Konzernverantwortung: stehen die Kirchen auch in der Pflicht?

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Informations- und Diskussionsabend, Donnerstag, 17. Januar 2019, 20 Uhr, Rheinfelden, im reformierten Kirchgemeindehaus, Roberstenstr. 22
Leszek Ruszkowski,
Die Konzernverantwortungsinitiative will Konzerne zum Schutz von Menschenrechten und Umwelt verpflichten. Seit Ende 2017 engagiert sich mit «Kirche für Kovi» auch eine breite kirchliche Koalition für das Anliegen.
Das Initiativkomitee signalisierte die Bereitschaft, auf den Gegenvorschlag, der Mitte Juni vom Nationalrat beschlossen wurde, einzugehen und die Initiative zurückzuziehen, wenn das Parlament den Gegenvorschlag ohne weitere Abschwächung annimmt. Gab es wirklich eine Chance auf einen gut schweizerischen Kompromiss? Und wenn ja, gilt dies heute noch? Wo steht das Initiativkomitee anfangs 2019? Gibt es Handlungsbedarf nicht nur bei den Unternehmen selbst, sondern auch bei den Kirchenleitungen und an der Kirchen-Basis? Der Informationsabend soll über die neusten Entwicklungen ins Bild setzen. Das christliche oder kirchliche Engagement darf dabei auch durchaus kontrovers diskutiert werden.
Ob Rohstofffirmen im Kongo, Handy-Hersteller in China oder Textilfabriken in Bangladesch: Weltweit verletzten Unternehmen Menschenrechte und schaden der Umwelt. Auch Schweizer Konzerne sind involviert: In keinem anderen Land sind gemessen an der Bevölkerungszahl mehr global tätige Unternehmen ansässig als hier. Grosse Banken, Nahrungsmittel-, Chemie- und Saatgutkonzerne sind in der Schweiz ansässig und immer mehr Rohstoffkonzerne, bei denen das Risiko für Umweltverschmutzungen und Menschenrechtsverletzungen besonders hoch ist.
Deshalb haben Brot für alle und Fastenopfer im April 2015 zusammen mit über 70 weiteren Organisationen die Konzernverantwortungsinitiative lanciert. Für Brot für alle ist die Initiative eine logische Fortführung in ihrer Arbeit. Seit Jahren deckt die kirchliche Entwicklungsorganisation Fälle von Missbräuchen durch Schweizer Firmen in Ländern des Südens auf. Und immer wieder hat sich dabei gezeigt, wie schwierig es ist, eine Veränderung zu erwirken, wenn die dazu nötigen gesetzlichen Hebel fehlen. Die Konzernverantwortungsinitiative will international tätige Unternehmen dazu verpflichten, bei ihren Tätigkeiten im Ausland eine Sorgfaltsprüfung für Menschenrechts- und Umweltschutzfragen durchzuführen
Auch in kirchlichen Kreisen stösst die Konzernverantwortungsinitiative auf breites Interesse. Die Informations- und Diskussionsveranstaltung in Rheinfelden wurde durch aktive Mitglieder unserer Kirchgemeinde angeregt.
Die Referentin, Katharina Börlin, Mitarbeiterin von "Brot für alle" engagiert sich seit der Unterschriftensammlung für die Initiative und ist seit einem Jahr im Rahmen ihrer Arbeit bei Brot für alle für die kirchliche Unterstützung der Initiative mitverantwortlich. Frau Börlin hat durch ihr Studium und durch längere Aufenthalte in Honduras miterlebt, was die Konsequenzen und Herausforderungen des globalisierten Wirtschaftens sind.

Bildlegende: Von der Mine verschmutzte Äcker, Kongo
aktualisiert mit kirchenweb.ch
Erstellt von: Leszek Ruszkowski     Bereitgestellt: 07.01.2019