Betrachtung des Monats

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Von Pfarrer Klaus-Christian Hirte – Jesus sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen, hindert sie nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes. Amen, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen. Mk 10,14f.

Klaus-Christian Hirte,
Jesus lässt die Kinder zu sich kommen. Und er segnet sie. Wenn wir diese Geschichte aus dem Markusevangelium wirklich ernst nehmen – und nichts spricht dagegen, es zu tun – dann müsste manches anders bei uns werden. Jesus sagt nichts anderes als: Lernt von den Kindern. Lasst euch die Kinder Vorbild sein, an dem ihr euch orientiert. Heute fragen wir ja eher: Was bringen wir den Kindern bei? Was können, müssen, sollen sie von uns lernen? Da fällt uns vieles ein: Mathe und Rechtschreibung. Gedichte. Soziales Verhalten. Möglichst früh viele Fremdsprachen. Nachmittags Sport, Musikschule, Ballett und die Zehn Gebote natürlich, das alles und noch viel mehr.
Denn wir Erwachsenen können zwar auch nicht alles, aber wir erklären es für wichtig. Wir wollen unsere Kinder fit machen für die Zukunft. Die Frage aber bleibt unbeantwortet, ob das für die Welt und unsere Kinder überhaupt die richtige Zukunft ist. Leistungsdruck, Erfolg, Aufstieg, Macher sein, Konkurrenz – ist das wirklich so erstrebenswert?
Lernt von den Kindern. Was könnte das sein? Dass sie ein reines Herz haben, dass sie kreativ sind, neugierig und fröhlich. Dass es bei ihnen nicht um Verdienst oder Leistung geht. Kinder bringen eine Botschaft mit aus jener anderen Welt Gottes in unsere oft so verkehrte Welt. Die Botschaft, die wir als Erwachsene schon längst verlernt haben. Das Reich Gottes, mit dem wir schon längst nicht mehr rechnen.
Sich segnen lassen, wie die Kinder es tun in dieser Geschichte. Sich angenommen wissen, vor all dem, was wir tun und leisten. Dass all unser Tun erst dann wichtig wird, wenn Gott uns schon längst angenommen und gesegnet hat.
Vielleicht wird mancher nun sagen: Das ist zu wenig für die Zukunft, zu wenig, um fit zu sein für das, was kommt. Aber: Von welcher Zukunft reden wir? Sie wird doch davon abhängen, ob wir eine Welt haben, die wir verbrauchen, oder eine, die wir erhalten: Für unsere Kinder und Grosskinder.
Das Verbrauchen haben wir gelernt und gelehrt. Jetzt aber kommt es darauf an, dass wir das Staunen über die Welt, wie sie uns geschenkt ist, neu lernen, und darüber das Zerstören lassen.
Die Konkurrenz haben wir gelernt und gelehrt. Jetzt aber kommt es darauf an, Gemeinschaft unter den Menschen in dieser Welt zu lernen. Auch mit den Schwächeren, denen es nicht so gut geht wie uns hier in der Schweiz. Lasst die Kinder zu mir kommen, hindert sie nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes.

Das ist Gottes Angebot, das er uns macht. Ich möchte euch schützen und bewahren, die Kinder und die Erwachsenen, ihr könnt euch in meiner Hand geborgen fühlen und gemeinsam an meinem Reich bauen.