</div><div class='usr' style='display:none;'>41</div>
Der Film von Leszek Ruszkowski wird in Rheinfelden in Anwesenheit einer Zeitzeugin gezeigt. Freitag, 31. Januar, 19.30 Uhr
Leszek Ruszkowski,
Ist Versöhnung nach den schlimmsten Gräueltaten überhaupt möglich? Sie ist nicht nur möglich, sondern sie ist das Gebot der Stunde – fand ein ruandischer Arzt, der sich gerade in der Schweiz aufhielt, als Massengewalt in seiner Heimat ausgebrochen ist. Der Spezialist in Gynäkologie und Geburtshilfe verspürte die Dringlichkeit der Versöhnung und er setzte dabei bewusst bei der Kirche an – trotz oder gerade wegen der unrühmlichen Beteiligung vieler Kirchenleute an der Gewalt gegen die Tutsi-Minderheit. Der Mediziner wurde ein Stück weit zum Seelendoktor und zu einem Geburtshelfer der Versöhnung. Sein Werk steht im Zentrum der Geschichte, der ich nachgegangen bin.

Das Engagement des tief gläubigen Arztes mündete in ein mutiges Schuldbekenntnis, das den Boden für die ersten Versöhnungschritte legte. Bereits zwei Jahre nachdem der ethnische Hass eine Million Menschenleben auslöschte, baten 1996 etliche Kirchenvertreter die jeweils andere Ethnie um Vergebung – ein beispielloser Vorgang, wenn man bedenkt, dass die offizielle Darstellung des neuen Regimes die Schuld ausschliesslich auf der Hutu-Seite verortete.

Im Film kommen unterschiedliche Menschen zu Wort: Zeitzeugen Hutus, Tutsis und Europäer, Angehörige der Opfer und ehemalige Mörder, Friedenstifter und Wissenschaftler.

Bei der Filmvorführung am 31. Januar, 19.30 Uhr in der ref. Kirche Rheinfelden wird eine Überlebende des Genozids in Ruanda zugegen sein. Interessierte sind nach der Filmvorführung zu einer Diskussionsrunde eingeladen. Selbstverständlich werden dann auch Fragen an die direkte Zeitzeugin des Genozids ihren Platz haben.

Eintritt ist frei. Am Ausgang wird eine Kollekte für ein Hilfsprojekt in Ruanda erhoben.

*Film "Leben nach dem Tod in Rwanda," 2019, ein Film von Leszek J. Ruszkowski, Laufzeit 80 min

Bildlegende: Für diese Jugendlichen sind Gräueltaten von 1994 die tragische Geschichte ihrer Eltern und Grosseltern