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LOCATION:Kirchgemeindehaus Kaiseraugst\, Mühlegasse 13\, 4303 Kaiseraugst
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DESCRIPTION:Am Sonntag\, 16. Februar um 11 Uhr findet im reformierten
  Kirchgemeindehaus Kaiseraugst schon zum 22. Mal der Chaiseraugschter
  Fasnachtsgottesdienst statt. Auch diesmal wird die lokale Gugge
  „Grossschtadtchnulleri“ ihre diesjährigen Kostüme präsentieren und
  ihre neu einstudierten Stücke uraufführen. Dass der Lärm
  ohrenbetäubend und das Gaudi gross sein wird\, ist bekannt. Alles
  andere\, insbesondere das Thema\, bleibt bis dahin gut gehütetes
  Geheimnis.\n\nEs herrscht Premieregroove; alle sind nervös\, besonders
  der Chnulleri-Major\, Kimon Sorg\, und der Pfarrer. Cool ist einzig
  Theobald\, em Pfaff sin Aff. Er wird ex cathedra\, von der Kanzel herab
  vorwitzig-altkluge Reden vortragen:\n\n„Heut müsst ihr nicht auf
  Durchzug schalten! / Der Pfaff wird seine Schnuure halten. / ICH werd in
  der Kirche walten. / Drum\, Leute\, kommt in grosser Zahl! / Mich zu
  verpassen wär fatal.“\n\nIm Namen von Theobald und allen anderen
  Beteiligten lädt herzlich ein:\n\nAndreas Fischer\, Pfarrer von und zu
  Chaiseraugscht.\n\n---\n\n10 Jahre Theobald *\n\nDie Pfarrwahlkommission
  war mir wohlgesinnt\, die Stimmung beim Bewerbungsgespräch entsprechend
  entspannt. Dann stellte Gitte Niederberger\, langjährige Kaiseraugster
  Kirchenpflegerin\, eine Frage\, deren Tragweite der Zürcher Kandidat
  damals noch nicht einschätzen konnte: «Können Sie sich vorstellen\,
  einen Fasnachtsgottesdienst zu gestalten». Nun\, ähm\, ich wollte die
  Stelle. Deshalb sagte ich ahnungslos\, aber mit Überzeugung: «Ja\,
  klar.» Bald darauf wurde ich zur Wahl vorgeschlagen. Das war vor zehn
  Jahren.\n\nLügen haben bekanntlich kurze Beine\, und die Zeit zwischen
  meinem Amtsantritt und dem ersten Fasnachtsgottesdienst erwies sich für
  den Neophyten tatsächlich als extrem kurz. Es war Dezember\, die
  damalige Majorin der lokalen Gugge «Grossschtadtchnulleri»\, Fabienne
  Grossenbacher\, stand unter der Tür und fragte\, was Sache sei. Ich bat
  um Bedenkfrist und wandte mich\, wie immer in Notsituationen\, an Jutta\,
  meine Frau. Sie stammt aus dem deutschen Rheinland und hat den Karneval\,
  trotz langjähriger Abstinenz im Zürcher Exil\, irgendwie in den Genen.
  Ausserdem ist sie\, wie man weiss\, eine hochbegabte Kleinkünstlerin.\n
 \nWas das Thema des Fasnachtsgottesdienstes sei\, fragte sie.
  «Affenzirkus»\, antwortete ich und machte dazu eine Grimasse\, als
  würde ich etwas sehr Ekliges anfassen. Handkehrum bestellte Jutta eine
  Handpuppe mit Affengesicht\, und überdies erinnerte sie mich an die
  allgemeinmenschliche Neigung zu dem\, was in meinem Dialekt als
  «Verslibrünzle» bezeichnet wird (und was\, wie mein damaliger Magdener
  Pfarrkollege Peter Senn mir erklärte\, nichts mit den
  «Schnitzelbängg» zu tun hat\, deren Produktion eine doch etwas
  gehobenere Form von Kultur voraussetze\, wie zum Beispiel er sie pflege).
 \n\nDann kam die Initiation. Die Grossschtadtchnulleri stürmten die
  heiligen Hallen unseres Kirchgemeindehauses\, sie intonierten\, in
  assortierten Kostümen\, «Die Affen rasen durch den Wald»\, die
  Trommelfelle wurden aufs Ärgste belastet. Es folgte\, mit Furcht und
  Zittern\, mein erster Auftritt: «Die Affen rasen durch das Kaff\, / es
  luegt verduzzt de Zürcher Pfaff».\n\nDer lang einstudierte Vers erntete
  wohlwollenden Applaus. Wenig später betrat Theobald\, em Pfaff sin Aff\,
  die Bühne: «Die Affen rasen durch den Wald\, / und ich\, ich heisse
  Theobald!»\n\nDas Publikum brüllte\, kreischte\, schrie. Der Rest ist
  – mit der nötigen Distanz des Zürcher Volkskundlers formuliert\, der
  hier\, bei den raurischen Indigenen\, seine ethnologischen Studien
  betreibt – Geschichte. Theobald hat in einer Dekade von
  Fasnachtsgottesdiensten die Bühne gerockt. «Bim Vorbereite häts i mim
  Hirni amigs blockt\, dänn isch de Schtürmi vor de Compi ghockt\, hät
  mi us em Büro vertribe. Und ich ha mer d Auge gribe: Dä hät
  tatsächlich d Predigt gschribe!»\n\nDie bescheidene Antwort des Affen
  lautet: «Ich will ja nicht übertreiben\, / aber ich kann einfach besser
  schreiben / als er – ist ja auch nicht schwer…»\n\nFröhliche
  Fasnacht wünschen Theobald und Andreas Fischer\, em Aff sin Pfaff.\n\n*
  Editorial "dr Güggel" 2/25\n\nKontakt: Pfr. Andreas Fischer\n\nWeitere
  Infos: https://www.ref-rheinfelden.ch/veranstaltung/15942
SUMMARY:Fasnachts-Gottesdienst: Zehn Jahre Theobald
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