Zwingli – Ur-Vater der Reformierten

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Am 1. Januar 1519, seinem 35. Geburtstag, hielt Huldrych Zwingli seine erste Predigt von der Grossmünsterkanzel. Das war vor genau 500 Jahren und ist der Anlass dafür, dass das angebrochene Jahr in der Schweiz als Zwingli-Jubiläums-Jahr begangen wird.
Andreas Fischer,
Nach dem Calvinjahr 2009 und dem Lutherjahr 2017 folgt nun also noch ein Zwinglijahr. Muss das sein? Es hat jedenfalls seine Berechtigung. Nach Einschätzung des Kirchengeschichtlers Peter Opitz «ist Zwingli, nicht Calvin, der Urvater des reformierten Protestantismus». Von Zwingli her hat sich ein Protestantismus mit einem ganz eigenen Gepräge entwickelt, der sich wesentlich von der lutherischen Ausrichtung unterscheidet.
Zwinglis Denken ist fesselnd, ebenso seine Biografie. Er kam in Wildhaus im Toggenburg zur Welt, schon als Zehnjähriger ging er nach Basel an die Lateinschule, mit vier- zehn schrieb er sich an der Universität Wien ein, um kurz darauf im hohen Bogen von der Schu- le zu fliegen. Aus welchem Grund, ist nicht bekannt. Doch deutet sich hier an, was auch für sein weiteres Leben gilt: Das Adjektiv «zwinglianisch» will nicht wirklich zu Zwingli passen. Nicht nur als Student, auch später als Priester in Glarus und Einsiedeln führte er einen Lebensstil, den sein Biograf Konrad Fahrner mit der Bitte kommentiert: «Man erlasse uns die Einzelheiten!»
Auch andere Klischees von Zwingli stellen sich bei näherem Hinsehen als falsch heraus. Obwohl er in die Schlacht von Kappel zog und dort fiel, war er alles andere als ein Kriegstreiber. Er hatte die schrecklichen Schlachten von Novara und Marignano miterlebt. Da- nach wurde er zu einem scharfen Gegner des Reislaufens. «Der Christ», sagte er, «soll sich der Waffen gänzlich enthalten, soweit dies beim Zustand des Staates möglich ist.»
Noch eines dieser Klischees sei erwähnt: Zwingli habe, im Gegensatz zu Luther, nicht an die Anwesenheit Christi beim Abendmahl geglaubt. Dem ist nicht so. Christus ist für ihn zwar nicht in Brot und Wein anwesend, wohl aber in der Gemeinde, die sich an das Geschehen jener Nacht erinnert, es so vergegenwärtigt und hineingenommen wird in die göttliche Befreiungs- und Heilsgeschichte.
Zwinglis humanistisch-reformatorisches Anliegen lautete: «Man muss das Angesicht Christi, das von belastender menschlicher Überlieferung übertüncht worden ist, wieder reinigen. Dann wird uns Christus wieder lieb.» Das Zwingli-Jahr gibt Gelegenheit, das Angesicht des Reformators in eben diesem Sinn sichtbar zu machen.

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aktualisiert mit kirchenweb.ch
Erstellt von: Leszek Ruszkowski     Bereitgestellt: 20.01.2019