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DTSTART:20170212T090000Z
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LOCATION:Kirchgemeindehaus Kaiseraugst\, Mühlegasse 13\, 4303 Kaiseraugst
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DESCRIPTION:Bye bye Godi und Pia\n\nGodi und Pia Felder\, die fünfzehn
  Jahre lang unsere Sigristen waren\, gehen in ihren zweiten Ruhestand.
  Alles Übeschnure hat nichts genützt\, der Entscheid ist definitiv. Nun
  gilt es\, gewiss\, zu jammern\, aber vor allem zu danken und zu feiern.
  Anlässlich dieses Gottesdienstes mit Verabschiedung unseres
  Sigristenehepaars wird der Jodlerklub Laufenburg-Rheinfelden die
  Jodlermesse von Jost Marty zur Aufführung bringen. Anschliessend
  gibt’s Apero mit Wasser\, Orangensaft und Weisswein – und einem
  Feldschlössli für Godi. (Siehe auch unten Porträt)\n\nAndreas Fischer
 \n\n«Packen wir’s an!» – Porträt unseres langjährigen Sigristen
  Godi Felder\n\nDie Kette des Fahrrads hinter dem Pfarrhaus\, sagt er
  gleich zu Beginn des Gesprächs\, müsse endlich geölt werden. Und ich
  solle bitte meinen Schreibblock weglegen\, das Interview dauere sowieso
  nicht länger als fünf Minuten. Es dauerte dann doch etwas länger\, der
  Schreibblock hat seine Verwendung gefunden\, und\, Godi!\, die
  Fahrradkette ist\, bei Redaktionsschluss\, noch immer nicht geölt!\n
 \nBeim Kafi\, den wir in den anderthalb Jahren unserer Zusammenarbeit oft
  gemeinsam getrunken haben\, immer um zehn Uhr im Kirchgemeindehaus\,
  beginnt Godi Felder zu erzählen. Er wuchs als Bauernbub auf\, als eines
  von sieben Kindern. Die Geschwister machten Lehren als Käser\, Metzger\,
  oder\, wie er selber\, als Bauer. Den Hof konnte aber nur einer
  übernehmen. Also heuerte Godi Felder als Chauffeur bei der ESSO an\, der
  Slogan der Firma: «Es gibt viel zu tun\, packen wir’s an»\, war dabei
  nicht ausschlaggebend. Es sei aber\, sagt Godi Felder\, der beste
  Werbespruch\, den es je gab\, und er passe auch zu seiner eigenen Person.
 \nNach der Lehre wäre Godi gern ins Welschland gegangen\, um Französisch
  zu lernen. Doch er hatte keine Wahl\, der Hof brauchte seine Hilfe. Im
  Militär wurde er Kavallerist\, jedes Wochenende nahm er mit seinem Pferd
  an einer Springkonkurrenz teil\, «wir waren ein gutes Team»\, sogar den
  späteren Olympiamedaillengewinner Willi Melliger schlugen sie.\nHeute
  noch\, sagt Godi\, schaue er im Fernsehen gern Reiten. Und ausserdem
  Schwingen. Bei diesen Sportarten gebe es\, im Gegensatz zum Fussball\,
  keinen Bschiss\, «wenn einer auf dem Rücken liegt\, dann liegt er auf
  dem Rücken\, und wenn ein Hindernis runterfällt\, dann fällt es
  runter».\nMit fünfundzwanzig lernte er\, an einem Jodlerabend\, Pia
  kennen. Sie forderte ihn zum Tanz auf\, und seither\, sagt Godi lachend\,
  komme er nicht mehr von ihr los. Beruflich absolvierte er bald darauf in
  Eigeninitiative Abendkurse in Buchhaltung und Disposition und wurde
  Depotspringer. Sechs Jahre lang räufelte er durch die Deutschschweiz\,
  dann\, als die Kinder zur Welt kamen\, fand er betriebsintern eine Stelle
  in Basel und wurde mit seiner Familie im Rheinfelder Augarten heimisch.\n
 \nSelber denken\n33 Jahre war Godi Felder bei der ESSO tätig\, dann wurde
  das Lager in Basel abgerissen und er\, 58-jährig\, frühpensioniert.
  Doch er fühlte sich «viel zu jung\, um nichts mehr zu machen\,
  damals»\, sagt er\, «tat der Rücken noch nicht weh». Er sah das
  Inserat unserer Kirchgemeinde: Sigrist gesucht. Seit fünfzehn Jahren
  macht er diesen Job nun\, gemeinsam mit seiner Frau\, Pia. Viele Dinge\,
  die wesentlich zum Kirchgemeindehaus gehören\, das Gerätehäuschen\,
  der Schwibbogen\, die Krippe\, das Kreuz\, hat Godi Felder\, dessen
  Traumberuf Schreiner gewesen wäre\, selber gesägt.\nDoch damit\, sagt
  er\, sei nicht alles gesagt. Auch wenn es mir\, der\, journalistisch
  korrekt\, nur ihn porträtieren wolle\, nicht passe – dies müsse auch
  erwähnt werden: Pia habe die Putzarbeit praktisch im Alleingang
  bewältigt\, und die wunderbaren Blumengestecke seien allein ihr zu
  verdanken gewesen.\nIm Rückblick auf all die Jahre lobt Godi Felder das
  gute Klima\, der Kontakt mit den Gemeindegliedern habe sein Leben
  bereichert\, die Zusammenarbeit mit meinen Vorgängerinnen\, Esther Borer
  und Beatrice Gyssler\, sei wunderbar gewesen\, und mit mir sei er
  eigentlich auch zufrieden – nur dass ich seinen Kaffee verschmähe und
  immer meine eigene Tasse mitbringe\, das passe ihm nicht. Die Arbeit habe
  seinem Naturell entsprochen\, «man konnte Hände und Kopf gebrauchen\,
  und man war sein eigener Chef». Stets galt es\, «selber zu denken»\,
  sagt er im Anklang an einen Slogan der Reformierten.\nDass er katholisch
  ist\, war nie ein Thema\, weder für den Arbeitgeber noch für ihn
  selber\, für ihn waren die Predigtgottesdienste immer inspirierend. Er
  werde auch nach seinem Abgang manchmal hier auftauchen\, verspricht er\,
  doch es sei endgültig Zeit\, den Job an den Nagel zu hängen\, «der
  Körper macht einfach nicht mehr mit». Er werde alles daran setzen\,
  dass seine Nachfolgerin einen guten Start habe\, werde sie in die
  diversen Aufgaben einführen\, alle Arbeitsabläufe habe er in einem
  blauen Ordner sorgfältig beschrieben.\n\nDer letzte Karriereschritt: 
 \nS’ Chämi duruf\nGanz zur Ruhe mag Godi Felder sich aber nicht setzen.
  Dem Rotkreuz-Fahrdienst stehe er zur Verfügung\, bis er das Billet
  abgeben müsse. Und den Pfarrhausgarten werde er kritisch im Blick
  behalten. Und die rostige Fahrradkette auch.\n«Godi\, was macht ein
  erfülltes Leben aus»\, frage ich. \n«Das Umfeld muss stimmen»\,
  lautet die Antwort\, «schau\, dass du finanziell unabhängig bleibst\,
  und auch wenn du genug Geld hast\, darfst du nicht rumhocken und nichts
  machen. Das tut dir nicht gut. Ob du Karriere machst\, ist nicht
  wichtig.»\nSeine eigene Karriere\, fügt er hinzu\, befinde sich im
  Vergleich zu der seiner Ahnen im Sinkflug. Der Grossonkel war noch ein
  veritabler Bischof\, der Onkel ein Priester – und er selbst\,
  immerhin\, Sigrist bei den Reformierten. Einen Aufstieg aber habe er noch
  vor sich\, sagt Godi Felder mit dem ihm eigenen rustikalen Humor: Den s
  Chämi duruf. Den Platz für die Urne auf dem Gemeinschaftsgrab habe er
  schon organisiert.\n\nLieber Godi\, liebe Pia!\nSo leicht soll’s dann
  doch nicht gehen. Wir machen euch\, versprochen!\, den Abschied so schwer
  wie möglich. Am Sonntag\, 12. Februar\, 10 Uhr wird hier\, in eurem
  Kaiseraugster Revier\, der Jodlerklub Laufenburg-Rheinfelden\, euch zu
  Ehren die Jodlermesse von Jost Marty zur Aufführung bringen.
  Anschliessend gibt’s Apero mit Wasser\, Orangensaft und Weisswein –
  und\, Godi\, einem Feldschlössli für dich und für mich!\n\n\n
 \nKontakt: Pfr. Andreas Fischer\n\nWeitere Infos:
  https://www.ref-rheinfelden.ch/veranstaltung/6474
SUMMARY:Gottesdienst mit Jodlermesse und Verabschiedung von Godi und Pia
  Felder
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