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LOCATION:Kirchgemeindehaus Kaiseraugst\, Mühlegasse 13\, 4303 Kaiseraugst
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DESCRIPTION:Im Jahr 1967\, also vor fünfzig Jahren\, wurde das
  reformierte Kirchgemeindehaus in Kaiseraugst eingeweiht. Am kommenden
  Sonntag\, den 13. August begehen wir das Jubiläum mit Gottesdienst
  (Beginn 10 Uhr\, mit Kinderbetreuung) und anschliessendem Grillfest (mit
  Salat- und Kuchenbuffet\, Büchsenstand\, Bastelecke\, Buttonmaschine
  etc.\, sowie einer Ausstellung mit Bauplänen und Fotos aus guten alten
  Zeiten!).\n\nDer kleine Jubiläumsanlass steht selbstverständlich
  allen\, Kaiseraugstern und Nichtkaiseraugsterinnen\, Reformierten und
  Nichtreformierten offen. Herzliche Einladung – um es mit Pfr. Jürg
  Fahrni zu sagen – „zum Singen und zum Beten\, aber auch zum Essen und
  sich Freuen“! Dass sowohl Architekt Emil Aeschbach als auch
  Kirchenpfleger und Gemeindeschreiber Willy Zinniker zugegen sein werden\,
  ist den Einladenden eine Freude und Ehre.\n\nIm Namen des
  Vorbereitungsteams: Pfr. Andreas Fischer\n\nDer Bauherr der
  Seelenabschussrampe\n\nAuf der Suche nach Informationen über die
  Entstehung des Gebäudes findet man zunächst ein Predigtmanuskript des
  damaligen Pfarrers Jürg Fahrni. Darin beschreibt er das Konzept des
  Kirchgemeindehauses. Dieses sei in den dreissiger Jahren des letzten
  Jahrhunderts aufgekommen und habe sich von „eigentlichen Kirchen mit
  Schiff und Chor und Glocken“ bewusst abheben wollen. „Es waren reine
  Zweckbauten\, die in sich selber nichts Heiliges hatten“\, schreibt
  Fahrni\, oft seien sie „absichtlich hässlich“ gebaut worden. Davon
  sei man im Verlauf der folgenden Jahrzehnte aber glücklicherweise wieder
  abgekommen. Das Kaiseraugster Kirchgemeindehaus ist gemäss Fahrni eine
  gelungene Kombination aus Form und Funktion: „Ich meine\, unser
  Kirchgemeindehaus ist ein schönes Haus und dient dem Zweck\, Menschen
  zusammenzuführen zum Singen und zum Beten\, aber auch zum Essen und sich
  Freuen.“\n\nDen Architekten\, der dieses Gebäude einst konzipiert
  hatte\, findet man dank der Recherchen des Präsidenten des reformierten
  Gemeindevereins Kaiseraugst\, Jos van der Marel\, der selber Architekt
  ist\, in Küttigen in der Nähe von Aarau. Emil Aeschbach\, inzwischen
  95-jährig\, erfreut sich bester Gesundheit. Wir sitzen im Garten\, es
  ist früher Nachmittag\, „zum Anfang“\, sagt er\, „nehmen wir einen
  Weissen“. Kurz darauf tauchen seine ehemaligen Partner im
  Architekturbüro „Aeschbach Felber Kim“ auf. Beide wohnen in der
  Nähe\, die drei sind seit der Kantonsschulzeit und weit über die
  Pensionierung hinaus miteinander befreundet. Eigentlich habe er immer
  allein arbeiten wollen\, erzählt Aeschbach\, „aber die beiden waren
  ausgesprochene Glücksfälle. Die waren vom KTV Aarau\, dem
  Kantonsschüler Turnverein\, unserer Studentenverbindung.“\n\nEs waren
  andere Zeiten\, damals\, und es scheinen nicht die schlechtesten gewesen
  zu sein. Streit im Team gab es nicht\, sagen die drei unisono. Das
  verbindende Prinzip des Büros lautete\, „keine Prinzipien zu haben“.
  „Beziehungsweise“\, präzisiert Aeschbach nach kurzem Nachdenken\,
  „Ernsthaftigkeit und Konzentration bei der Arbeit\, das waren
  natürlich schon gemeinsame Werte\, und eben auch Freundschaft\,
  Generosität\, Humor.“ Bis heute spricht man sich nicht mit dem Vor-\,
  sondern dem Cerevis-\, dem Biernamen an. Der eine heisst Simba\, der
  andere Tschupp\, der dritte Tusch\, weil er zu Gymizeiten gut zeichnen
  konnte.\n\nDas erste Hochhaus und le Choix du Roi\n\nNach Aktivdienst\,
  Abschluss des ETH-Studiums\, Praktika\, ersten Anstellungen und einer
  Studienreise in den Norden Europas machte sich Emil Aeschbach
  selbständig. Nun wollte er\, von den Filmen Marcel Pagnols fasziniert\,
  nach Südfrankreich auswandern. Die Lebensweise und das Klima dort\,
  vermutet er\, hätten ihm besser behagt. Doch just jetzt\, kurz vor der
  Abreise\, gewann er den Wettbewerb für das Schwesternhaus des
  Kantonsspitals und baute\, gerade mal 34-jährig\, das erste Hochhaus in
  Aarau. „Mach nöd s Chalb“\, sagte er am Telefon\, als er den
  Zuschlag bekam\, „wer bisch eigentli?“ Er sei der Adjunkt des
  Kantonsbaumeisters\, antwortete der andere. Schliesslich konnte er ihn
  davon überzeugen\, dass er keinen Chabis erzähle. Aeschbach blieb in
  der Schweiz\, heiratete\, wurde Vater eines Buben\, eines Meitli\, wieder
  eines Buben und nochmals eines Meitli. Le choix du Roi nenne man diese
  Reihenfolge.\n\nNach dem Zuschlag für’s Schwesternhaus kaufte Emil
  Aeschbach kurz vor Ladenschluss eine Schweizerfahne und entrollte sie aus
  dem Bürofenster im 3. Stock an der Bahnhofstrasse. Wenn die Fahne fortan
  dort raushing\, fragten die anderen Architekten: „So\, was händ er
  wieder gwunne?“ Das Architekturbüro hat bis heute Bestand\, nur die
  Namen haben zum Teil gewechselt\, statt „Aeschbach Felber Kim“ heisst
  man heute „Felber Widmer Schweizer“.\n\nDass Emil Aeschbach das
  Kaiseraugster Kirchgemeindehaus baute\, hatte ebenfalls mit Aarauer
  Beziehungen zu tun. Der Vorschlag eines lokalen Architekten befriedigte
  die hiesige Baukommission nicht. Da erinnerte sich Willy Zinniker\,
  damals Kaiseraugster Gemeindeschreiber und Kirchenpfleger\, an den
  ehemaligen Schulkollegen aus der Bezirksschule in der Kantonshauptstadt.
  Emil Aeschbach reichte dann auch ein Modell ein. Auch dieses fand keinen
  Anklang\, jedenfalls nicht in seiner professionellen Version aus
  Balsaholz. Also bastelte man für die Baukommission ein sogenanntes
  Laienmodell\, „mit einer Umgebung mit Blüemli und einem Dach\, das mit
  Papierziegeln beklebt war“. Nun war die Baukommission begeistert\, und
  Herr Felber alias Tschupp\, damals noch Praktikant bei Aeschbach\, meint
  sich sogar noch an „etwas Mysteriöses“ zu erinnern\, eine Art Beweis
  dafür\, dass der liebe Gott selber wollte\, dass das Büro den Zuschlag
  erhielt: Das Modell fiel nämlich vom obersten Tablar im Schrank runter
  und landete unbeschädigt auf dem untersten Tablar. Das sei quasi ein
  Wunder gewesen\, das Projekt schien wirklich in Gottes Hand zu liegen\,
  erzählt Felber lachend. Er habe davon nichts mitgekriegt\, lautet
  Aeschbachs lakonischer Kommentar.\n\nEin Direktauftrag von oben\n\nDer
  Bau orientierte sich\, wie das damals en vogue war\, an der Architektur
  der nordischen Länder. Das Pultdach gefiel der Baukommission –
  „sonst stünde es ja nicht hier“ –\, aber nicht der ganzen
  Bevölkerung. Eine „Seelenabschussrampe“ sei das\, knurrten manche.
  Vielleicht sei es nicht so schlecht gewesen\, dass „einer von weiter
  weg“ das Gebäude zu verantworten hatte. Der Kirchturm aber\, betont
  Aeschbach\, sei später dazugekommen und von einem anderen
  Architekturbüro entworfen worden.\n\nUnterdessen hat’s angefangen zu
  regnen. Wir gehen ins Haus\, dessen Pultdach ans Kaiseraugster
  Kirchgemeindehaus erinnert\, die Wände sind behängt mit Gemälden. Eine
  Sammlung sei das aber nicht\, sagt Emil Aeschbach\, eine Sammlung hätte
  ein inneres Ziel und eine Begrenzung. Er habe alles durcheinander\, auch
  hier drinnen gelte das Prinzip\, keine Prinzipien zu haben. Das Haus
  kommt der Kunst zupass. Da sind hohe Fenster und Wände\, da ist viel
  Licht und viel Luft\, „raumhohe vertikale Fenster“ erläutert
  Aeschbach das Raumkonzept\, „geben bei gleicher Helligkeit mehr
  Wandfläche für Bilder und Bücher.“\n\nGanz zum Schluss wagt man\,
  die religiösen Fragen zu stellen. Was das Gebäude angeht\, entspricht
  die Antwort jener\, die nach Jürg Fahrnis Predigt zu erwarten war: Da
  war keine religiöse Botschaft beabsichtigt. Oder doch? Der Innenraum
  sollte „hell sein\, aber nicht blenden“. Und: „Es wurde nicht
  gestritten“. Das wären doch\, denkt man\, durchaus religiöse
  Botschaften. Was den eigenen religiösen Bezug anbelangt\, sagt Emil
  Aeschbach\, sei er „weder Kirchgänger noch –sänger“. Er habe
  durchaus seinen Glauben\, aber der sei chli anders. Schöne Kirchen
  schaue er gern an\, wenn sie denn offen stehen. Und das Kirchgemeindehaus
  zu bauen\, das sei eine schöne Aufgabe gewesen\, gleichsam ein
  „Direktauftrag“ von oben.\n\nAndreas Fischer\n\nKontakt: Pfr. Andreas
  Fischer\n\nWeitere Infos:
  https://www.ref-rheinfelden.ch/veranstaltung/5722
SUMMARY:Gottesdienst und Grillfest zum 50-jährigen Bestehen des
  Kirchgemeindehauses Kaiseraugst
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