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LOCATION:Kirchgemeindehaus Kaiseraugst\, Mühlegasse 13\, 4303 Kaiseraugst
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DESCRIPTION:Die 4. und 5. Klass-Kinder werden unter Regie von Katechetin
  Ursula Zuppinger Anspiele zum Thema vortragen:\n\n"Wer ist mein
  Nächster?"\n\nDen entsprechenden Predigttext hat Ursula Zuppinger träf
  in die hiesige Mundart übersetzt:\n\nDer barmherzig Samariter: Lukas
  10\,25 - 37\n\nDo isch en Lehrer vo de Gottesgsetz ufgstande und het
  Jesus wölle teste.\n\nEr frogt: „Du Lehrer\, was muess ich tue\, um s
  ewige Läbe z becho?“\nJesus seit: „ Was stoht den im Gsetz
  gschriebe\, was chasch du dört läse?“\nDo antwortet der
  Schriftgelehrti: „ Lieb der Herr\, din Gott\, vo ganzem Härze\, mit
  diner ganze Seel\, mit diner ganze Kraft und mit dim ganze Verstand. Und:
  lieb dini Mitmensche wie du dich sälber gärn hesch.“\nJesus seit:
  „du hesch ganz recht\, mach es genauso. Denn wirsch du s
  unzerstörbare\, ewige Lebe mit Gott ha.“\nAber der Schriftgelehrti het
  sich do dermit nit zfriede gäh. \nDrum frogt er Jesus:  „wär isch
  denn min Mitmensch?“ \n\nJesus seit: „ Es isch emol en Maa vo
  Jerusalem durch d Bergwüsti nach Jericho abegloffe. Uff däm Wäg händ
  ihn Räuber überfalle. Sie händ ihm d Kleider abgrisse und händ ihn
  zämmegschlage. Denn sind d Räuber weggange. Sie händ deä Maa halbtot
  am Bode lo liegge. \nZuefällig isch en Priester verbi cho. Er isch der
  glich Wäg gange. Er het dr verletzti Maa gseh. Er isch aber eifach
  gschnäll wietergange.\nEs bitzeli spöter isch genauso en Tempeldiener
  cho. Wo är verbi cho isch\, het är der verletzti  Maa gseh\, und het en
  Boge um ihn umme gmacht und isch wietergloffe.\nDenn chunnt no en
  Samariter em Wäg entlang zlauffe. Wo är der verletzti Maa gseh het\,
  het är Mitleid mit dem Maa becho. Er isch zu ihm gange\, Er het sini
  Wunde mit Öl und Wy greinigt und denn  het är d Wunde verbunde. Denn
  het der Samariter dr Maa uffgsetzt\, gnoh und uff sin eigene Esel gsetzt.
  Er het de Verletzti zum nächste Gasthuus brocht. Dört het der Samariter
  der Verletzti versorgt. \nAm nächschte Morge holt dr Samariter 2
  Silberstück füre und git sie em Wirt. Er seit no: „kümmere dich guet
  um dä Maa. Wenn s Gäld derfür nit längt\, gib ich dir dr Räst uff em
  Ruckwäg\, wenn ich wieder verbi chumm.“\n\nDo frogt Jesus: „was
  meinsch\, welle vo dene 3 Manne isch jetzt em Überfallene der Nöchschti
  gsi?“\nDr Schriftgelehrti seit: „Dä\, wo ihm praktisch gholfe und
  sich um en kümmeret het.“\nJesus antwortet: „Denn gang\, und mach es
  genau so.“\n\n---\n\nDas Gleichnis steht bei heutigen
  "Schriftgelehrten" - also Theologinnen\, Pfarrern wie mir selber - nicht
  in allerbestem Ruf. Es steht im Verdacht\, platt\, banal\, moralistisch
  zu sein. Manche vermuten\, dass es gar nicht von Jesus stammt\, sondern
  ihm vom Evangelisten Lukas in den Mund gelegt wurde. Doch bei näherem
  Hinsehen wird die revolutionäre Kraft der harmlos klingenden Geschichte
  deutlich.\n\nDas jedenfalls behauptet der Schweizer Theologe und
  Mitbegründer der religiös-sozialen Bewegung Leonhard Ragaz (1868-1945)
  in seinem grossartigen Büchlein "Die Gleichnisse Jesu".\n\nHerzliche
  Einladung also zum Gottesdienst für "Gross und Klein"\, im Sinne von
  Ragaz: "Es gibt vor Gott nur Menschen. Dass wir sie als Menschen und
  Kinder Gottes behandeln\, ist Gottesdienst\, das allein"!\n\n---\n\nDass
  ein Samariter einem jüdischen Gesetzeslehrer als Vorbild vor Augen
  gestellt wird\, "das bedeutet" - schreibt Ragaz im Jahr 1943 (!) -
  "ungefähr so viel\, wie wenn man heute einer Versammlung von
  Nationalsozialisten einen Juden als Vorbild hinstellte oder einer
  Versammlung hochkonservativer Frommen einen Kommunisten und Atheisten".\n
 \n"Gott"\, folgert Ragaz\, "kann auch bei den Gottlosen sein".\n\nUnd die
  Frage nach dem "Nächsten" beantwortet Jesus gemäss Ragaz
  dementsprechend "sehr einfach und sehr grossartig: Der Nächste ist der
  Mensch\, und zwar besonders\, sobald er deiner Hilfe bedarf."\n\n---\n
 \nDie kürzlich verstorbene Theologieprofessorin Louise Schottroff
  (1934-2015) kritisiert diese Sichtweise: Es gehe im Gleichnis nicht um
  die Gegenüberstellung von allgemeiner Menschenliebe (Jesus) und
  partikularistischer Nächstenliebe (Judentum)\, sondern: "Das Gleichnis
  fragt nach Taten":\n\n"Wenn die Hörer und Hörerinnen dieser Geschichte
  anfangen\, darüber nachzudenken und miteinander zu besprechen\, was
  heute und hier von mir getan werden muss\, verfliegt der Spuk der
  angeblichen Plattheit".\n\n---\n\nSchliesslich sei auch noch auf die
  (literaturwissenschaftliche) Lesart des Gleichnisses durch Wolfgang
  Harnisch (geb. 1934) hingewiesen - sie ist die schwierigste\, subtilste.
  Und jene\, die mir selber am besten gefällt. Das Verhalten des Priesters
  und des Leviten ist das\, was uns selber vertrauter ist\, als uns lieb
  sein kann. Wir schauen\, schauen - menschlich\, allzumenschlich - weg und
  gehen vorbei.\n\nDas Verhalten des Samariters hingegen ist alles andere
  als selbstverständlich. Im Gleichnis wird es auffällig ausführlich
  geschildert. Auf diesem Verhalten liegt in der Geschichte alles Gewicht.
  Es verweist auf eine Dimension\, die das menschlich Erwartbare weit
  überschreitet. Es verweist auf die Dimension Gottes\, die in uns\, durch
  uns\, über uns hinaus wirkt.\n\n"Unendlich". "Schrankenlos". "Sie gilt\,
  so weit Gott reicht und gilt somit\, so weit der Mensch reicht". So sagt
  es Ragaz. Mit\, wie mir scheint\, wunderbaren Worten. Allerdings würde
  ich nicht mit ihm von der "Verpflichtung" sprechen. Sondern mit Jesus von
  der "Gnade"\, die die ganze Welt und auch mich selber durchdringt und
  wirksam wird im Erbarmen des Samaritaners. Auch heute noch.\n\n\nKontakt:
  Pfr. Andreas Fischer\n\nWeitere Infos:
  https://www.ref-rheinfelden.ch/veranstaltung/5725
SUMMARY:"Wer ist mein Nächster?": Gottesdienst für Gross und Klein
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