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LOCATION:Kirchgemeindehaus Kaiseraugst\, Mühlegasse 13\, 4303 Kaiseraugst
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DESCRIPTION:„Da fühlte ich mich völlig neugeboren und als wäre ich
  durch die geöffneten Pforten ins Paradies selbst eingetreten“\,
  schrieb Luther später in Bezug auf jenen Augenblick\, als sich ihm\,
  einsam in einem Turm über dem Römberbrief brütend\, anhand eines
  Bibelverses (Röm. 1\, 17) ein ganz neues Gottesbild eröffnete. Das war
  seine grosse reformatorische Entdeckung\, der Impuls\, der die ganze
  reformatorische Bewegung auslöste.\n\nWorum es dabei genau ging\, ist
  für uns Heutige nicht ganz einfach nachzuvollziehen. Wir versuchen es\,
  am zweiten Abend des Lutherzyklus\, trotzdem. Und versuchen auch\, einige
  Linien in Luthers theologischem Denken nachzuzeichnen\, die von diesem
  ursprünglichen Impuls ausgingen: sein Verständnis von Kirche\, von
  Sakramenten\, vom Menschen etc. Und auch\, Luthers Abgründe
  aufzuzeigen\, die sich etwa in seinen Positionen gegenüber den Bauern
  und den Juden auftun.\n\nDer Vortrag schliesst an an jenen von Pfr.
  Klaus-Christian Hirte zu Luthers Werdegang ("Hier stehe ich\, ich kann
  auch anders") vom 27. April in Rheinfelden\, setzt aber keine
  Vorkenntnisse voraus. Anschliessend Gelegenheit zum Austausch.\n
 \nHerzliche Einladung!\n\nAndreas Fischer\n\n---\n\nZur Einstimmung auf
  den Abend voilà die Langfassung des Editorials des Güggels vom Mai
  2017:\n\nLuthers mystische Seite\n\nDer reformierte Pfarrer und bekannte
  Hagiograph Walter Nigg (1903-1988) erzählt im Vorwort seines Buchs
  „Heimliche Weisheit“ von einer Begegnung mit dem Gastpater des
  Kartäuserklosters „La Valsainte“ im Kanton Fribourg. Nigg befragte
  ihn nach dem spirituellen Leben dieses Ordens. Am Schluss des Gesprächs
  bat der Gastpater Nigg\, seinerseits etwas vom Gottesleben in der
  evangelischen Kirche zu erzählen. Nigg kam ins Stammeln. Der Mönch
  fragte ihn nicht nach den theologischen Strömungen innerhalb des
  Protestantismus\, nicht nach dem Dialog der Theologie mit den
  Naturwissenschaften oder ethischen Themen\, die sich etwa im Zusammenhang
  mit der Genforschung ergeben. Zu all dem hätte der hochgebildete Nigg
  stundenlang referieren können. Nein\, er wurde nach dem evangelischen
  Glaubensleben gefragt\, nach seiner Mystik. Er sei beschämt von dannen
  gezogen. Und habe beschlossen\, sich auf Spurensuche zu machen. In
  „Heimliche Weisheit“ porträtiert Nigg eine Reihe von evangelischen
  Mystikern\, Thomas Münzer\, Jakob Böhme\, Angelus Silesius\, Gerhard
  Tersteegen\, Novalis\, Schleichermacher und viele mehr. Ganz am Anfang
  des Buches steht Martin Luther.\n\nDas mag zunächst erstaunen. Denn
  Luther\, schreibt Nigg\, zog wie ein „wilder Eber im Weinberg des
  Herrn“ über manche Mystiker her. Das einflussreiche Buch „Mystische
  Theologie“ von Dionysius Areopagita (um 500) etwa\, sagte Luther\,
  bestehe aus „lauter Fabelwerk und Lügen“. Und die Visionen der von
  Papst Johannes Paul II. zur „Patronin Europas“ erhobenen
  Ordensgründerin Brigitta von Schweden (1303-1373) diffamierte er als
  „reine Illusionen“ des Satans.\n\nErst bei näherem Hinsehen zeigen
  sich Luthers eigene mystische Seiten. Dann wird zum Beispiel sichtbar\,
  dass Luthers liebstes Bild für die Beziehung des Christenmenschen zu
  seinem Gott jenes der Vogelmutter ist\, unter deren Gefieder das Küken
  sich birgt. Oder es taucht jene überraschende Formulierung auf\, dass\,
  „wer in der Liebe bleibt\, in Gott bleibt und Gott in ihm\, also\, dass
  er und Gott ein Kuchen werden“\, d.h. dass er sich auf tiefster Ebene
  mit Gott vereint. In diesen „Momenten der glaubensmässigen Einswerdung
  mit Gott“\, kommentiert Nigg die Passage\, „muss man Luther
  belauschen\, will man zur Seele des Reformators vorstossen“. Von hier\,
  diesem innersten Punkt her rücken auch die grossen Themen von Luthers
  Theologie in ein neues\, ein mystisches Licht.\n\nEtwa Luthers
  Abendmahlsverständnis: Dass er\, anders als Zwingli\, an der
  Überzeugung festhält\, dass im Abendmahl eine Wandlung geschieht\, dass
  Christus in Brot und Wein real präsent ist\, dass diese also nicht nur
  Leib und Blut Christi bedeuten\, sondern es tatsächlich sind – das ist
  nicht irrationaler Hokuspokus\, das ist tiefste Mystik: Im Abendmahl
  geschieht Vereinigung\, Einswerdung mit Christus.\n\nOder Luthers
  Wortverständnis\, das Nigg als „Wortmystik“\, ja als „Magie des
  Wortes“ bezeichnet: Worte\, zumal jene der Heiligen Schrift\, sind für
  Luther viel mehr als Informationsträger. Sie tragen Macht in sich. Sie
  haben verändernde\, schöpferische und erlösende Kraft.\n\nSchliesslich
  sei auch noch die reformatorische Urerfahrung erwähnt: Dass ich\,
  ungeachtet meiner Verfehlungen\, von Gott „gerechtfertigt“ und also
  geliebt und gesegnet bin. Auch diese „Rechtfertigungslehre“\, der
  „articulus stantis et cadentis ecclesiae“\, das „Fundament\, mit
  dem die evangelische Kirche steht oder fällt“\, ist ursprünglich
  alles andere als eine formelhafte Doktrin\, die unverstanden
  nachgeplappert werden kann. Sie ist eine Erfahrung von Durchbruch\,
  Erleuchtung\, Wiedergeburt: „Da fühlte ich mich“\, schrieb Luther
  selber darüber\, „völlig neugeboren und als wäre ich durch die
  geöffneten Pforten ins Paradies selbst eingetreten.“\n\nIm Vortrag
  wird diese mystische Seite Luthers zur Sprache kommen.\n\nAndreas Fischer
 \n\n\n\nKontakt: Pfr. Andreas Fischer\n\nWeitere Infos:
  https://www.ref-rheinfelden.ch/veranstaltung/6656
SUMMARY:"Die Pforten ins Paradies öffnen sich": Vortrag zu Luthers Lehre
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